Es sind verschiedene Brotsorten zu sehen (Symbolbild).
+
Wer unter einer Glutenunverträglichkeit leidet, muss auf Brot und Backwaren in der Regel verzichten (Symbolbild).

Ernährung bei Zöliakie

Glutenfrei oder glutenhaltig? Vorsicht, hinter diesen Begriffen verbirgt sich Gluten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Ernährung bei Zöliakie und Glutenunverträglichkeit: Das Klebereiweiß Gluten steckt in vielen Lebensmitteln, die auf dem täglichen Speiseplan stehen - doch nicht immer lässt sich der Inhaltsstoff sofort erkennen.

Stuttgart – Wer unter einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie leidet, muss Lebensmittel, die das Klebereiweiß Gluten enthalten, strikt meiden. Denn schon kleine Spuren des Glutens können bei Betroffenen zu entzündlichen Veränderungen der Darmschleimhaut führen. Doch der Verzicht fällt nicht immer einfach, denn nur selten lässt sich auf den ersten Blick erkennen, ob ein Produkt Gluten enthält oder nicht. So steckt das Klebereiweiß nicht nur in Brot und Nudeln, sondern auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln, deren Hauptzutat kein Getreide ist. Das macht es für Betroffene meist ziemlich schwer, sich bei der riesigen Auswahl an Produkten zu orientieren.

Zutatenliste verstehen: Diese Inhaltsstoffe sind glutenhaltig

In der Zutatenliste verpackter Lebensmittel müssen glutenhaltige Inhaltsstoffe laut der europäischen Lebensmittelverordnung ausgewiesen werden. Doch die Bezeichnung „Gluten“ ist nicht auf allen Lebensmitteln zu finden. So versteckt sich Gluten in zahlreichen Zutaten wie:

  • Weizen, Weizenstärke
  • Gerste, Gerstenmalz, Gerstenmalzextrakt
  • Roggen
  • Hafer
  • Dinkel
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Kamut
  • Bulgur
  • Emmer
  • Triticale
  • Weizeneinweiß
  • Weizenkleber
  • Seitan

Ist keiner der aufgezählten Begriffe in der Zutatenliste angegeben, ist das Produkt glutenfrei. Produkte mit diesen Zutaten müssen Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie jedoch unbedingt vermeiden. Auch wenn die Inhaltsstoffe in Klammern hinter Aromen und Gewürzen stehen, können sie bei Betroffenen Beschwerden verursachen. ((Ernährung bei Zöliakie: Vorsicht, in diesen Nahrungsmitteln kann Gluten stecken)

Zutatenliste verstehen: „Kann Spuren von enthalten“

Viele Hersteller geben in der Zutatenliste sogenannte Spurenkennzeichnungen an. Bei der Aufschrift „Kann Spuren von enthalten“, handelt es sich um einen freiwilligen Hinweis auf unbeabsichtigte Kontaminationen mit allergenen Stoffen wie Gluten. Diese sind meist bei der Herstellung oder in der Lieferkette nicht mit absoluter Sicherheit zu vermeiden. Der Spurenhinweis bedeutet jedoch keinesfalls, dass in einem Produkt auch tatsächlich Spuren von Allergenen enthalten sein müssen. (Glutenfreie Lebensmittel: Ernährung ohne Gluten ist nicht für jeden geeignet)

Zutatenliste verstehen: Diese Zutaten sind glutenfrei

Nicht jedes Getreide enthält automatisch auch Gluten. So können Zöliakie-Betroffene einige Getreidesorten ohne Probleme zu sich nehmen. Auch E-Nummer sind grundsätzlich glutenfrei. (Glutenfreie Pasta aus Linsen, Kichererbsen und Bohnen: Diese 5 Nudelsorten sollte jeder kennen)

Diese Zutaten sind glutenfrei:

  • Reis
  • Mais
  • Hirse
  • Quinoa
  • Sorghum (Hirse)
  • Buchweizen
  • Amaranth
  • Teff
  • Pfeilwurzelstärke (glutenfreies Bindemittel)
  • Kuzu (glutenfreies Bindemittel)
  • Johannisbrotkernmehl (E410)
  • Guarkernmehl (E412)
  • Glutamat
  • Flohsamen
  • Carrageen (E407)

Zutatenliste verstehen: Diese Ausnahmen gibt es

Zudem verlieren manche Ausgangsstoffe während des Produktionsprozesses ihren Glutenbestandteil. Nach Angaben der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) hat die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde daher einige glutenhaltige Erzeugnisse von der Allergenkennzeichnungspflicht für Gluten ausgenommen. Obwohl viele Hersteller diese Substanzen weiterhin auf den Produkten kennzeichnen, sind folgende Zutaten glutenfrei:

  • Glucose auf Weizenbasis einschließlich Dextrose
  • Glucosesirup auf Gerstenbasis
  • Maltodextrine auf Weizenbasis
  • in Destillaten für Spirituosen verwendetes Getreide

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare