Ein Teller mit Pommes frites und Currywurst steht auf einem Holztisch (Symbolbild).
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Pommes frites und Wurst können Bestandteile von Milch enthalten und Allergikern Probleme bereiten (Symbolbild).

Immer Zutatenliste beachten

Laktoseintoleranz und Milcheiweißallergie: Vorsicht, diese Nahrungsmittel beinhalten Milch

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Milcheiweißallergiker und Laktoseintolerante sollten Lebensmittel mit Milchbestandteilen meiden. Allerdings stecken Laktose und Milcheiweiß auch in Lebensmitteln, von denen man es nicht erwarten würde.

  • Wer von einer Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie betroffen ist, sollte milchhaltige Lebensmittel meiden
  • Bestandteile von Milch verbergen sich jedoch auch in Lebensmitteln, von denen man es nicht erwarten würde
  • Verschiedene Bezeichnungen auf der Zutatenliste können auf Milchbestandteile hinweisen

Berlin – Wer an einer Milcheiweißallergie oder Laktoseintoleranz leidet, sollte milchhaltige Lebensmittel meiden. Während bei Laktoseintoleranz die Laktose (Milchzucker) oft bis zu einer gewissen Toleranzmenge vertragen wird, reagieren Menschen bei einer Milcheiweißallergie oft schon auf kleinste Mengen des Proteins mit teils starken Reaktionen. Wer keine Milch verträgt, sollte sich deshalb die Zutatenliste von Lebensmitteln ganz genau anschauen. Denn oft verstecken sich Bestandteile von Milch in Produkten, von denen man es nicht erwarten würden.

Milch in Lebensmitteln: Laktose und Milcheiweiß sind häufiger Bestandteil von Fertigprodukten

Laktose ist ein günstiger Zusatzstoff, der aufgrund einiger praktischer Eigenschaften häufig als Zutat in Fertigprodukten vorkommt. So wird Laktose wegen ihrer hohen Wasserbindungsfähigkeit beispielsweise oft als Bindemittel eingesetzt. Nahrungsmittel wie Joghurt gewinnen so an Festigkeit, Gewicht und Volumen ohne, dass die Kalorienmenge zunimmt. Besonders oft wird der Milchzucker deshalb fettreduzierten Lebensmittel zugesetzt. Darüber hinaus dient er oft als Geschmacksträger für Aromen und Geschmacksverstärker und verleiht Fertigbackwaren eine appetitliche Farbe.

Auch Milcheiweiß (Molkeeiweiß oder Casein) wird gerne als Bindemittel in fertigen Lebensmitteln wie Backwaren, Salatsoßen und Süßigkeiten eingesetzt. Problematisch ist das vor allem bei einer Milcheiweißallergie, bei der es oft schon beim Verzehr kleinster Mengen zu einer Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers und Symptomen wie Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschlag, Neurodermitis und Luftnot kommt. Wer allergisch auf das kuhmilchspezifische Molkeeiweiß reagiert, kann auf Ziegenmilch oder Schafmilch ausweichen. Wie die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) verweist, werden manchmal auch hocherhitzte Kuhmilchprodukte vertragen. Allergiker, die gegen Casein allergisch sind, müssen dagegen alle milchhaltigen Lebensmittel meiden.

Nicht immer sind Laktose und Milcheiweiße als solche auf der Zutatenliste klar erkennbar. So können sich Milchbestandteile hinter folgenden Bezeichnungen verbergen:

  • Milchpulver
  • Molke und Molkepulver
  • Milcheiweiß bzw. Milchprotein
  • Milchzucker bzw. Laktose
  • Molkeeiweiß bzw. Molkeprotein
  • Kasein bzw. Kaseinate
  • Lactalbumin
  • Lactoglobulin
  • Laktokasein
  • Sahne
  • Rahm

1. Milch in Lebensmitteln: Vorsicht bei Wurstwaren wie Leberwurst, Fleischwurst und Bockwurst

Milch in Wurst? Das ist tatsächlich keine Seltenheit. Wer gegen Milcheiweiß allergisch ist, sollte alle abgepackten Wurstwaren vor dem Verzehr auf ihre Zutaten überprüfen. Häufig ist Milcheiweiß in Brühwurst wie Bierschinken, Würstchen, Mortadella, Bockwurst, Wiener Würstchen, Bratwurst, Leberwurst und Fleischwurst enthalten. Frei von Milcheiweiß sind dagegen meist Rohwürste wie Salami, Cervelatwurst, Mettwurst und Teewurst sowie roher und gekochter Schinken, Bratenaufschnitt (Kassler, Puste, Schweinebraten) und Kochwurst (z.B. Sülze). Um sicher zu gehen, sollten Allergiker aber auch hier immer die Zutatenliste lesen oder an der Wursttheke alle Inhaltsstoffe erfragen.

2. Milch in Lebensmitteln: Vorsicht bei Pommes frites, Kroketten und Kartoffelpüree

Laktose und Milcheiweiß stecken in vielen Tiefkühlwaren, Konserven und Trockenprodukten. So enthalten beispielsweise Pommes, Kroketten, Pizza und Ofen-Baguette Milchzucker, da dieser die Lebensmittel bei Hitze schneller bräunen und damit knuspriger aussehen lässt. Milchzucker wird hingegen als günstiges und fast geschmacksneutrales Füllmittel in Fisch-, Fleisch- und Gemüsekonserven sowie Tiefkühlfleisch beigemischt. Laktose verleiht Tiefkühlgemüse zudem eine cremige Konsistenz.

3. Milch in Lebensmitteln: Vorsicht bei Toastbrot und Knäckebrot

Auch viele Fertig-Backwaren wie Toast-Brot, Knäckebrot und Zwieback enthalten oft Laktose für einen besseren Bräunungsgrad. Auch in Fertigbackmischungen, Fertigkuchen, Waffeln, Keksen, Crackern, Hefeteig und Müsli ist meist Milchzucker enthalten.

4. Milch in Lebensmitteln: Vorsicht bei Gewürzmischungen, Ketchup und Senf

Laktose als Trägerstoff von Aromen wird häufig als Geschmacksverstärker in Gewürzmischungen, Fertigsoßen, Tütensuppen und Salatdressings eingesetzt. Allerdings ist die darin enthaltene Menge in der Regel bei einer Laktoseintoleranz nicht von Bedeutung. Auch Ketchup, Senf und Pesto können Laktose enthalten.

5. Milch in Lebensmitteln: Vorsicht bei Margarine

Während Butter als cholesterinhaltiger Übeltäter in Verruf gekommen ist, gilt die vermeintlich pflanzliche Margarine als deutlich bekömmlicher. Was viele nicht wissen: Aus Geschmacksgründen enthält auch das industriell hergestellte Streichfett häufig Milchbestandteile. Milcheiweißallergiker sollten deshalb auf milcheiweißfreie Alternativen achten. Zudem enthält Butter kaum Laktose und nur wenig Milcheiweiß, weshalb sie meist auch bei Laktoseintoleranz und in einigen Fällen auch bei Milcheiweißallergie vertragen wird.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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