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Histamin-Unverträglichkeit: Diese typischen Weihnachtsgerichte enthalten besonders viel Histamin

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein Gänsebraten ist mit Rotkohl, Klößen und Rotwein angerichtet (Symbolbild).

Gänsebraten mit Rotwein und Rotkohl ist zwar ein beliebtes Weihnachtsgericht, Menschen mit Histaminintoleranz sollten aber besser darauf verzichten (Symbolbild). © imago images / Peter Widmann

Braten mit Rotkohl, Schokolade und Glühwein sind in der Weihnachtszeit besonders beliebt. Für Menschen mit Histamin-Unverträglichkeit können sie jedoch zum Problem werden. Welche Alternativen verträglicher sind.

München – Die Tage werden kühler und viele Menschen stimmen sich mit vorweihnachtlichen Schmankerl auf die besinnliche Zeit ein. Wer an einer Histaminintoleranz leidet, ist in dieser Jahreszeit jedoch mit einigen Tücken konfrontiert. Denn im Winter werden traditionell mehr vergorene, und länger gelagerte Lebensmittel wie Rotwein, Rotkohl und Fisch- und Fleischkonserven verzehrt. Diese enthalten teils große Mengen Histamin, das bei Betroffenen Unverträglichkeitsreaktionen auslösen kann. Welche Lebensmittel bei Histaminintoleranz besser nicht auf den Tisch kommen sollten und wie Betroffene dennoch mit Genuss durch die Vor-Weihnachtszeit kommen.

Histaminhaltige Weihnachtsgerichte: Fisch und Fleisch

Fangfrischer Fisch und frisches Fleisch sind in der Regel bei einer Histaminintoleranz gut verträglich. Allerdings kann ihr Histamingehalt je nach Zubereitung und Lagerung schwanken. Wird die Kühlkette bei Fisch und Fleisch unterbrochen, kann der Histamingehalt schnell steigen. Durch Einlegen (Konservieren) oder längere Lagerung können sich die tierischen Lebensmittel sogar zu regelrechten „Histaminbomben“ entwickeln, wie das Institut für Ernährungsmedizin der TU München verweist.

Ein weiterer Faktor, der den Histamingehalt maßgeblich beeinflusst, ist die Soße. Wird beispielsweise ein Braten mit einer Rotweinsoße serviert, kann das den Histamingehalt des Gerichts deutlich erhöhen. Besser eignen sich hier frische Zutaten, Kräuter, Öle und Brühe.

Vorsicht ist auch bei Meeresfrüchten geboten, da es sich hierbei um sogenannte Histaminliberatoren handelt. Das heißt, sie können körpereigenes Histamin freisetzen. Aus diesem Grund sind sie oft auch im frischen Zustand bei Histaminintoleranz nicht verträglich.

Histaminhaltige Weihnachtsgerichte: Rotwein, Feuerzangenbowle und Jagertee

Auch viele Rotweine und Getränke auf Rotweinbasis, wie Glühwein, enthalten meist große Mengen Histamin und sollten bei Histaminintoleranz besser nicht und nur in kleinen Mengen auf den Weihnachtstisch. Gleiches gilt für den lange gereiften Champagner und für Jagertee. Jagertee enthält große Mengen Schwarztee, der laut Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München das Histamin-abbauende Enzym Diaminoxidase hemmt.

Besser eignen sich hier kleine Mengen Weißwein, Sekt und Pils. Alternativ können Betroffene auch Glühwein aus Weißwein selbst herstellen. Da der Histamingehalt bei Rotwein von Sorte zu Sorte schwankt,* kann es sich für Rotweinliebhaber auch lohnen, die Verträglichkeit verschiedener Sorten zu testen.

Histaminhaltige Weihnachtsgerichte: Weihnachtsgebäck mit Schokolade

Plätzchen und süßes Gebäck mit Schokolade gehören in der Weihnachtszeit einfach dazu. Doch Vorsicht, Schokolade enthält zwar relativ wenig Histamin, dafür aber die biogenen Amine Tyramin und Phenylethylamin. Sie werden im Körper vom gleichen Enzym abgebaut, wie Histamin, wodurch der Histaminabbau gehemmt wird, warnt das Institut für Ernährungsmedizin. Somit kann auch Schokolade die typischen Beschwerden einer Histaminintoleranz auslösen. In einigen Fällen ist kakao-arme Schokolade (weiße Schokolade) verträglicher.

Histaminhaltige Weihnachtsgerichte: Vorsicht bei diesen Beilagen

Bei den Beilagen gilt: Wer an einer Histaminintoleranz leidet, sollte frische Zutaten vorziehen. Ungeeignet sind Speisen, die:

sind. Darunter fallen auch beliebte Winter-Beilagen wie Rotkohl, Sauerkraut und anderes eingelegtes Gemüse sowie Dosengemüse. Problemlos verzehrt werden können dagegen frisch zubereitete Gemüsebeilagen und sättigende Beilagen wie Reis, Nudeln und Kartoffeln. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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