Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
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Tomaten gehören zu der Gruppe histaminreicher Lebensmittel und sollten bei Histaminintoleranz gemieden werden (Symbolbild).

Histaminintoleranz behandeln

Diagnose Histaminintoleranz: Behandlung und Test – Ernährungstipps helfen bei der Unverträglichkeit

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Die Histaminintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der Betroffene histaminreiche Lebensmittel wir Tomaten, Wein und gereiften Käse nicht vertragen. Die Diagnose der Histaminintoleranz wird mittels Blutuntersuchung gestellt.

Mönchengladbach – Die Diagnose und Behandlung einer Histaminintoleranz, auch Histaminose genannt, ist inzwischen gut erforscht. Trotzdem kann es bei manchen Betroffenen sehr lange dauern, bis die Krankheit erkannt wird. Grund dafür ist, dass die Symptome einer Histaminintoleranz meist sehr unspezifisch sind. Bei Histamin handelt es sich um eine natürlich im Körper vorkommende chemische Verbindung von Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff. Besonders im Nervensystem ist Histamin unerlässlich für die Funktion der Neuronen. Doch obwohl Histamin bei jedem Menschen im Gewebe nachweisbar ist, leiden geschätzt knapp ein bis drei Prozent der Deutschen unter einer Histaminunverträglichkeit.

Symptome der Histaminintoleranz: Wie äußert sich eine Histaminintoleranz?

Die Beschwerden bei einer Histaminintoleranz sind sehr vielfältig. Häufig kommt es nach Verzehr von histaminhaltigen Lebensmitteln zu folgenden Symptomen:

Histaminintoleranz: Welche Nahrungsmittel enthalten Histamin?

Wer die Diagnose Histaminintoleranz erhält, muss seine Ernährung strikt umstellen. Betroffene, die unter einer Histaminintoleranz leiden, sollten Lebensmittel mit viel Histamin möglichst meiden. Auch Nahrungsmittel, welche die körpereigene Produktion von Histamin anregen, gehören nicht auf den Speiseplan. Besonders viel Histamin ist in Fleischprodukten wie Wurst, sowie in tierischen Produkten wie Käse enthalten. Durch Reifungs- und Gärungsprozesse kann sich der ursprüngliche Histamingehalt sogar noch steigern.

Zu den histaminreichen und histaminfreisetzenden Lebensmitteln gehören:

FischMakrelen, Hering, Sardinen und Thunfisch
KäseGouda, Camembert, Cheddar und Emmentaler
FleischWurst, Salami und geräucherter Schinken
GetränkeRotwein, Weißwein, Champagner und Tee

Zusätzlich zu fleischreichen und milchhaltigen Speisen enthalten auch zahlreiche Obst- und Gemüsesorten wie Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Hülsenfrüchte, Tomaten und Spinat viel Histamin.

Diagnose der Histaminunverträglichkeit

Obwohl Histaminintoleranz von der Symptomatik einer Allergie oder Autoimmunstörung ähnelt, handelt es sich im Grunde um eine Abbaustörung. Physiologisch wird Histamin im Darm von verschiedenen Enzymen gespalten – bei einer Histaminose ist dieser Abbau allerdings gestört, weil die Enzyme entweder nicht ausreichend vorhanden sind oder nicht effektiv genug arbeiten. Dadurch sammelt sich immer mehr und mehr Histamin im Körper an und es kommt zu unerwünschten Reaktionen.

Die Symptome treten üblicherweise schon nach dem ersten Verzehr histaminreicher Nahrung auf, häufig leiden schon Kinder unter den Beschwerden. Ein Ernährungstagebuch hilft bei einem ersten Verdacht die Symptome einzuordnen. Klarheit verschafft eine Laboruntersuchung mittels Histamin-Provokationstest. Hierzu wird das Blut und der Urin auf Histamin untersucht, dann eine 14-tägige histaminarme Diät verordnet und schließlich ein weiteres Blutbild sowie eine erneute Urinuntersuchung durchgeführt. Die Blutwerte zeigen bei positivem Befund einen zu hohen Histaminwert an.

Behandlung der Histaminintoleranz

Eine Histaminintoleranz wird zweistufig behandelt. Zum einen ist die Ernährungsumstellung auf eine weitestgehend histaminarme Diät wichtig. Zum anderen erfolgt meist eine medikamentöse Therapie, die allerdings von der Schwere der Symptomatik abhängt. Bei der medikamentösen Behandlung kommen vor allem Präparate zum Einsatz, die sowohl die Histaminfreisetzung erhöhen als auch schmerzregulierend wirken.

Auch aus alternativmedizinischer Sicht umfasst eine natürliche Behandlung in erster Linie den vollständigen Verzicht auf histaminreiche beziehungsweise histaminfreisetzende Lebensmittel.

Tipps bei Histaminintoleranz

Histaminintoleranz ist meist angeboren – Betroffene leiden in der Regel ihr Leben lang unter den Beschwerden. Wenngleich sich die Symptomatik entscheidend verbessern lässt, so kann die Abbaustörung nach wie vor nicht gänzlich geheilt werden. Wichtig ist laut Deutschem Allergie- und Asthmabund (DAAB) vor allem der Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen. Für eine abwechslungsreiche Diät gibt es inzwischen dank der hohen Prävalenz zahlreiche kreative Rezepte.

Zu den Lebensmitteln, die besonders wenig Histamin enthalten gehören:

  • Äpfel
  • Kirschen
  • Mango
  • Pfirsiche
  • Quark
  • Milchalternativen wie Reismilch, Hafermilch, Kokosmilch
  • Karotten
  • Kürbis
  • Gurken
  • Reis
  • Dinkelnudeln
  • Haferflocken
  • fangfrischer Fisch

Frauen wird besonders häufig ein histaminfreies Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbeugung von Eisenmangel empfohlen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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