Eine Person hält einen Laib Brot in den Händen (Symbolbild).
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Brot aus Dinkel bekommt vielen Zöliakie-Betroffenen deutlich besser als Weizenprodukte (Symbolbild).

Trotz hohem Glutengehalt

Glutenunverträglichkeit (Zöliakie): Deshalb ist Dinkel- bekömmlicher als Weizenbrot

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Menschen mit Glutenunverträglichkeit müssen auf Produkte aus herkömmlichen Weizensorten verzichten. Lange gingen Forscher davon aus, dass das enthaltene Gluten für die Symptome verantwortlich ist.

Mönchengladbach – Wer unter einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie leidet, verträgt das im Weizen enthaltene Klebereiweiß Gluten gar nicht oder nur in kleinen Mengen. Nehmen Betroffene Brot, Pasta oder Backwaren aus herkömmlichen Weizen zu sich, leiden sie meist bereits kurze Zeit später unter Bauchschmerzen, Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden. Bisher machten Ärzte vor allem den hohen Glutengehalt in bestimmten Getreidesorten für die Beschwerden verantwortlich. Doch stimmt das eigentlich?

Glutenunverträglichkeit (Zöliakie): Darum ist Dinkelbrot bekömmlicher als Weizen

Bei einer Glutenunverträglichkeit leiden Betroffene unter einer chronischen Erkrankung des Dünndarms, ausgelöst durch das in vielen Weizensorten enthaltene Gluten. Laut der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) kommt das Eiweiß sowohl in Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel vor.

Doch anders als Getreidearten wie Weizen oder Roggen bekommt Mehl aus Dinkel vielen Zöliakie-Patienten deutlich besser. Und das, obwohl Dinkel im Vergleich viel mehr Gluten enthält*. „Tatsächlich hat beispielsweise Dinkelbrot, das von vielen Menschen als besonders bekömmlich eingestuft wird, einen viel höheren Glutengehalt als ein typisches Weizenbrot“, sagt Stephan Bischoff, Leiter des Instituts für Ernährungsmedizin der Uni Hohenheim, in einer Pressemitteilung. Ist also gar nicht das Gluten an den Symptomen schuld?

Glutenunverträglichkeit (Zöliakie): Zusammensetzung des Eiweißes entscheidend

Hinweise darauf untersucht zurzeit eine Gruppe von Forschern der Universität Hohenheim. Wie verträglich ein Brot ist, liegt laut den Experten daher möglicherweise nicht am Glutengehalt. Vielmehr geht das Team um Stephan Bischoff davon aus, dass die Eiweißzusammensetzung - also nicht ein Eiweiß alleine - dafür verantwortlich ist, wie bekömmlich ein Lebensmittel ist.

Unterstützung für ihre These bekommen die Forscher aus München. So hatten Experten der Technischen Universität München (TU München) bereits im vergangenen Jahr gezeigt, dass nur bestimmte Eiweißmoleküle in Weizen die Symptome einer Weizenunverträglichkeit auslösen. Alpha-Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) schützen demnach die Getreidekörner davor, gefressen zu werden, hemmen aber auch Stoffe, die der Darm zur Verdauung braucht. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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