Freunde sitzen gemeinsam an einem Tisch, im Vordergrund stehen eine Salz- und eine Pfeffermühle, im Hintergrund ein Weihnachtsbaum (Symbolbild).
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Weihnachtsgerichte bergen viele Fruchtzuckerfallen. Wer eine Unverträglichkeit hat, sollte bestimmte Weihnachtsspeisen besser meiden (Symbolbild).

Fruchtzuckerfallen meiden

Fructose-Unverträglichkeit: Tipps für beschwerdefreie Weihnachtstage

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Auf dem Weihnachtstisch wimmelt es häufig nur so von Fruchtzuckerfallen. Damit die besinnlichen Tage nicht im Frust enden, sollten Menschen mit Fruchtzucker-Unverträglichkeit das Weihnachtsmenü genauer unter die Lupe nehmen.

München – Wer an einer Fructoseintoleranz (Fruchtzucker-Unverträglichkeit) leidet, verträgt Fruchtzucker nur in kleinen Mengen. In der Weihnachtszeit können Plätzchen mit Marmelade, fruchtige Soßen zu Braten und Gans sowie Glühwein die individuelle Toleranzgrenze aber schnell sprengen. Unangenehme Verdauungsbeschwerden statt Weihnachtsstimmung sind dann die Folge. Damit die besinnliche Tage nicht zur Belastung werden, sollten Betroffene beim Weihnachtsschmaus einiges beachten.

Mit Fructoseintoleranz durch die Weihnachtszeit: Lernen Sie Ihre Toleranzgrenzen kennen

Lautet die DiagnoseFructoseintoleranzändert sich erstmal vieles. Nach der anfänglichen Karenzphase geht es darum, auszutesten, welche Lebensmittel verträglich sind und vor allem auch, in welchen Mengen. Die Testphase ist zwar aufwendig und Beschwerden lassen sich dabei nicht immer verhindern – die eigenen Toleranzgrenzen zu kennen, hilft später aber, nicht unnötig auf Lebensmittel verzichten zu müssen.

Das gilt auch für das Weihnachtsmenü: Am besten konzentrieren Sie sich dabei auf die Lebensmittel, die Sie sonst auch gut vertragen. Nahrungsmittel, bei denen Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie an Festtagen besser weglassen. Sonst kommt es möglicherweise zu unangenehmen Überraschungen. Und an Weihnachten geht es schließlich nicht nur um reichhaltiges und gutes Essen, sondern auch um ein möglichst entspanntes Beisammensein mit Freunden und Familie.

Mit Fructoseintoleranz durch die Weihnachtszeit: Weihnachtsgans, Braten und andere typische Speisen

An Weihnachten ist das Essen meist süß oder herzhaft und fettig. Wenn Sie beides zur Auswahl haben, sollten Sie sich bei einer Fructoseintoleranz besser für die herzhafte Variante entscheiden. Fisch und Fleisch sind in der Regel unbedenklich, Probleme können aber Marinaden und Soßen bereiten. So wird der Weihnachtsklassiker, die Gans, zum Beispiel häufig mit (fructosehaltigem) Honig bestrichen, um die Haut knuspriger zu machen. Diese sollten Sie besser nicht mitessen. Auch die Füllungen, zum Beispiel mit Äpfeln und Zwiebeln, sind mit Vorsicht zu genießen. Das gilt auch für typische Winterbeilagen wie Grünkohl, Kohlrabi, Kürbis, Möhren, Paprikaschote, Lauch, Rote Bete, Rosenkohl, Rot- und Weißkohl, die einen relativ hohen Fructosegehalt haben. Besser eignen sich nicht-blähende Gemüsesorten, wie:

  • Artischocken
  • Auberginen
  • Blattsalate
  • Fenchel
  • Knollensellerie
  • Mangold
  • Pilze
  • Spinat
  • Zucchini

Auch Kartoffeln und eingelegtes Gemüse enthalten Fructose und sollten nur in Maßen gegessen werden.

Mit Fructoseintoleranz durch die Weihnachtszeit: Vorsicht bei Sorbit im Dessert

Neben Fructose kann auch der Zuckeraustauschstoff Sorbit bei gleichzeitiger Aufnahme Beschwerden auslösen. Grund dafür ist, dass Sorbit die selben Transportsysteme nutzt wie der Fruchtzucker, was die Aufnahme von Fructose im Dünndarm bei Fructoseintoleranz zusätzlich hemmt.

Sorbit steckt natürlicherweise in vielen Stein- und Kernobstsorten sowie als Süßungsmittel und Feuchthaltemittel in industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Speiseeis enthält zudem häufig Sorbit, um den Gefrierpunkt herunterzusetzen, warnt die Verbraucherzentrale. Deshalb gilt: selbstgemachte Desserts, Soßen und Gebäck sind Fertigprodukte vorzuziehen. Gleiches gilt für Gewürze: Frische Kräuter eignen sich für Weihnachtsgerichte besser als fertige Gewürzmischungen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Gastgeber vorab informieren oder übernimmt das Weihnachtsessen am besten selbst und lädt zu sich nach Hause ein.

Mit Fructoseintoleranz durch die Weihnachtszeit: Verträglichkeit durch Traubenzucker verbessern

Zu Weihnachten wird ein leckeres Dessert serviert und Sie können nur zuschauen? Nicht unbedingt. Während Sorbit die Fructose-Aufnahme hemmt, wird sie durch Glukose (Traubenzucker) gefördert. Weihnachtsspeisen, die mehr Glukose als Fructose enthalten sind deshalb oft verträglich.

Oft können Sie die Verträglichkeit mit einfachen Mitteln verbessern: Das Institut für Ernährungsmedizin der TU München empfiehlt zum Beispiel, Obst vor dem Verzehr mit Traubenzucker zu bestreuen. Auch Milchprodukte können die Verträglichkeit verbessern, da Galaktose, ein Bestandteil des Milchzuckers Laktose, die Fruktoseaufnahme aus dem Darm fördert.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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