1. 24vita
  2. Allergien & Unverträglichkeiten
  3. Unverträglichkeiten
  4. Laktoseintoleranz

Behandlung von Laktoseintoleranz: Wie sinnvoll sind Laktase-Tabletten?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmina Deshmeh

Drei runde weiße Tabletten liegen in einer geöffneten Hand (Symbolbild).

Laktasetabletten enthalten das Enzym Laktase, das bei einer Laktoseintoleranz nicht mehr ausreichend im Körper gebildet wird, und sollen Laktose für Betroffene verdaulicher machen (Symbolbild). © imago images / agefotostock

Bei einer Laktoseintoleranz funktioniert die Spaltung von Milchzucker im Dünndarm nicht oder nicht mehr ausreichend und es kommt zu Verdauungsbeschwerden. Laktase-Tabletten können helfen, sollten aber die Ausnahme bleiben.

München – Wenn es nach dem Verzehr von Milch, Quark oder Käse im Bauch grummelt und zwickt, kann eine Laktoseintoleranz dahinterstecken. Normalerweise wird der Zweifachzucker Laktose durch das Enzym Laktase, das in der Schleimhaut des Dünndarms vorkommt, in die Bestandteile Glukose und Galaktose gespalten und anschließend von den Darmzellen aufgenommen. Bei Menschen mit der Nahrungsmittelunverträglichkeit ist die Aktivität des Enzyms eingeschränkt. Wird die Laktose nicht mehr ausreichend gespalten, gelangt sie in den Dickdarm, wo sie von Bakterien der Darmflora verstoffwechselt wird. Die dabei entstehenden Gase und kurzkettigen Fettsäuren können zu Blähungen, Völlegefühl und Durchfällen führen. Im Handel sind verschiedene Laktase-Präparate erhältlich, die Beschwerden beim Verzehr von Laktose mindern sollen. Warum Betroffene sie aber nur in Ausnahmefällen einnehmen sollten.

Behandlung von Laktoseintoleranz: Der vollständige Verzicht auf Laktose ist nur selten nötig

Wer an einer Laktoseintoleranz leidet, sollte die Verträglichkeit von Milchzucker austesten (zum Beispiel mit Hilfe eines Symptomtagebuchs) und je nach persönlicher Toleranzschwelle mit Unterstützung einer geschulten Ernährungsfachkraft seine Ernährung anpassen. Wie empfindlich Betroffene auf welche Mengen Laktose reagieren ist nach Angaben des Allergieinformationsdienstes des Helmholtz Zentrum München individuell verschieden und auch davon abhängig, wie schnell Laktose in den Dickdarm gelangt. Beispielsweise erhöhen Fett, Eiweiß und Ballaststoffe die Verweildauer im Magen, während Zucker und Flüssigkeit sie verkürzen.

Anders als bei einer Milcheiweißallergie ist es bei einer Laktoseintoleranz nur in wenigen (schweren) Fällen notwendig, Laktose komplett zu meiden. Da Milchprodukte ein wichtiger Kalziumlieferant sind, wäre das auch nur bei einem entsprechenden pflanzlichen Ersatz sinnvoll. Einige gereifte Milchprodukte wie bestimmte Käsesorten und Sauermilchprodukte enthalten zudem keine oder kaum Laktose und können bedenkenlos verzehrt werden. Eine Alternative bilden auch laktosefreie Lebensmittel, denen durch Zugabe des Enzyms Laktase der Milchzucker entzogen wurde.

Behandlung von Laktoseintoleranz: Laktase-Tabletten nur in Ausnahmefällen einnehmen

In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch und einer Einladung zum Essen, können auch in Drogerien und Apotheken erhältliche Laktase-Tabletten helfen. Allerdings muss ihre Dosierung individuell angepasst werden und ist damit nicht ganz unkompliziert. Sie hängt zum einen davon ab, wie viel Laktose Betroffene vertragen und zum anderen, wie viel Milchzucker im jeweiligen Essen enthalten ist. Bei einer falschen Dosierung funktionieren die Laktase-Präparate nicht. Auch sollte ihre Anwendung mit einem Arzt abgestimmt werden, da sie ins natürliche Verdauungssystem eingreifen.

Die Deutsche Gastro-Liga weist außerdem darauf hin, dass die Wirkung von Laktase-Mitteln von weiteren Faktoren abhängt:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant