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Gluten in Medikamenten und Kosmetik: Vorsicht, Arzneimittel können Spuren des Klebereiweiß enthalten

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Von: Laura Knops

Wer unter einer Zöliakie leidet, muss das Gluten konsequent meiden. Doch was viele nicht wissen: Auch in Kosmetik und Arzneimitteln kann das Klebereiweiß stecken.

Stuttgart – Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -allergie reichen oft schon kleinste Mengen eines Lebensmittels aus, um schwere Symptome hervorzurufen. Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie müssen daher Gluten strikt meiden. Doch das Klebereiweiß steckt nicht nur in Nahrungsmitteln wie Brot, Müsli oder Kuchen. Auch Medikamente und Kosmetikprodukte können glutenhaltige Inhaltsstoffe enthalten.

Gluten in Medikamenten und Kosmetika: Diese Produkte sollten Zöliakie-Patienten meiden

Gluten ist in Form von Weizenstärke in zahlreichen Medikamenten als Träger- und Füllstoff zu finden. Die stärkehaltige Grundlage dient dazu, die meist geringen Wirkstoffmengen von Arzneimitteln zu einer Tablette aufzufüllen. Doch auch Pulver, Dragees, Augen- und Nasentropfen können Gluten enthalten. So besteht bei der Anwendung von Nasentropfen die Möglichkeit, dass Gluten über den Rachen in den Magen-Darm-Trakt gelangt.

Laut der Association of European Coeliac Societies (AOECS), der Dachgesellschaft aller europäischen Zöliakiegesellschaften, können Zöliakiekranke jedoch alle in Europa erhältlichen Medikamente ohne Bedenken einnehmen. Unter Berücksichtigung der relativ geringen Menge der täglich konsumierten Arzneimittel gelten die Medikamente als sicher und sind daher auch für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit geeignet. Diese Aussage gilt laut den Experten jedoch ausdrücklich für Personen mit Zöliakie und nicht für Weizenallergiker.

Gluten in Medikamenten und Kosmetika: Arzt und Apotheker um Hilfe bitten

Wer sich ganz sicher sein möchte, sollte Medikamente mit Gluten meiden. Doch herauszufinden, ob ein Arzneimittel tatsächlich Gluten enthält, ist nicht immer einfach. So ist Gluten meist nicht unter den Hilfsstoffen gelistet. Besser ist es bereits den Arzt oder Apotheker von der bestehenden Glutenunverträglichkeit oder Weizenallergie zu informieren. Dieser kann dann gezielt glutenfreie Alternativen wählen.

„Betroffene sollten vor jeder Verschreibung von Medikamenten den Arzt auf die Erkrankung hinweisen und klären, ob das verschriebene Präparat glutenhaltig sein könnte“, erklärt die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG). Wichtig sei zudem, dass auf dem Rezept vermerkt ist, dem sogenannten aut-idem-Kästchen, dass ein Arzneimittel nicht gegen einen anderen Wirkstoff ausgetauscht werden darf.

Gluten in Medikamenten und Kosmetika: Clean Labelling oder sinnvoller Hinweis?

Immer häufiger sind Hinweise wie „laktosefrei“ oder „glutenfrei“ ebenfalls auf kosmetischen Produkten zu finden. Denn auch in Kosmetika wie Zahncreme, Mundspülungen und Schminke kann Gluten vorkommen. Während der Hinweis auf manchen Artikeln durchaus sinnvoll ist, gilt Gluten bei äußerlich angewendeter Kosmetik jedoch als unbedenklich. Das gilt beispielsweise für die Anwendung von Cremes, Salben, Shampoos und Körperpflegeprodukten.

So löst Gluten bei betroffenen Patienten nur dann Beschwerden aus, wenn es mit dem Darm in Kontakt kommt. Auch bei der Anwendung im Gesicht oder Mund ist laut der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) Vorsicht geboten. Denn Inhaltsstoffe in Mundspülungen, Zahncremes und Lippenstiften können ebenfalls leicht Beschwerden auslösen. Gerade bei Kindern sollten grundsätzlich glutenfreie Produkte verwendet werden. Da die Kleinen alles anfassen, die Hände in den Mund nehmen oder versehentliche Badewasser verschlucken können, besteht für Kinder ein vergleichbar höheres Risiko. Weitere Informationen finden Zöliakie-Betroffene im Zöliakie-Register GeCeR. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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