Hafermilch steht in einer Glaskanne neben Haferkörnern und einem Getreidesack auf einem hölzernen Untergrund (Symbolbild).
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Hafermilch eignet sich als Milchersatz bei Allergien und Unverträglichkeiten und hat dabei auch noch eine gute Ökobilanz (Symbolbild).

Ernährung bei Unverträglichkeiten

Milchaltersatz bei Laktoseintoleranz: Wie gesund ist Hafermilch?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Hafermilch eignet sich als Milcheralternative bei Laktoseintoleranz und Milcheiweißallergie. Und auch bei Veganern und Menschen, die Kuhmilch bewusst meiden wollen, liegt der Pflanzendrink im Trend. Doch ist er auch gesund?

Frankfurt am Main – Gründe, auf Kuhmilch zu verzichten, gibt es viele. Manche Menschen vertragen Milchzucker (Laktose) nicht, sodass es nach dem Verzehr zu Verdauungsbeschwerden wie Durchfällen, Blähungen und Bauchschmerzen kommt. Bei anderen reagiert der Körper aufgrund einer Milcheiweißallergie überempfindlich auf die eigentlich harmlosen Milcheiweiße. Und wieder andere zweifeln ihren gesundheitlichen Nutzen an oder sehen in ihr sogar eine Gefahr für die Gesundheit und weisen auf das mit der Produktion verbundene Tierleid hin. Egal ob gesundheitliche oder ethische Gründe: Hafermilch ist in den meisten Fällen eine gute Alternative.

Milchalternativen bei Laktoseintoleranz: Wie gesund ist Hafermilch?

Streng genommen darf Hafermilch nicht als solche bezeichnet werden, denn der Begriff „Milch“ darf nach EU-Recht nur für tierische Erzeugnisse von Kuh, Schaf, Ziege und Pferd genutzt werden. Nur für Kokosmilch gelten Ausnahmen. Im Handel wird Hafermilch deshalb meist als „Haferdrink“ oder „Hafergetränk“ angeboten.

Hafermilch eignet sich sowohl für den Kaffee als auch zum Kochen und Backen. Sie ist frei von Laktose und Milcheiweiß und damit eine gute Alternative zu Kuhmilch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Milcheiweißallergie. Bei einer Zöliakie oder einer Glutenunverträglichkeit ist der Drink allerdings nicht verträglich. Im Vergleich zu Soja- und Mandelmilch ist Hafermilch geschmacklich relativ neutral, hat aber ein leichtes Getreide-Aroma. Sie lässt sich sogar für Cappuccino aufschäumen. Doch was steckt drin im Pflanzendrink und wie gesund ist er?

Im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Milchalternativen ist Hafermilch relativ ballaststoffreich und kalorienhaltig, denn beim Herstellungsprozess wird die Getreidestärke in Zucker umgewandelt. Aus diesem Grund sättigt sie gut und kurbelt zugleich die Verdauung an.

Zugleich ist der Pflanzendrink aber recht nährstoffarm, wie das Verbrauchermagazin Öko-Test verweist, da durch die industrielle Verarbeitung einige der Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente des Hafers verloren gehen. Neben Hafer enthält Hafermilch meist noch Öl als Emulgator und Salz, das den Geschmack verstärken soll. Es spricht also nichts dagegen, den Drink regelmäßig als Milchersatz zu nutzen. Für Säuglinge ist Hafermilch laut einer US-Studie allerdings nicht geeignet, da ihr wichtige Proteine und das für die kindliche Entwicklung wichtige Vitamin B12 fehlen. Bei Allergien und Unverträglichkeiten sollten sich Eltern vom Kinderarzt beraten lassen, bevor sie Kindern Pflanzenmilch anbieten.*

Milchalternativen bei Laktoseintoleranz: Hafermilch hat bessere Ökobilanz als Kuhmilch

Und noch einen Vorteil hat Hafermilch gegenüber Kuhmilch: Sie hat eine bessere Ökobilanz. Denn nach wie vor verursacht die Milchproduktion große Mengen Treibhausgase. Meist kommt der Hafer für die Hafermilch aus Deutschland oder anderen Teilen Europas (im Supermarkt auf das Herkunfts- bzw. Produktionsland achten) und wird biologisch angebaut. Denn Hafer ist nach Angaben von Öko-Test resistent gegen Unkraut und benötigt deshalb keine oder kaum Pestizide.

Anders als Mandelmilch benötigt die Herstellung von Hafermilch auch deutlich weniger Wasser. Für Mandelmilch werden zudem häufig kalifornische Mandeln verarbeitet, die weite Transportwege hinter sich haben. Gleiches gilt für Sojabohnen, für deren Anbau leider nach wie vor große Flächen Regenwald gerodet werden.

Eine Untersuchung von Öko-Test zeigt zudem: Viele Haferdrinks sind frei von Gentechnik, Glyphosat oder bedenklichen Schwermetallen. Sie sind, anders als die meisten Sojadrinks, damit uneingeschränkt zu empfehlen. In Sojamilch konnten die Tester hingegen GVO-Spuren und zu hohe Nickelgehalte nachweisen.

Milchalternativen bei Laktoseintoleranz: So stellen Sie Hafermilch selber her

Wer auf Nummer sicher gehen und keine Zusatz- oder Konservierungsstoffe zu sich nehmen will, kann Hafermilch auch selbst herstellen. Denn dazu braucht es nicht mehr als Haferflocken und Wasser. Dazu:

  • Die Haferflocken für einige Stunden einweichen
  • Die Getreidemasse anschließen pürieren
  • Das Ganze durch ein Sieb gießen

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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