Es ist ein Glas Milch zu sehen (Symbolbild).
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Magermilchpulver steckt in zahlreichen Lebensmitteln (Symbolbild).

Ernährung bei Laktoseintoleranz

Versteckte Süßmacher: Magermilchpulver in Käse, Joghurt und Babynahrung – Vorsicht bei Laktoseintoleranz

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Magermilchpulver steckt in vielen Lebensmitteln - auch Produkte, von denen man es meist nicht vermutet, enthalten den Milchersatz. Für Menschen mit einer Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie kann Magermilchpulver jedoch schnell zum Problem werden.

München – In Fertigprodukte und Süßigkeiten, aber auch in Käse und Joghurt – Magermilchpulver steckt in vielen verarbeiteten Lebensmitteln. Der enthaltene Milchzucker verleiht vielen Produkten dabei nicht nur Süße, sondern ist auch eine günstige Alternative zu Milch und anderen Zutaten. Doch was ist Magermilchpulver eigentlich? Wie wird es hergestellt und wie gesund ist der Milchersatz?

Magermilchpulver: Wie wird Milchpulver hergestellt?

Magermilchpulver wird zwar aus Kuhmilch gewonnen, hat jedoch mit dem ursprünglichen Produkt meist nur noch wenig zu gemeinsam. Bei der Herstellung wird Magermilch in einem aufwendigen Verfahren erst getrocknet. Dabei wird der Milch vollständig die vorhandene Flüssigkeit entzogen. Da Milch zum größtenteils aus Wasser besteht - Vollmilch hat einen Wasseranteil von 87,5 Prozent - bleibt am Ende nur eine kleine Menge Pulver übrig. So werden für die Produktion von einem Kilogramm Trockenmilchpulver rund sechs bis sieben Liter Milch benötigt. Fügt man dem Milchpulver wieder Wasser zu, entsteht aus dem Milchpulver wieder eine milchige Flüssigkeit: die sogenannte Trockenmilch. Diese ist geschmacklich jedoch meist nicht mit herkömmlicher Milch zu vergleichen. (Laktoseintoleranz und Milcheiweißallergie: Vorsicht, diese Nahrungsmittel beinhalten Milch)

Magermilchpulver: In diesen Lebensmittel steckt Milchpulver

Magermilchpulver wird bei der Herstellung von zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln verwendet. In diesen Lebensmitteln steckt laut einer Analyse der Verbraucherzentrale häufig Magermilchpulver:

  • Milchprodukte wie Käse
  • Soßenbinder
  • Süßwaren wie Schokolade und Eis
  • Backwaren
  • Instant-Babymilch
  • Fertigprodukte

Auch in Kaffee-Vollautomaten und Instant-Kaffee wird frische Milch oft durch Milchpulver in Form von Kaffeeweißer ersetzt. Zudem verwenden Hersteller die Trockenmilch für die Produktion von gewichtsreduzierenden und besonders haltbaren Lebensmitteln, die vor allem in Katastrophengebieten wichtig sind.(Häufige Nahrungsmittelallergien: Diese Lebensmittel sind besonders allergen)

Magermilchpulver: Wie gesund ist der Milchersatz?

Magermilchpulver hat einen leicht süßlichen Geschmack. Aufgrund seines hohen Zuckeranteils - Milchpulver besteht zu einem großen Teil aus Milchzucker - ist es daher jedoch nicht gerade gesund. Bei der Herstellung des Trockenpulvers gehen zudem viele wichtige Vitamine verloren. Um den Verlust der Nährstoffe wieder auszugleichen, werden vielen Milchpulvern später wieder Vitamine zugefügt.

Während Magermilchpulver nur sehr wenig Fett besitzt, kann es einen hohen Eiweißgehalt vorweisen. Verglichen mit herkömmlicher Milch ist Vollmilchpulver deutlich länger haltbar. Bis zu sechs Monate nach der Herstellung kann das ohne Bedenken zubereitet werden. Noch länger genießbar ist nur das Magermilchpulver, welches sich bis zu drei Jahren hält.

Magermilchpulver: Vorsicht bei Laktoseintoleranz und Milcheiweißallergie

Problematisch ist der Zusatz für Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit. Wer unter einer Laktoseintoleranz oder Allergie gegen Milcheiweiß leidet, sollte Produkte mit Magermilchpulver daher unbedingt meiden. So ist der Laktosegehalt in Magermilchpulver besonders hoch.

Nehmen Betroffene die Trockenmilch zu sich, können Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen und Übelkeit die Folge sein. Patienten sollten daher besser auf Alternativen wie Mandel- oder Sojamilchpulver ausweichen. Menschen mit Laktoseintoleranz können zudem zu laktosefreiem Kaffeeweißer greifen. Auch für Babys, die keine Laktose vertragen, gibt es mittlerweile laktosefreies Milchpulver.

Magermilchpulver: Auch in Joghurt zu finden

Obwohl Betroffene Joghurt in der Regel gut vertragen, sind nicht alle Sorten bei einer Milchzuckerunverträglichkeit geeignet. Bei Joghurt ohne Milchpulver wird der natürlich enthaltene Milchzucker von den Milchsäurebakterien bereits zu einem großen Teil abgebaut. Vielen Joghurts wird jedoch bei der Herstellung Milchpulver zugesetzt, wodurch der Milchzuckeranteil im Produkt steigt. Am besten verträglich sind daher Naturjoghurts ohne jegliche Zusätze. Diese haben meist einen leicht säuerlichen Geschmack. (Kokos-Produkte: Gesunder Milch-Ersatz bei Laktoseintoleranz und Milcheiweißallergie?)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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