Ein Patient ist zu Besuch beim Zahnarzt (Symbolbild).
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Verfärbungen auf den Zähnen können durch Krankheiten ausgelöst werden (Symbolbild).

Flecken auf den Zähnen

Verfärbungen auf den Zähnen: Diese Krankheit könnte dahinter stecken

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Flecken auf den Zähnen sind nicht nur unschön, sie können auch auf eine Krankheit hindeuten. Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

Wiesbaden – Verfärbungen auf den Zähnen sind nicht nur unschön, sondern können auch Zeichen einer ernst zu nehmenden Krankheit sein. So konnten Forscher nachweisen, dass Zahnfleischerkrankungen mit Herzproblemen zusammenhängen und eine schlechte Mundhygiene sogar ein Hinweis für Alzheimer sein können. Weniger bekannt ist, dass Flecken auf den Zähnen ein Anzeichen für eine weitverbreitete Nahrungsmittelunverträglichkeit sind. Denn Verfärbungen auf den Zähnen und Zahnschmelzdefekte können auf eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie hindeuten.

Glutenunverträglichkeit: Anzeichen und Symptome der Zöliakie

Rund ein Prozent der deutschen Bevölkerung sind von einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie betroffen. Damit gehört die Erkrankung zu den häufigsten nicht-infektiösen Darmerkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter. Nehmen Betroffene glutenhaltige Nahrungsmittel zu sich, leiden sie meist unter Bauchschmerzen, Durchfällen und Verdauungsbeschwerden. Doch die Diagnose ist nicht immer einfach, denn nicht alle Patienten leiden unter den typischen Symptomen.

Ausgelöst wird die Glutenunverträglichkeit durch eine Überreaktion des Immunsystems gegenüber dem im Weizen enthaltenen Klebereiweiß Gluten. Wird das Eiweiß über die Nahrung aufgenommen und gelangt es in den Dünndarm, sorgt es dort für Entzündungen der Darmzotten, welche für die Nährstoffaufnahme verantwortlich sind. Nach und nach bilden sich diese jedoch zurück, Nahrungsbestandteile können nicht mehr optimal aufgenommen werden. Langfristig kann die Zöliakie so zu einem Nährstoffmangel und verbundenen Folgeerkrankungen führen.

Zahnverfärbungen: Kalziummangel durch Glutenunverträglichkeit?

Neben Eisen, Vitamin B12, Magnesium und Zink kann der Körper bei einer Zöliakie auch Kalzium nur noch schlecht aufnehmen. Doch Kalzium ist nicht nur für die Knochen besonders wichtig, auch gesunde Zähne sind auf den Nährstoff angewiesen. Fehlt dem Körper Kalzium, kann das zu einer sogenannten Zahnschmelzhypoplasie führen. Die Folge sind weiße, gelbe und braune Verfärbungen auf den Zähnen. „Rund 40 bis 50 Prozent der Zöliakie-Patienten leiden bereits im Kindesalter unter den Verfärbungen. Dagegen sind es nur etwa sechs Prozent der gesunden Bevölkerung“, erklärt Hilary Jericho, Fachärztin für pädiatrische Gastroenterologie an der Universität Chicago gegenüber dem US-Magazin „Readers Digest“. Welcher Mechanismus genau für die Flecken verantwortlich ist, ist bisher noch unklar. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die gestörte Nährstoffaufnahme dahintersteckt.

Glutenunverträglichkeit: Zahnverfärbungen weisen auf Zöliakie hin

Laut dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) sind Zahnschmelzdefekte vor allem bei älteren Kindern ein Problem. Grund dafür ist, dass ein Nährstoffmangel in jungen Jahren sich schnell auf die Zahnschmelzbildung auswirkt. Doch auch bei Erwachsenen ist eine Diagnose noch möglich. Häufig werden die Zahnbeschwerden zunächst vom Zahnarzt entdeckt, der in der Regel von einem Fluorid-Mangel ausgeht. Erst ein Gastroenterologe kann die Diagnose bestätigen.

Auffallend sind nicht nur die weißen, gelben oder braunen Flecken, sondern auch, dass die Verfärbungen häufig symmetrisch an den Schneide- und Backenzähnen auftreten. Zudem können gereiztes Zahnfleisch, offene Stellen im Mund oder eine rote, glatte und glänzende Zunge laut dem National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Disease (NIDDK) auf eine Glutenunverträglichkeit hindeuten. Ist der Zahnschmelz jedoch einmal geschädigt, bleiben die Verfärbungen meist auch nach einer Ernährungsumstellung weiterhin bestehen. Lediglich kosmetische Behandlungen können die Flecken etwas lindern.

Weitere Symptome und Behandlung

Eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie kann sich neben den typischen Verdauungsbeschwerden auch durch andere Symptome äußern. So können neben dem Magen-Darm-Trakt auch weitere Organe und Körpersysteme betroffen sein. Zu den atypischen Symptomen gehören:

  • Gewichtsverlust
  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Osteoporose
  • Appetitverlust
  • Depressive Verstimmungen
  • Chronische Kopfschmerzen

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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