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Veganer Joghurt bei Laktoseintoleranz: Häufig voller Zusatzstoffe

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Von: Jasmina Deshmeh

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Ein blauer Löffel steckt in einem Joghurtbecher (Symbolbild).
Eine Laktoseintoleranz, Milcheiweißallergie oder Tierwohl: Gründe, veganen Joghurt zu essen gibt es viele. Doch einige enthalten viele Zusatzstoffe (Symbolbild). © imago images / photothek

Vegane Joghurt-Alternativen sind beliebt. Ein Produkt-Check der Verbraucherzentrale zeigt jedoch: Der Blick auf die Zutatenliste lohnt sich. Denn einige Produkte enthalten viele Zusatzstoffe.

Bremen – Eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), eine Milcheiweißallergie oder zum Wohle der Tiere: Gründe, keine Milchprodukte zu verzehren, gibt es viele. Neben Haferdrinks, Reismilch und Mandelmilch sind auch vegane Joghurts zunehmend im Trend. Doch was steckt eigentlich drin, in den fermentierten joghurtähnlichen Produkten? Die Verbraucherzentrale Bremen ist dieser Frage nachgegangen und hat 21 pflanzliche Joghurtalternativen auf ihre Inhaltsstoffe und Kennzeichnung untersucht.

Veganer Joghurtersatz: Hersteller dürfen Produkt nicht „Joghurt“ nennen

Der Produktname „Joghurt“ ist, wie bei den meisten Milchprodukten, laut den Verbraucherschützern rechtlich geschützt und darf deshalb nicht für veganen Joghurtersatz genutzt werden. Einige Hersteller greifen deshalb auf Lösungen wie „Sojaghurt“ oder „Cashewghurt“ zurück, die zumindest an „Joghurt“ erinnern. Das gilt auch für die Aufmachung. Die Bezeichnung des Lebensmittels ist nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung eine Pflichtangabe und soll die wichtigsten Eigenschaften eines Lebensmittels beschreiben. Die Hersteller wählten hier zum Beispiel „fermentiertes Sojaerzeugnis“.

Die meisten veganen Joghurtalternativen werden auf Basis von fermentierten Sojabohnen hergestellt, auch wenn viele Hersteller damit nicht werben. Andere Produkte haben Kokos oder Cashewkerne als Grundlage, ein veganer Joghurt wird auf Mandel- bzw. Lupinenbasis produziert. Auch vegane Joghurtalternativen auf Hafer-, Reis- oder Hanfsamenbasis sind mittlerweile auf dem Markt.* Ein Kritikpunk der Verbraucherschützer: Dass die Joghurtalternativen vegan sind, erfahren Verbraucher teilweise erst auf der Rückseite.

Veganer Joghurtersatz: Viele Produkte enthalten Zusatzstoffe

Die Untersuchung der veganen Joghurtalternativen zeigt, warum es sich lohnt, die Zutaten genauer unter die Lupe zu nehmen: Nur zwei Produkte enthalten mit Wasser, Soja und Joghurtkulturen eine überschaubare Zutatenliste. Andere Joghurtalternativen enthalten dagegen viele Zusatzstoffe, wie:

Teilweise umfasste die Zutatenliste bis zu 15 Inhaltsstoffe. Die gute Nachricht dagegen: In Bezug auf die Makronährstoffe schnitten die veganen Joghurtersatzprodukte überwiegend gut ab und sind bezüglich ihre Fettgehalts und Proteinanteils etwa mit fettreduziertem Naturjoghurt zu vergleichen. Fettreicher waren nur die Kokosprodukte bzw. der Joghurtersatz auf Lupinenbasis, die viele gesättigte Fettsäuren enthalten.

Veganer Joghurtersatz: Wenig natürliche Vitamine

Um an die Nährwerte von Kuhmilch heranzukommen, wurden zudem einige vegane Joghurtalternativen mit mit Calcium, Vitamin D und Vitamin B-12 angereichert. Alle anderen Produkte waren hingegen hinsichtlich dieser Mikronährstoffe nicht mit einem Naturjoghurt zu vergleichen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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