Intoleranzen erkennen und behandeln

Doppelte Belastung bei Laktose- und Fructoseintoleranz: Das hilft bei Multi-Intoleranzen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Einige Menschen reagieren nicht nur auf ein Nahrungsmittel mit Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen, sondern gleich auf mehrere - sie leiden unter Multi-Intoleranzen.

München – Wer nach dem Essen unter Verdauungsbeschwerden und Bauschmerzen leidet, verträgt möglicherweise bestimmte Nahrungsmittel nicht. Doch Betroffene sind mit ihrem Leid nicht allein, denn in Deutschland reagiert jeder Fünfte mittlerweile auf Nahrungsbestandteile empfindlich - Tendenz steigend. Zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählen hierzulande Laktose- oder Fructoseintoleranzen. Diese machen jedoch nicht nur getrennt betroffenen Menschen das Leben schwer, sondern können auch in Kombination für heftige Beschwerden sorgen. Reagiert der Körper sowohl auf verschiedene Obst- und Gemüsesorten als auch auf Milchprodukte und verarbeitete Lebensmittel, kann eine Multi-Intoleranz dahinterstecken.

Doppelte Belastung bei Laktose- und Fructoseintoleranz: Ursachen liegt im Darm

Warum genau manche Menschen gleich auf mehrere Nahrungsmittel empfindlich reagieren, ist bisher nur unzureichend geklärt. Mediziner vermuten jedoch, dass bei Multi-Intoleranzen die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät. Schuld daran könnten Zusatzstoffe in der Nahrung, Medikamente wie Antibiotika oder ein schwerer Magen-Darm-Infekt sein. Ist die Darmschleimhaut einmal angegriffen, beeinträchtigt dies die natürliche Darmfunktion. So wird der Darm einerseits durchlässiger für Nährstoffe und Bakterien, andererseits werden Verdauungsvorgänge eingeschränkt.

Bei einer Fructose- oder Laktoseintoleranz kann der Dünndarm bestimmte Zuckerstoffe nicht oder nur teilweise verwerten. Der Zucker gelangt dadurch unverdaut in den Dickdarm, wo Bakterien ihn zersetzen. Bei diesem Prozess entstehen Gase wie Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff. Diese können zu unangenehmen Verdauungsbeschwerden führen.

Doppelte Belastung bei Laktose- und Fructoseintoleranz: Typische Beschwerden bei Multi-Intoleranzen

In der Regel treten die Symptome kurz nach dem Essen auf. Zu den typischen Beschwerden bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit gehören:

  • Übelkeit und Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen und Krämpfe
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Durchfall

Bei einer Fructose- und Laktoseintoleranz ist der Darm meist besonders betroffen. Daneben können aber auch Beschwerden wie Konzentrationsstörungen, Schwindel, Müdigkeit und Schlafstörungen vorkommen. Häufig leiden Patienten zudem unter einer depressiven Verstimmung und Antriebslosigkeit.

Doppelte Belastung bei Laktose- und Fructoseintoleranz: Diagnose der Multi-Intoleranzen

Bei Verdacht auf eine Fructose- oder Laktoseunverträglichkeit müssen Betroffene ihr Essverhalten genau unter die Lupe nehmen. Dabei kann ein Symptomtagebuch helfen, erste Zusammenhänge herauszufinden. Zur Diagnose einer Zuckerunverträglichkeit (Fruktose, Laktose, Saccharose, Zuckeralkohole wie Sorbit oder Xylit) kann der Arzt nach einer ausführlichen Anamnese zudem einen Atemtest durchführen, bei dem die Konzentration von Wasserstoff in der Atemluft gemessen wird.

Doppelte Belastung bei Laktose- und Fructoseintoleranz: Das hilft bei Multi-Intoleranzen

Wer unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet, muss seinen Speiseplan entsprechend anpassen. Mit der steigenden Zahl der Intoleranzen wird das allerdings immer schwieriger. Denn überall lauern kritische Inhaltsstoffe. Meist vertragen Betroffene trotz Unverträglichkeit eine kleine Menge Milch- und Fruchtzucker. Wie viel muss jeder selbst herausfinden. Generell vertragen Laktoseintolerante laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum Münchens jedoch Sauermilchprodukte wie Naturjoghurt besser als Milch, auch Joghurt und Käse mit einem hohen Fettgehalt ist meist bekömmlicher.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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