Auch nicht bereits vorgereifte Avocados werden schnell zu Hause reif: Bei Zimmertemperatur einfach zusammen mit einem Apfel in ein Tuch einwickeln. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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Die Avocado gehört zu den histaminreichen Lebensmitteln und wird bei einer Histaminintoleranz häufig nicht vertagen (Symbolbild).

Histaminintoleranz

Symptome bei Histaminintoleranz: Ursachen, Ernährung und Diagnose bei einer Unverträglichkeit

  • Laura Knops
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Die Histaminintoleranz ist eine Unverträglichkeit, deren Ursachen und Symptome vielfältig sind. Wichtige Informationen zu den Symptomen gibt es hier.

  • Die Ursachen einer Histaminintoleranz
  • Symptome, die auf eine Unverträglichkeit schließen
  • Auswirkungen auf die Ernährung

München – Bei einer Histaminintoleranz vertragen Betroffene, das in vielen Lebensmitteln enthaltene Histamin nicht. Doch Histamin, welches zu den biogenen Aminen gehört, kommt in geringer Konzentration in fast jedem Nahrungsmittel vor. Sie sind wichtig für den Ab- und Umbau von Protein (Eiweiß), für den Blutdruck und fördern die Verdauung im Magen-Darm-Trakt. Reagieren betroffene Personen auf diese biogenen Amine mit unangenehmen Beschwerden, spricht man von einer Histaminintoleranz (HIT).

Histaminintoleranz: Das steckt hinter der Unverträglichkeit

Grundsätzlich handelt es sich bei der Histaminintoleranz um eine Unverträglichkeit, weshalb sie unter Experten nicht als „echte“ Allergie eingestuft wird. Grund hierfür: Das Immunsystem ist, anders als bei einer Allergie, nicht an der Unverträglichkeitsreaktion beteiligt. Stattdessen reagiert der Organismus auf eine zu große Menge Histamin, die zum Beispiel über die Nahrung aufgenommen wird. Doch was steckt hinter der Unverträglichkeit?

Wer eine Histaminunverträglichkeit entwickelt und wer nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielen vor allem die Ernährung und die Menge der verzehrten histaminreichen Lebensmittel eine Rolle. Zudem leiden Betroffene häufig unter einem Mangel des Enzyms Diaminoxidase(DAO), das im Körper für den Histaminabbau verantwortlich ist. Neben einem Enzymmangel können auch stark histaminhaltige Lebensmittel, die Einnahme weiterer biogener Amine (wie Serotonin) oder eine Entzündung der Magen-Darmschleimhaut, allergieähnliche Symptome provozieren.

Histaminintoleranz: Typische Symptome

Bei einer Histaminintoleranz leiden Betroffene unter verschiedenen Symptomen, die häufig auch bei anderen Unverträglichkeiten und Erkrankungen auftreten. Bei einem Ausschluss von anderen Allergien und Unverträglichkeiten deuten diese Symptome auf eine Histaminintoleranz hin:

  • Magen-Darm-Trakt: Erbrechen und Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl sowie Bauchschmerzen un -krämpfe
  • Plötzlich auftretende Rötungen im Gesicht
  • Entzündungen der Bindehaut des Auges sowie gerötete und tränende Augen
  • Reaktionen der Haut wie Nesselsucht (Quaddeln), Schwellungen, Juckreiz und Ekzeme
  • Histaminvermittelte Störungen des Herz-Kreislauf-Systems in Form von Schwindel, Herzrasen, Blutdruckproblemen und Herzrhythmusstörung
  • Muskel- und Gelenkschmerzen

Meist sind die Symptome bei einer Histaminintoleranz sehr unspezifisch - eine genaue Diagnose kann nur der Facharzt stellen. Mithilfe eines Provokationstest kann der Arzt die Beschwerden besser einordnen und andere Unverträglichkeiten ausschließen.

Histaminintoleranz: Psychische Beschwerden möglich

Was viele nicht wissen: Das zentrale Nervensystem, die Psyche und das Gehirn sind ebenfalls von einer Histaminintoleranz betroffen. Zu den häufigsten Symptomen gehören Kopfschmerzen, Migräne, Cluster-Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sowie Schlafstörungen. Eine Histaminintoleranz kann unter Umständen auch zu nervösen Zuständen und Angstattacken führen. Die hier aufgezählten Symptome sind unspezifisch und können auch auf andere Unverträglichkeiten oder Krankheiten deuten.

Histaminintoleranz: Diese Auswirkungen hat die Ernährung

Die Ernährung und Diät der betreffenden Person spielen bei einer bestehenden Histaminintoleranz eine große Rolle. Zur Behandlung der Symptome wird geraten, auf Alkohol und insbesondere auf Rotwein zu verzichten. Außerdem ist es empfehlenswert, eine Reihe von weiteren Lebensmitteln vom Ernährungsplan (PDF) zu streichen.

Laut Experten des Instituts für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München (TU München) gehören dazu Avocado, reife Bananen, lang gereifte Käsesorten, fermentiertes Gemüse (Kimchi, eingelegte Gurken, Sauerkraut), Sauerteigbrot, geräucherter Fisch, fermentierte Sojaprodukte (Miso, Tempeh) und viele Essig- und Wurstsorten. Im Grunde sollten vorerst alle Lebensmittel mit einem bakteriellen Reifeprozess sowie verschieden Obst- und Gemüsesorten gemieden werden.

Histaminintoleranz: Auf den eigenen Körper hören

Die Stärke der Histaminintoleranz und die damit einhergehenden Symptome sind von Person zu Person unterschiedlich. Nicht jeder Betroffene muss Histamin vollständig vom Speiseplan streichen, manche vertragen beispielsweise kleine Mengen des Histamins. Hören Sie auf Ihren Körper und testen Sie aus, welche Nahrungsmittel Sie zu sich nehmen können.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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