Sogar Milch lässt sich einfrieren – sowohl in der Packung als auch in einer Tupperbox. Bei Milchprodukten sollten Sie generell darauf achten, sie langsam bei Zimmertemperatur aufzutauen und nicht etwa in einem Kochtopf.
+
Laktoseintoleranz – Häufig treten die Beschwerden schon kurze Zeit nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten auf (Symbolbild).

Laktoseintoleranz richtig behandeln

Diagnose und Behandlung bei Laktoseintoleranz: Symptome, Test, Tabletten – wann Sie zum Arzt sollten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, sollte den Verzehr von Milch und Milchprodukte reduzieren - doch ein vollständiger Verzicht ist nicht immer notwendig. Alles zu Diagnose, Tests und Behandlung.

  • Was hinter der Diagnose Laktoseintoleranz steckt
  • Mit diesen Test wird auf eine bestehende Laktoseintoleranz geprüft
  • Die zuverlässige Behandlung einer Laktoseintoleranz

Bonn – Bei einer Laktoseintoleranz, auch Milchzuckerunverträglichkeit, reagieren Betroffene auf den in Milch enthaltenen Milchzucker (Laktose). Nehmen sie Nahrungsmittel mit Milch zu sich, sind Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Bauchschmerzen die Folge. In seltenen Fällen leiden Patienten zudem unter unspezifischen Symptomen wie Akne, Kreislaufproblemen, Schlafstörungen bis hin zu depressiven Verstimmungen. Häufig werden diese Beschwerden daher nicht mit einer Lebensmittelunverträglichkeit in Verbindung gebracht.

Besteht der Verdacht, dass eine Laktoseintoleranz vorliegt, sollten Betroffene die Beschwerden ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen. Nur mithilfe einer genauen Diagnose und einem speziellen Test können die Beschwerden langfristig verhindert werden. Welche Testverfahren in der Diagnose zur Verfügung stehen und was die beste Behandlung bei Laktoseintoleranz ist, erfahren Sie hier.

Diagnose Laktoseintoleranz: Ernährungstagebuch und Selbsttest zur Laktoseintoleranz

Treten typische Symptome wie Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten auf, kann dies auf eine Unverträglichkeit hindeuten. Typische Symptome einer Laktoseintoleranz sind:

Erste Hinweise auf eine bestehende Laktoseintoleranz gibt ein Ernährungstagebuch. Bestätigt wird die Vermutung, sobald sich die Beschwerden bessern oder sogar verschwinden, wenn auf Milchzucker verzichtet wird.

Wer eine Laktoseintoleranz bei sich vermutet, dem kann eine Ernährungsumstellung helfen. Dabei sollte im ersten Schritt eine Woche Milchzucker vom Speiseplan verschwinden. Dabei müssen Betroffene auf Milch genauso wie milchzuckerhaltige Lebensmittel, wie zum Beispiel Joghurt, Sahne, Quark und die meisten Süßigkeiten, verzichten. Nach einer einwöchigen Karenz-Phase (Verzicht) werden milchzuckerhaltige Speisen wieder in die Ernährung integriert. In diesem Ablauf werden die Werte genauestens protokolliert, um herauszufinden, ob die Beschwerden auf eine Laktoseintoleranz zurückzuführen sind. Das Ernährungstagebuch dient in der Regel als Vorbereitung auf eine professionelle Untersuchung durch einen Arzt.

Diagnose Laktoseintoleranz: Welche Tests gibt es

Die Beschwerden bei einer Laktoseintoleranz sind sehr spezifisch und können von Mensch zu Mensch variieren. Wer eine Milchzuckerunverträglichkeit bei sich vermutet, sollte daher rechtzeitig einen Arztbesuch einplanen. Von einer Selbstdiagnose ist unbedingt abzuraten. Bei einem ersten Gespräch (Anamnese) macht der Arzt sich ein genaues Bild über Krankengeschichte und Leidensweg des Patienten. Erst danach kann er mithilfe verschiedener Tests eine genaue Diagnose stellen.

Der Atemtest gehört zu den zuverlässigsten und schnellsten Tests bei der Diagnose einer Laktoseintoleranz. Im Testverfahren wird der H2-Gehalt (Wasserstoff-Gehalt) im Atem bei nüchternem Magen gemessen. Anschließend bekommt der Patient eine Milchzucker-Testlösung bereitgestellt und mehrere Stunden wird der Atemtest wiederholt. Bei einer Laktoseintoleranz entsteht eine vergrößerte Menge an Wasserstoff im Darm durch den Abbau von Laktose. Sobald der Wasserstoffgehalt über 10 µm liegt, wird von einer Laktoseintoleranz ausgegangen.

Diagnose Laktoseintoleranz: Weitere Tests im Überblick

Eine weitere Möglichkeit zur Diagnose einer Laktoseunverträglichkeit ist der Bluttest. Hier wird der Blutzuckergehalt nach der Einnahme von Milchzucker gemessen. Dabei wird geprüft, ob die Laktose in einfache Zuckerformen gespalten wird. Das Enzym Laktase führt bei einer Spaltung zu einem erhöhten Zuckergehalt im Blut. Zur Feststellung einer Milchzuckerunverträglichkeit steht zudem der Gentest zur Verfügung. Hier wird ein Abstrich der Wangenschleimhaut des Patienten genommen. Die Auswertung erfolgt anschließend im Labor. Dieser Laktose-Toleranz-Test eignet sich vor allem für Kinder, da er lediglich ein Indiz dafür ist, ob die Testperson einen Laktasemangel im Laufe ihres Lebens entwickelt.

Behandlung der Laktoseintoleranz: Ernährungsumstellung und Probiotika

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, muss möglichst Milch und Milchprodukte vom Speiseplan streichen. Doch nicht nur Joghurt, Quark und Käse enthalten Laktose, auch vielen verarbeiteten Lebensmitteln, Fertigprodukten und Süßigkeiten ist Milch häufig zugesetzt. Patienten sollten sich daher ausreichend informieren, welche Nahrungsmittel Laktose enthalten und welche nicht. Denn eine laktosearme Diät ist meist die einzige Möglichkeit, die unangenehmen Beschwerden zu verhindern.

Wie viel Laktose ein Patient verträgt, ist meist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche vertragen kleine Mengen Laktose, während bei anderen schon spuren zu Problemen führen. Betroffene sollten daher selbst herausfinden, wo ihre persönliche Toleranzgrenze liegt. Ein völliger Verzicht ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Doch ist eine laktosearme Diät nicht möglich – bei einer Einladung oder auf Reisen – können Medikamente aus der Apotheke wie Laktase-Präparaten und Laktase-Tabletten  Verdauungsbeschwerden verhindern. Diese unterstützen den Körper beim Abbau des Milchzuckers. Mittlerweile stehen Betroffenen zudem immer mehr „laktosefreie“ Produkte zur Verfügung.

Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sollten Patienten folgende Lebensmittel meiden:

Lebensmittel mit viel LaktoseLebensmittel ohne Laktose
Milch (Kuh, Ziege, Schaf)Manche Käsesorten
Buttermilch, Kefir, JoghurtGemüse und Obst
Quark, MilchmixgetränkeFleisch und Fisch
Pudding, Desserts und SüßigkeitenEier und Getreide
Grieß- und ReisbreiGetränke ohne Milch
Frisch- und HüttenkäseMilchersatzprodukte

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren