Ein Mann hält sich mit einer Hand den Bauch (Symbolbild).
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Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall gehören zu den häufigsten Verdauungsbeschwerden (Symbolbild).

Darmgesundheit

Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall: Fünf spannende Fakten über den Darm

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Darmgesundheit: Eine gesunde Verdauung trägt wesentlich zum Wohlbefinden bei. Doch welche Rolle spielt dabei der Darm? Lesen Sie fünf spannende Fakten über das Verdauungsorgan.

Berlin – Egal ob beim Frühstück, Mittag- oder Abendessen – Unser Magen-Darm-Trakt leistet jeden Tag Schwerstarbeit. Zu seinen Hauptaufgaben zählen dabei nicht nur die Nahrungsverwertung und Nährstoffaufnahme, sondern auch wichtige Immunfunktionen. Doch anders als viele denken, beginnt die Verdauung jedoch nicht erst im Darm. Bereits mit dem ersten Bissen starten im Mund Verdauungsvorgänge. Auf dem Weg durch die Speiseröhre und den Magen in den Dick- und Dünndarm nimmt der Körper dann alle wichtigen Nährstoffe auf. Alles andere wird als Stuhl ausgeschieden.

1. Die Verdauung beginnt bereits im Mund

Kauen zerkleinert nicht nur die Nahrung in leicht zu schluckende Portionen, sondern ist bereits ein wichtiger Teil der Verdauung. Beim Kauen produzieren die Speicheldrüsen im Mund Speichel. Dieser enthält neben Schleimstoffen und antimikrobiellen Stoffen auch Enzyme, welche für die Kohlenhydratverdauung verantwortlich sind. Auch der Magen kann durch richtiges Kauen entlastet werden. Denn wird die Nahrung ausreichend zerkleinert, muss dies später nicht nachgeholt werden. Je länger und ausgiebiger man kaut, umso leichter kann der Körper also wichtige Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen.

Gründliches Kauen wirkt sich zudem auch positiv auf das Gewicht aus. Denn wer langsamer isst, ist laut dem Deutschen Ärzteblatt nicht nur schneller satt, sondern isst auch ins Gesamt weniger. Grund dafür ist, dass erst nach etwa 15 Minuten das Sättigungsgefühl eintritt.

2. Dauer und Länge

Bis zu acht Meter lang und bis zu 500 Quadratmeter groß - Auf dem Weg durch den Verdauungstrakt, muss die Nahrung einen weiten Weg zurücklegen. Allein der Dünndarm erstreckt sich über eine Länge von vier bis sechs Metern. Um den gesamten Verdauungstrakt zu durchlaufen, raucht eine Mahlzeit bis zu drei Tagen. Seine Größe erhält der Darm durch die besondere Form seiner Oberfläche. Denn der Darm ist in sogenannte Zotten aufgefaltet, diese vergrößern die Darmoberfläche enorm.

2. Zu viel Stress und zu wenig Schlaf schaden der Verdauung

Stress und Schlafmangel wirken sich nicht nur auf die Psyche aus, auch die Verdauung leidet darunter. So wirkt sich Stress nicht nur auf das Herz-Kreislauf-System aus, auch die Verdauung tritt dabei in den Hintergrund. Stehen wir ständig unter Stress, bremst das die Verdauung nachweislich. Krämpfe, Durchfall, Blähungen und Verstopfung können die Folge sein. Langfristig kann das sogar zu Übergewicht, Diabetes und chronischen Erkrankungen des Verdauungstrakts führen. Studien belegen zudem: Menschen, die unter chronischem Schlafmangel leiden, haben ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken. (Pamela Reif: Instagram-Star spricht über ihren Blähbauch – Hilft ein Stuhltest?)

3. Der Dünndarm ist das wichtigstes Organ für das Immunsystem

Der Dünndarm bildet die größte Kontaktfläche des Körpers mit der Außenwelt. Alles, was wir zu uns nehmen, muss durch den Verdauungstrakt. Keime, Bakterien und Viren aller Art können so über die Verdauung in unseren Körper gelangen. Damit die Krankheitserreger keinen Schaden anrichten können, steht der Darm in engem Kontakt mit dem Immunsystem. Rund 80 Prozent der Immunzellen sind daher im Darm angesiedelt. Der Darm ist also das wichtigste Organ in der körpereigenen Abwehr. Läuft bei der Immunabwehr etwas schief, können Allergien und Unverträglichkeiten entstehen. Dabei stuft der Körper eigentlich harmlose Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln als gefährlich ein und bekämpft diese. (Laktoseintoleranz und Milcheiweißallergie: Vorsicht, in diesen Lebensmitteln kann Milch stecken)

4. Darm und Gehirn kommunizieren miteinander

Im Magen-Darm-Trakt sind etwa 100 bis 200 Millionen Neuronen zu finden. Das sind mehr Nervenzellen, als das Gehirn besitzt. Nicht zu unrecht wird der Darm daher auch „zweites Gehirn“, „Bauchgehirn“ oder „Darmgehirn“ genannt. Über den Vagus-Nerv stehen Gehirn und Darm im direkten Austausch über die Darm-Hirn-Achse. Zudem konnten Wissenschaftler nachweisen, dass der Verdauungstrakt, ähnlich wie das Gehirn mithilfe von Botenstoffen wie Serotonin und Dopamin kommuniziert. Fast 95 Prozent des Glückshormons Serotonin stammt sogar aus dem Darm. 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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