Nahaufnahme einer Frau, die Milch aus einem Glas trinkt (Symbolbild).
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Mit einem Wasserstoff-Atemtest kann eine Laktoseintoleranz diagnostiziert werden (Symbolbild).

Diagnose durch Wasserstoff-Atemtest

Wasserstoff-Atemtest: Durchführung, Diagnose und Kosten – Unverträglichkeiten erkennen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Durch einen Wasserstoff-Atemtest können Laktose- und Fructoseintoleranzen diagnostiziert werden. Bei dem Test wird die Konzentration von Wasserstoff in der Atemluft gemessen, den Bakterien bei der Zersetzung von Zucker im Dickdarm produzieren. Lesen Sie alles zu Ablauf und Kosten des Atemtests.

  • So wird ein Wasserstoff-Atemtest durchgeführt
  • Diese Unverträglichkeiten können mit dem Atemtest diagnostiziert werden
  • Diese Kosten sind mit einem Wasserstoff-Atemtest verbunden

Mönchengladbach – Der Wasserstoff-Atemtest (H2-Test) ist ein Testverfahren zur Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Durch den Test kann eine Unverträglichkeit von Kohlenhydraten festgestellt werden, weshalb er zur Diagnose von Laktoseintoleranz und Fructoseintoleranz geeignet ist. Die Risiken des Atemtests sind sehr gering, da es sich um kein invasives Testverfahren handelt. Der Wasserstoff-Atemtest ist verhältnismäßig kostengünstig und einfach und kann in der Regel ambulant durchgeführt werden. 

Wasserstoff-Atemtest: Das Testprinzip

Der Wasserstoff-Atemtest ist ein Test zur Feststellung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bei dem Test wird die Wasserstoffkonzentration (H2) in der Atemluft gemessen, welche ansteigt, wenn Bakterien Kohlenhydrate im menschlichen Dickdarm zersetzen. Normalerweise werden Kohlenhydrate im Dünndarm durch spezielle Enzyme gespalten und gelangen über die Darmwand in den Blutkreislauf. Bei einer Unverträglichkeit (z.B. Laktoseintoleranz oder Fructoseintoleranz) ist dieser Prozess gestört und die Kohlenhydrate gelangen nahezu unverdaut in den Dickdarm. Dort werden sie von Bakterien der Darmflora verstoffwechselt. Der bei dem Gährprozess entstandene Wasserstoff gelangt über das Blut in die Lunge, wo er über die Lungenbläschen (Aveolen) zusammen mit Kohlenstoffdioxid (CO2) abgeatmet wird. Beim Wasserstoff-Atemtest wird die H2-Konzentration im Atem mittels spezieller Messgeräte erfasst. Je weniger funktionierende Enzyme an der Verdauung im Darm beteiligt sind, desto mehr Kohlenhydrate gelangen in den Dickdarm und desto höher ist die Wasserstoff-Konzentration in der ausgeatmeten Luft. 

Wie der Deutsche Allergie und Asthmabund in Mönchengladbach verweist, sind Blutzuckertests und Schnelltestungen für zuhause zur Diagnose einer Fructoseintoleranz oder Laktoseintoleranz ungeeignet und können keinesfalls den Wasserstoff-Atemtest ersetzen. Blutzuckertests sind sehr störanfällig, weshalb sie auch in den Leitlinien und Stellungnahmen der Fachgesellschaften nicht mehr empfohlen werden.

Wasserstoff-Atemtest: Die Durchführung

Zur Durchführung des Wasserstoff-Atemtests erhält der Patient einen Kohlenhydrattrunk, der eine Zuckerart (z.B. Fructose oder Laktose) enthält. Vor dem Trinken wird zunächst der Grundwert der Wasserstoff-Konzentration im Atem ermittelt. Nach dem Trinken der Lösung wird in regelmäßigen Abständen die Messung des Wasserstoffgehalts wiederholt. Dazu wird ein kleines Messgerät verwendet, das dem eines Alkoholmessgeräts bei Polizeikontrollen ähnelt. Steigt die Wasserstoff-Konzentration in der ausgeatmeten Luft an, deutet das daraufhin, dass die Zuckerart im Dünndarm nicht aufgenommen werden konnte. Übersteigt der Wasserstoffgehalt einen Wert von 20 ppm, ist das Testergebnis positiv. Steigt der Wasserstoffgehalt der Atemluft hingegen gar nicht an, kann eine Intoleranz ausgeschlossen werden.

Bei einem Anstieg der Wasserstoff-Konzentration in der Atemluft in den ersten 90 bis 120 Minuten ist eine Intoleranz wahrscheinlich. Steigt der H2-Gehalt hingegen nach dem Trinken schnell an (in den ersten 30 bis 60 Minuten) kann das ein Anzeichen für eine Fehlbesiedelung des Dünndarms mit Darmbakterien sein.

Wasserstoff-Atemtest: Das sollten Patienten beachten

Zur Vorbereitung auf den Wasserstoff-Atemtest sollten Patienten Folgendes beachten:

  • Möglichst nüchtern kommen: 12 Stunden vor dem Test sollten keine Lebensmittel verzehrt und nur stilles Wasser getrunken werden
  • 24 Stunden vor dem Atemtest keine blähenden Lebensmittel (z.B. Zwiebeln oder Kohl) essen
  • Keine Mundspülungen oder Prothesenhaftmittel verwenden
  • Da Rauchen das Testergebnis verfälschen kann, sollten Raucher 12 Stunden vor dem Test auf Rauchen verzichten
  • Der Test kann nur durchgeführt werden, wenn keine Antibiotika-Einnahmen und Darmspiegelungen in den letzten vier Wochen stattgefunden haben
  • Sport und körperliche Aktivitäten sollten vor und während des Tests vermieden werden

Wasserstoff-Atemtest: Symptome einer Fructoseunverträglichkeit

Neben der Wasserstoff-Konzentration der Atemluft kann das Auftreten typischer Symptome während der Durchführung des Wasserstoff-Atemtests Hinweise auf eine Intoleranz geben. Bei einer Fructoseintoleranz wird die aufgenommene Fructose im Dickdarm von Bakterien zu Gasen verstoffwechselt. Dabei entstehen neben Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid auch kurzkettige Fettsäuren, die folgende Beschwerden auslösen können:

Wasserstoff-Atemtest: Die Kosten der Durchführung

Der Wasserstoff-Atemtest ist aufgrund moderner verfügbarer Diagnosegeräte eine äußerst einfache und günstige Testmethode. Er kann in der Regel ambulant in gastroenterologischen Praxen durchgeführt werden und ist nur mit geringen Kosten von 20 Euro verbunden. Bei begründetem Verdacht auf eine Unverträglichkeit trägt diese Kosten meist die Krankenkasse.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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