Obst vom eigenen Balkon für den eigenen Tisch: Stachelbeeren und Erdbeeren wachsen auch im Topf heran. Foto: Mascha Brichta
+
Obst pur: Für Menschen mit einer Fruchtzuckerunverträglichkeit ist das keine Option (Symbolbild).

Nahrungsmittelunverträglichkeit

Fructoseintoleranz: Die richtige Ernährung bei Fruchtzuckerunverträglichkeit – darauf sollten Sie achten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Führen Lebensmittel mit Fruchtzucker zu Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden, kann eine Fructoseintoleranz dahinterstecken. Welche Nahrungsmittel erlaubt sind und worauf Sie besser verzichten sollten.

  • Wer Fruchtzucker nicht gut verträgt, leidet möglicherweise unter einer Fructoseintoleranz.
  • Obst und viele andere Lebensmittel enthalten Fruchtzucker.
  • Doch nicht immer müssen Betroffene ihr Leben lang auf Obst verzichten.

Mönchengladbach – Menschen, die unter einer Fruchtzuckerunverträglichkeit leiden, können Lebensmittel mit Fructose nur in kleinen Mengen – oder gar nicht – essen. Nehmen sie Fruchtzucker zu sich, drohen unangenehme Beschwerden wie Verdauungsprobleme, Bauchschmerzen und Krämpfe. Doch der Zuckerstoff kommt nicht nur natürlich in Obst, Fruchtsäften und Trockenobst vor, auch industriell hergestellte Produkte enthalten Fructose. Viele Betroffene sind daher verunsichert, was sie essen können und welche Nahrungsmittel sie besser von ihrem Speiseplan streichen sollten.

Fructoseintoleranz: Das passiert im Körper

Bei einer intestinalen Fructoseintoleranz – auch Fructosemalabsorption genannt – kann der Körper Fruchtzucker gar nicht oder nur begrenzt aufnehmen. Über den Stoffwechsel gelangen Bestandteile der Nahrung, die im Darm zerlegt werden, in unseren Blutkreislauf. Eiweiße sind für den Transport der Nährstoffe in das Blut verantwortlich. Liegt einer Fructoseunverträglichkeit vor, ist dieser Transportweg gestört. Der Fruchtzucker bleibt im Dünndarm und wandert unverdaut in den Dickdarm, wo er vor sich hin gärt und typische Symptome wie Verdauungsprobleme, Blähungen und Bauchschmerzen verursacht.

Ist der Körper aufgrund eines Enzymmangels nicht in der Lage Fructose abzubauen, spricht man von einer angeborenen oder hereditären Fructoseintoleranz. Diese Form ist sehr selten und tritt bereits bei Säuglingen auf. Menschen, die an einer solchen Unverträglichkeit leiden, müssen ihr Leben lang auf Fruchtzucker verzichten.

Fructoseintoleranz: Was darf ich essen? 

Immer mehr Produkte, enthalten immer größere Mengen des SüßungsmittelsFructose ist mittlerweile in fast allen industriell hergestellten Lebensmitteln, aber auch in Light- und Diabetikerprodukten zu finden. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) nimmt ein Erwachsener durchschnittlich etwa 11 bis 54 Gramm Fruchtzucker pro Tag zu sich. Die Folge: Weltweit steigt das Risiko für Übergewicht und Stoffwechselstörungen durch übermäßigen Konsum von Fructose.

Fructoseintoleranz: Diese Lebensmittel sind fructosearm

Auch gesunde Menschen vertragen Fruchtzucker nur begrenzt. Bei einer Fructoseintoleranz jedoch kann schon eine kleine Menge Fructose zu Verdauungsbeschwerden führen. Ganz auf Fructose müssen Betroffene allerdings nicht verzichten. Welche Menge sie zu sich nehmen können und welche Lebensmittel Probleme bereiten, kann von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein. Wer unter einer Unverträglichkeit leidet, sollte sich daher an eine fructosearme Ernährung halten. Durch eine Ernährungsumstellung lässt sich nicht nur die Verträglichkeit von Fruchtzucker verbessern, auch erhält der Körper wichtige Nährstoffe aus Obst und Gemüse. Zu den Lebensmitteln mit wenig oder keiner Fructose zählen:

ObstBananen, Pfirsiche, Ananas, Mandarinen, Erdbeeren, Himbeeren, Papaya, Rote Johannisbeeren, Zitronen
GemüseAvocado, Karotten, Tomaten, Rhabarber, grünes Blattgemüse wie Spinat, Mangold, Kürbis, Zucchini, Fenchel, Sellerie, Nüsse und Samen, Kräuter
Tierische ProdukteFleisch und Fisch, Eier, Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Milch
GetränkeKaffee und Tee
ZuckersortenTraubenzucker, Laktose (Milchzucker)

Fructoseintoleranz: Diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Neben frischem und getrocknetem Obst, enthalten auch viele weitere Lebensmittel Fruchtzucker. Zu den Nahrungsmitteln, die bei einer Fructoseintoleranz vermieden werden sollten, gehören: 

ObstÄpfel, Birne, Heidelbeere, Pflaume, Weintrauben, Obstkonserven und Trockenfrüchte, Fruchtsäfte und Nektare, Kompott, Marmelade, Gelees, Konfitüren
Tierische ProdukteFruchtjoghurt, Obstquark, Grießbrei mit Früchten, rote Grütze
Gemüse und WeizenprodukteVollkornprodukte, Kohl, Krautgemüse mit hohem Ballaststoffgehalt
GetränkeBier und Wein
Verarbeitete LebensmittelApfelessig, Back- und Süßwaren, Eis, Müslimischungen, Müsliriegel
ZuckersortenInvertzucker, Honig, Dicksäfte wie Agavendicksaft

Fruchtzuckerunverträglichkeit: Ernährungstipps bei Fructoseintoleranz

  • Obst ist nicht gleich Obst: Viele Sorten unterscheiden sich stark in ihrem Fruchtzuckergehalt und auch der Reifeprozess der Frucht spielt eine Rolle. So können Menschen mit einer Fruchtzuckerunverträglichkeit manche Früchte besser verdauen als andere.
  • Kombinieren Sie Obst mit anderen Lebensmitteln: Früchte lassen sich leichter verwerten, wenn sie in Kombination mit fett- und eiweißreichen Nahrungsmitteln gegessen werden. Vermeiden Sie auch Obst auf leeren Magen zu essen.
  • Traubenzucker: Traubenzucker unterstützt den Körper bei der Aufnahme von Fructose.
  • Verzichten Sie auf Zuckeraustauschstoffe, wie Sorbit, Xylit und Birkenzucker: Diese Zuckerarten gehören zu den Zuckeralkoholen und können typischen Symptome hervorrufen. Sie sind in zuckerfreien Lebensmitteln wie in Kaugummis zu finden.
  • Vorsicht bei Fertigprodukten: Wer unter einer Fructoseintoleranz leidet, sollte Fertigprodukte und verarbeitete Lebensmittel möglichst meiden. Kochen Sie mit frischen Zutaten und bereiten Sie ihr Essen selbst zu. Dann drohen keine versteckten Überraschungen.
  • Hilfe bei der Ernährungsumstellung: Die Diagnose Fructoseintoleranz kann einen erstmal überfordern. Bei einer Ernährungsberatung erfahren Betroffene, wie man mit einer Lebensmittelunverträglichkeit leben und einer Mangelernährung vorbeugen kann.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren