Es ist ein Löffel mit Stevia-Tabletten zu sehen (Symbolbild).
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Stevia gilt als natürliche Zuckeralternative, doch wie gesund ist das Süßungsmittel? (Symbolbild).

Ernährung bei Fructoseunverträglichkeit

Zuckeralternative bei Fructoseintoleranz: Stevia – So gesund ist der Süßstoff

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Stevia soll eine gesunde, natürliche und kalorienarme Alternative für Zucker sein. Doch der Süßstoff ist alles andere als ein Naturprodukt. Auch für Menschen mit Fructoseintoleranz ist Stevia nur eingeschränkt geeignet.

Berlin – Jährlich nimmt jeder Deutsche rund 34 Kilogramm Zucker zu sich - das ist alles andere als gesund. Auf der Suche nach süßen Alternativen zum herkömmlichen Haushaltszucker bieten sich verschiedene Ersatzstoffe an. Neben gesundheitlichen Vorteilen sollen Zuckeraustauschstoffe und künstliche Süßungsmittel auch für Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie besser geeignet sein. Gesunder Genuss ohne schlechtes Gewissen – das verspricht auch Stevia. Doch was ist dran an dem Hype um den „natürlichen“ Süßstoff?

Zuckeralternative bei Fructoseintoleranz: Stevia – So gesund ist das Süßungsmittel

Mittlerweile erfreut sich Stevia auch hierzulande einer großen Beliebtheit. Doch obwohl die stark süßende Pflanze, die zu den Krautgewächsen zählt, in Südamerika bereits seit Jahrhunderten zum Verfeinern von Speisen und Getränken verwendet wird, ist Stevia in Deutschland erst seit 2011 zugelassen.

Wer jedoch glaubt, Stevia sei eine naturbelassene Alternative zu Süßstoff oder als Ersatz für Zucker geeignet, wird schnell enttäuscht. Denn Stevia wird zwar aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen, ein rein natürliches Süßungsmittel ist Stevia allerdings nicht. So muss der Rohstoff der Pflanze zunächst sehr intensiv behandelt werden, um daraus den Süßstoff Steviolglycoside“ (E 960) zu gewinnen. (Sorbitintoleranz: 7 Irrtümer über den Zuckeraustauschstoff und die Unverträglichkeit)

Zuckeralternative bei Fructoseintoleranz: Stevia nur in Maßen zu empfehlen

Der Einsatz des Süßungsmittels ist in der Europäischen Union zudem nur bei bestimmten Produkten erlaubt. So darf Stevia zum Süßen von Lebensmitteln wie alkoholfreien Erfrischungsgetränken, Speiseeis, Milchprodukten und Konfitüre eingesetzt werden. Besonders oft kommt Stevia in folgenden Produkten vor:

  • Fruchtnektar
  • Joghurt
  • Kakao- und Schokoladenprodukte
  • Knabbergebäck
  • Suppen
  • Soßen
  • Müsli
  • Bier
  • Kaugummi
  • Bonbons
  • Diätprodukte

Zuckeralternative bei Fructoseintoleranz: Süßstoffe auch bei Unverträglichkeit geeignet

Süßstoffe wie Saccharin,  Aspartam, Cyclamat, Sucralose, Acesulfam K oder Stevia sind auch für Menschen mit einer Fructoseintoleranz gut verträglich. Stevia ist rund 300 Mal süßer als Zucker, enthält aber nahezu keine Kalorien und wirkt sich kaum auf den Blutzucker aus. Stevia ist daher auch in der Karenzphase für Patienten mit einer Fructoseunvertrgäglichkeit geeignet. Das Süßungsmittel sollte man aufgrund seiner extrem hohen Süßkraft allerdings nur in Maßen - und niemals pur - verwenden.

Verbraucher, die Lebensmittel mit Stevia kaufen, erwarten häufig ein kalorienfreies Produkt, das ausschließlich Steviolglycoside enthält. Doch das trifft nicht immer zu. Denn häufig sind dem Zuckeraustauschstoff kalorienhaltige Füllstoffe wie herkömmlicher Haushaltszucker, Maltodextrin oder Erythrit zugesetzt. Diese Produkte sind für Menschen mit einer Fructoseunverträglichkeit nicht geeignet.

Zuckeralternative bei Fructoseintoleranz: Wie gesund ist Stevia?

Frühere Bedenken, dass Stevia krebserregend sei, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nicht bestätigt. Da es sich bei den Studien um Tierversuche handelt, bei denen den Tieren zudem Unmengen des Süßungsmittels verabreicht wurden, lassen sich die Ergebnisse nicht unbedingt auf den menschlichen Körper übertragen. (Ernährung bei Fructoseintoleranz: Diese Obstsorten enthalten wenig Fruchtzucker)

Als unbedenklich gilt laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine tägliche Aufnahmemenge von 4 Milligramm Steviolglycoside pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert wird laut der Ernährungsberaterin Sonja Lämmel jedoch leicht überschritten, beispielsweise wenn Kinder große Mengen Erfrischungsgetränke mit Stevia zu sich nehmen. Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) müssen Hersteller daher Höchstmengen in verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken strikt einhalten.

Zuckeralternativen und Süßstoffe: Das sind die Nachteile von Stevia

Stevia hat häufig einen metallischen, lakritzartigen, leicht bitteren Beigeschmack - besonders wenn große Mengen des Süßungsmittels verwendet werden. Aufgrund seiner Süßkraft braucht man jedoch meist nur wenig des Süßstoffs. Daher gilt der Stevia als kaloriensparend. (Vorsicht, Fruchtzucker: Warum zu viel Obst krank macht)

Wer beim Kochen und Backen auf Zucker verzichtet und stattdessen Stevia verwendet, kann theoretisch auch an Gewicht verlieren. Trotzdem sollten Süßstoffe aus gesundheitlichen Gründen nicht in zu hohen Mengen aufgenommen werden, da sie den Heißhunger auf Süßigkeiten noch weiter anregen können. Besser ist es, sich langfristig den Süßgeschmack gewissermaßen „abzutrainieren“, das rät auch merkur.de*. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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