Ab wann muss man zum Arzt?

Volksleiden Verstopfung: Wenn der Toilettengang zur Qual wird – und welche Hausmittel helfen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Probleme mit dem Stuhlgang sind noch immer ein Tabu-Thema. Doch Verstopfungen betreffen viele Menschen, nicht nur Ältere. Welche Hausmittel die Verdauung unterstützen - und wann Betroffene besser einen Arzt aufsuchen sollten.

Bonn – Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfungen sind nicht nur unangenehm, sondern können auch gesundheitliche Probleme verursachen. Und sie ist ein Volksleiden: Schätzungen zufolge hat ungefähr jeder fünfte Deutsche regelmäßig mit Verstopfungen zu kämpfen.

Wie oft man auf die Toilette geht, schwankt individuell. Auch bei gesunden Menschen kann sich die Häufigkeit des Stuhlgangs verändern – der eine geht drei Mal pro Tag, der andere drei Mal pro Woche. Doch gibt es Abweichungen von der normalen zeitlichen Routinen, kann das ein ungutes Gefühl hervorrufen.

Volksleiden Verstopfung: Wenn der Toilettengang zur Qual wird – und welche Hausmittel dagegen helfen

„Tritt seltener als üblich eine Stuhlentleerung auf, fühlen sich die Menschen verstopft. Sie haben das Gefühl eines Völlegefühls, einer unvollständigen Stuhlentleerung. Sie müssen stark pressen, berichten über harten oder klumpigen Stuhl, oder es muss gar manuell nachgeholfen werden“, erklärt die Gastroenterologin Birgit Terjung.

Das beunruhigt manche Menschen so sehr, dass sie, von einer „inneren Vergiftung“ berichten. Doch keine Sorge: „Dieser Mythos entbehrt einer wissenschaftlichen Grundlage“, stellt Birgit Terjung, Chefärztin der Abteilung für Innere Medizin an den GFO Kliniken in Bonn klar.

Volksleiden Verstopfung: Zwei Formen der Verstopfung

Mediziner unterscheiden zwei Hauptformen der Verstopfung:

  • eine sogenannte Passagestörung
  • eine Entleerungsstörung des Enddarms

Eine zu langsame Darmpassage führt zu Völlegefühl, einem geblähten Bauch und seltenen Stuhlentleerungen. „Diese Form kann von Medikamenten und anderen Erkrankungen kommen“, sagt Birgit Terjung. Auch anderes Essen - im Urlaub zum Beispiel - kann vorübergehend dazu führen.

Ursächlich für eine Entleerungsstörung des Enddarmes können Verkrampfungen am Darmausgang, eine Beckenbodenschwäche mit einer möglichen Aussackung der Mastdarmvorderwand in die Scheide oder ein eingedickter Stuhlgang sein, schildert die Gastroenterologin Birgit Terjung.

Volksleiden Verstopfung: Chronische Verstopfungen vorbeugen

Eine chronische Verstopfung wird auch Obstipation genannt und kann in jedem Lebensalter auftreten, erklärt Professor Christian Pehl. Er ist Leitlinienkoordinator für chronische Obstipation der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie und Ärztlicher Direktor am Krankenhaus in Vilsbiburg in Bayern.

Besonders betroffen davon sind allerdings ältere Menschen. Die Gründe sind Bewegungsmangel, eine ballaststoffarme Ernährung oder eine zu geringe Trinkmenge“, sagt Birgit Terjung. Außerdem verändert sich bei Älteren oft die Transportzeit im Darm, der Stuhlgang wird langsamer im Dickdarm transportiert.

Parkinson, Demenz, Depressionen oder Diabetes mellitus können sich ebenfalls negativ auf den Stuhlgang auswirken, so Birgit Terjung. Gleiches gilt für Antidepressiva, Parkinsonmittel, Psychopharmaka und opiathaltige Schmerzmittel.

Volksleiden Verstopfung: Wann sollte man zum Arzt gehen?

Doch wer mit einer Verstopfung zu kämpfen hat, muss nicht immer gleich ärztlichen Rat einholen - man kann in bestimmten Fällen auch erst mal Hausmittel versuchen. „Trockenpflaumen, Dörrobst und Sauerkrautsaft können milde Formen einer chronischen Obstipation gut behandeln“, sagt Christian Pehl. „Aber auch hier gibt es manchmal Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall.“ Ebenso können Ballaststoffe zur Ernährung ergänzt werden* wie merkur.de berichtet. „Besonders Flohsamenschalen-Präparate bieten sich hier aufgrund ihrer stuhlregulierenden Wirkung an“, erläutert Christian Pehl.

Und wann sollte man zum Arzt gehen? „Ist eine Verstopfung neu und anhaltend, besonders ab einem Alter von 50 Jahren, sollte ein Arzt konsultiert werden“, rät Birgit Terjung. Das gilt ebenso, wenn starke Blähungen, Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl auftreten. (Mit Material der dpa) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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