Bei einigen glutenfreien Produkten werden gängige glutenhaltige Getreidesorten wie Weizen durch Pseudo-Getreide wie Quinoa ersetzt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
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Bei vorliegender Zöliakie sollte zu glutenfreien Produkten gegriffen werden (Symbolbild).

Therapie und Ernährung bei Zöliakie

Behandlung von Zöliakie: Ernährung bei Glutenunverträglichkeit

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Zöliakie: Eine Ernährungsumstellung kann Betroffenen dabei helfen, beschwerdefrei zu leben. Alles zu Ursachen, Therapieansätze und Ernährung bei Zöliakie.

  • Bei einer Zöliakie handelt es sich um eine Glutenunverträglichkeit – die Autoimmunerkrankung wird dabei häufig mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit verwechselt.
  • Betroffene leiden bei einer Zöliakie häufig unter Bauchschmerzen, Durchfall und Nährstoffmangel.
  • Der Fokus der Zöliakie-Therapie liegt auf einer umfassenden Ernährungsumstellung.

Bonn – Zöliakie ist eine weit verbreitete chronische Krankheit die sowohl Kinder als auch Erwachsene betrifft. Die Magen-Darm-Erkrankung geht auf eine Glutenunverträglichkeit zurück und äußert sich vor allem in Form von Magenschmerzen, Durchfall und Mangelzustände. Dank voranschreitender medizinischer Erkenntnisse lässt sich Zöliakie inzwischen rasch diagnostizieren und behandeln.

Ernährung bei Zöliakie: Was darf ich essen?

Die einzig wirksame Therapie bei einer Zöliakie, ist eine strikte Ernährungsumstellung. Dabei müssen Betroffene ohne Ausnahme auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten. Vor allem in den letzten Jahren hat die Auswahl glutenfreier Produkte in den Supermärkten deutlich zugenommen. Zur Freude betroffener Patienten. Doch auch immer mehr gesunde Personen greifen immer häufiger zu glutenfreien Nahrungsmitteln. Tatsächlich zeichnete sich in den letzten Jahren aber auch ein Lifestyle-Trend hin zu einer glutenfreien Ernährungsweise ab. Dies muss jedoch nicht sein, solange keine Zöliakie diagnostiziert wurde. Bei gesunden Personen stellt der Verzehr von glutenhaltigem Getreide kein gesundheitliches Risiko dar.

Glutenfreie Lebensmittel sind in der Regel auch als solche gekennzeichnet. Um Betroffenen den Einkauf bei der großen Auswahl Supermarkt zu erleichtern tragen viele Produkte zudem das Symbol der „Durchgestrichenen Ähre“ der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG).

Ernährung bei Zöliakie: Glutenfreie Lebensmittel - Liste und Rezepte

Wichtig ist, bei Zöliakie auf eine abwechslungsreiche Diät mit ausreichend Nährstoffen zu setzen, um etwaige Mangelzustände zu vermeiden. Prinzipiell sind der eigenen Kreativität beim Kochen keine Grenzen gesetzt, solange auf glutenhaltige Nahrungsmittel verzichtet wird. Kohlenhydrate können durch Reis und Kartoffeln aufgenommen werden. Und auch Fleisch, Fisch und Sojaprodukte dürfen problemlos genossen werden – solange sie nicht mit glutenhaltiger Panade bestückt sind! Allgemein sollten Betroffene auf Konservierungsstoffe und Färbemittel sowie Bier und gemischte Fruchtsäfte verzichten. Leckere Rezepte für glutenfreie Speisen, die kindgerecht sind, gibt’s unter anderem auf der Webseite des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE).

Ernährung bei Zöliakie: Liste glutenfreier Lebensmittel

Wer unter einer Zöliakie leidet, muss Nahrungsmittel mit Gluten strikt vom Speiseplan streichen. Folgende Lebensmittel enthalten kein Gluten:

  • Reis, Kartoffeln, Mais
  • Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amaranth
  • Sojaprodukte, Fisch und Fleisch
  • Obst und Gemüse
  • Milchprodukte und Wein

Ernährung bei Zöliakie: Was soll man bei Zöliakie nicht essen?

Die einzige wirksame Behandlung bei Zöliakie ist eine strikte glutenfreie Ernährung. Getreidesorten, die Gluten enthalten:

  • Weizen
  • Dinkel
  • Roggen
  • Hafer
  • Gerste
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Emmer
  • Kamut

Auch alle Lebensmittel, die aus diesen Produkten hergestellt werden, sind für Betroffene nicht geeignet.

Glutenunverträglichkeit: Ursachen und Symptome

Bei einer Zöliakie führt das Klebereiweiß Gluten zu einer Überreaktion des Immunsystems. Die körpereigenen Abwehrzellen werden aktiv und bleiben schließlich als Gedächtniszellen im Körper vorhanden. Dies führt dazu, dass die Gedächtniszellen in Zukunft beim Verzehr von Gluten schnell aktiviert werden und immerzu dieselbe Entzündungsreaktion auslösen. 

Die akuten Symptome einer Zöliakie werden durch Entzündungsprozesse im Dünndarm ausgelöst, die sich auf die Dünndarmzotten ausbreiten. Die Zotten sind für die effiziente Nährstoffaufnahme relevant und können in der Folge nicht mehr ihrer physiologischen Aufgabe nachgehen. Die Folge sind Mangelzustände und teils starke Magenschmerzen.

Glutenunverträglichkeit: Risikofaktoren und Prävention

Bei der Entstehung einer Zöliakie spielen vor allem erbliche Faktoren eine Rolle. Forscher fanden heraus, dass das Risiko eine Zöliakie zu entwickeln deutlich steigt, wenn bereits andere Familienmitglieder unter der Erkrankung leiden. So entwickeln etwa 5 bis 15 Prozent der Verwandten von Zöliakie-Patienten ebenfalls eine Zöliakie. Neben den Genen beeinflussen zudem verschiedene Umweltfaktoren die Entstehung der Krankheit. Vermuteten Wissenschaftler noch vor einiger Zeit, dass Stillen und die frühkindliche Ernährung die Wahrscheinlichkeit eines Kindes erhöhen zu erkranken, konnte diese These widerlegt werden. Vielmehr scheinen laut Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München Darminfektionen und die Einnahme bestimmter Medikamente das Zöliakierisiko zu begünstigen.

Zöliakie: Therapie durch Homöopathie und Medikamente

Aus schulmedizinischer Sicht gibt es nach wie vor keine wirksamen Medikamente gegen Zöliakie. Ansätze zur Behandlung mit Cortison-Tabletten sind noch in der Testphase und werden auch in nächster Zeit voraussichtlich nicht in den klinischen Alltag überführt. Ärzte und Biologen empfehlen als Therapie daher nach wie vor die Ernährungsumstellung und den Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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