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Reizdarmsyndrom: 7 Tipps für eine beschwerdefreie Weihnachtszeit

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Familie sitzt beim Weihnachtsessen, auf dem Tisch steht ein Adventskranz, Suppenteller und Gläser mit Weißwein (Symbolbild).
Fettiges Essen, Alkohol und süße Plätzchen können den Darm in der Weihnachtszeit belasten. Vor allem Reizdarm-Patienten sollten deshalb einige Regeln beachten (Symbolbild). © imago images / Westend61

Reizdarm: Deftiges Essen, Alkohol, Zucker und Vorweihnachtsstress können den Darm in der Adventszeit schnell überfordern. Wie Reizdarm-Patienten die Weihnachtszeit trotzdem genießen können.

Berlin – Die Adventszeit bedeutet nicht nur reichlich deftiges Essen, Plätzchen und Alkohol, sondern meist auch einen vollen Terminkalender und Stress. Kein Wunder also, dass der Darm in dieser Zeit häufig rebelliert. Wer unter einem Reizdarm leidet, sollte in den Wochen vor Weihnachten deshalb besonders achtsam mit sich sein und bei der Ernährung einiges beachten. Geschenke und andere Besorgungen frühzeitig zu erledigen hilft außerdem, dem Fest gelassen entgegenzublicken.

1. Mit Reizdarm durch die Adventszeit: Zucker reduzieren

Zucker, genauer gesagt fermentierbare Zuckeralkohole (sogenannte FODMAPs), können Menschen mit einem Reizdarm Probleme bereiten. Zucker in der Weihnachtszeit komplett zu meiden ist aber fast unmöglich, schließlich steckt er nicht nur zu großen Mengen in Plätzchen, Stollen, Schokolade und Lebkuchen, sondern auch in Glühwein und Punsch. Er lässt sich aber in jedem Fall reduzieren. Zum Beispiel, wenn Sie statt zu Plätzchen öfter mal zu Nüssen, wie Erdnüssen, Mandeln, Macadamia, Maronen oder selbstgebackenem, zuckerreduziertem Gepäck greifen. Auch Obst wie Mandarinen oder Orangen eignen sich gut.

Glühwein ist für den Reizdarm eine doppelte Belastung, da er nicht nur viel (Frucht)Zucker, sondern auch Alkohol enthält. Statt Glühwein können Sie ab und an auf eine Tasse Weihnachtstee oder einen Kakao mit Pflanzenmilch ausweichen. Alternativ können Sie auch Glühwein selbst herstellen. Achten Sie dabei auf einen fructose- und histaminarmen Wein als Grundlage.

2. Mit Reizdarm durch die Adventszeit: Alkohol in Maßen

Alkohol verlangsamt die Darmtätigkeit, weshalb Experten in der Leitlinie „Reizdarmsyndrom“ der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) dazu raten, bei einem Reizdarm nur wenig Alkohol zu trinken. Ganz verzichten müssen Sie in der Weihnachtszeit natürlich nicht. Je nach Verträglichkeit ist ein Glas Wein oder Bier zum Essen durchaus erlaubt. Wenn Sie an einer Histaminunverträglichkeit leiden, sollten Sie besser auf Rotwein verzichten und zu trockenem Weißwein greifen.

3. Mit Reizdarm durch die Adventszeit: Nicht zu spät und nicht zu große Portionen essen

Die meisten Menschen mit Reizdarm vertragen viele kleine und über den Tag verteilte Portionen besser, als wenige große. Das üppige Adventsessen mit Familie oder Freunden passt da nicht unbedingt. Ausnahmen sind aber natürlich erlaubt. Schließlich soll es in der Vorweihnachtszeit nicht nur um Verzicht, sondern auch um Genuss gehen. Sie kennen Ihren Körper am besten und wissen, was ihm gut tut und was nicht. Wenn Ihnen das Essen zu viel ist, können Sie es mitnehmen und den Rest später essen. Denken Sie auch daran, ausreichend zum Essen zu trinken, ganz besonders wenn der Reizdarm bei Ihnen mit Verstopfung einhergeht. Am besten eignen sich stilles Wasser oder ungesüßte Tees. Kohlensäure kann den Darm hingegen zusätzlich reizen.

4. Mit Reizdarm durch die Adventszeit: Stress vermeiden - Geschenke frühzeitig besorgen

Vermutlich kennen Sie das Problem: Stress und Hektik können Reizdarm-Beschwerden auslösen oder weiter verstärken. Und davon gibt es in der Adventszeit genug. Geschenke müssen besorgt, letzte Erledigungen im Jahr gemacht und das Weihnachtsfest vorbereitet werden. Besonders in Verbindung mit süßem oder fettigem Essen ist das keine besonders Darm-freundliche Kombination. Das beste Mittel gegen Vorweihnachtsstress ist immer noch, sich so früh wie möglich um alles zu kümmern. Haben Sie Ideen für Geschenke, notieren Sie sie am besten direkt. Je früher Sie alles besorgt haben, desto gelassener können Sie den Festtagen entgegenblicken.

5. Mit Reizdarm durch die Adventszeit: Seien Sie achtsam mit sich

Und seien Sie achtsam mit sich und machen Sie sich möglichst frei von Erwartungen: Sind Sie in der Adventszeit beruflich und/oder privat stark eingespannt, dürfen Sie nicht zwingend notwendige Termin auch mal sausen lassen. Gönnen Sie sich stattdessen Ruhe und Entspannung, zum Beispiel bei einem warmen Bad, einem Spaziergang oder einfach auf der Couch – Ihr Darm wird es Ihnen danken. Zudem haben weder Freunde noch Familie etwas davon, wenn Sie völlig gestresst beim Adventsessen sitzen. Gleiches gilt für Sie: Menschen, die Stress und Hektik verbreiten, können Sie wieder treffen, wenn der Weihnachtstrubel vorbei ist.

Auch in der Vorweihnachtszeit gilt natürlich: Lassen Sie sich beim Essen Zeit, denn Essen unter Zeitdruck kann den Darm belasten. Essen Sie regelmäßig und kauen Sie das Essen sorgfältig. Lassen Sie sich dabei nicht ablenken, etwa durch Lesen oder durch den Fernseher.

6. Mit Reizdarm durch die Adventszeit: Auf Gluten verzichten

Einige Reizdarm-Betroffene reagieren empfindlich auf bestimmte Getreidesorten.* Dann kann es helfen, eine glutenfreie Diät auszuprobieren und auf Weizen, Dinkel und Roggen zu verzichten. Glutenfreie Plätzchen lassen sich zum Beispiel auch aus gemahlenen Mandeln, Kokosmehl, Reismehl, Mais- oder Buchweizenmehl zaubern. Für die Festtage eignet sich zum Beispiel Raclette, das je nach Verträglichkeit zusammengestellt werden kann.

7. Mit Reizdarm durch die Adventszeit: Wenn es doch zu Beschwerden kommt

Ganz vermeiden lassen sich gelegentliche Verdauungsbeschwerden bei einem Reizdarm meist nicht. Je nachdem, welche Symptome bei Ihrem Reizdarm vorherrschend sind, können Medikamente oder verschiedene Hausmittel Linderung verschaffen:

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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