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Haushaltshygiene und Zöliakie (Glutenunverträglichkeit): So lassen sich Kontaminationen in der Küche vermeiden

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Frau greift in einem Vorratsschrank nach einem Glas mit Körnern (Symbolbild).

Glutenfreie Zutaten sollten bei einer Zöliakie immer gut verpackt und getrennt von glutenhaltigen Lebensmitteln aufbewahrt werden (Symbolbild). © imago images / Westend61

Bei einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) können schon kleinste Mengen des Klebereiweißes Gluten die Darmschleimhaut nachhaltig schädigen. Wie Betroffene eine Kontamination im Haushalt vermeiden können. 

Stuttgart – Wer von einer Zöliakie betroffen ist, muss sich ein Leben lang glutenfrei ernähren, da schon geringste Mengen des Klebereiweißes Entzündungen der Darmschleimhaut auslösen können. In der Folge bilden sich die Zotten des Darms zurück, die Oberfläche der Darmschleimhaut nimmt ab und Nährstoffe können nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Es droht eine Mangelernährung. Eine glutenfreie Ernährung ist der wichtigste Behandlungsschritt der Autoimmunerkrankung. Damit allein ist es allerdings nicht getan. Betroffene sollten in jedem Fall auch darauf achten, Lebensmittel richtig zu lagern und bei der Zubereitung von Speisen Kontaminationen mit Gluten zu vermeiden. Das gilt vor allem, wenn andere Haushaltsmitglieder glutenhaltig kochen und backen.

Haushaltshygiene bei Zöliakie: Getreide immer kontrollieren

Bei Getreide, das nicht explizit für Verbraucher mit Zöliakie gekennzeichnet ist, kann es theoretisch immer zu Verunreinigungen kommen. Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) empfiehlt Zöliakie-Betroffenen deshalb, glutenfreies Getreide, wie Reis, Mais, Hirse oder Amaranth, nur in ganzen Körnern zu kaufen und zuhause vor dem Verzehr zu kontrollieren. Dazu die Körner auf einem Teller ausbreiten und auf mögliche Verunreinigungen untersuchen. Nach dem Verlesen die Getreidekörner sorgfältig reinigen. Alternativ können spezielle diätische Produkte genutzt werden.

Wer Getreide selbst mahlen möchte, sollte darauf achten, dass die Getreidemühle bzw. der Mühlenaufsatz nur für glutenfreies Getreide genutzt wird. Reformhäuser und Bioläden können dies in der Regel nicht gewährleisten, weshalb die DZG davon abrät, Getreide dort verarbeiten zu lassen.

Haushaltshygiene bei Zöliakie: Küchenutensilien, Arbeitsflächen und Küchengeräte sorgfältig reinigen

Das A und O des Kochens bei Zöliakie ist es, sämtliche Küchengeräte und -utensilien vor dem Gebrauch sorgfältig zu reinigen. Zumindest, wenn glutenhaltige Lebensmittel von anderen Mitgliedern im Haushalt gegessen werden.

Folgende Maßnahmen helfen, Kontaminationen mit Gluten zu verhindern:

Haushaltshygiene bei Zöliakie: Glutenfreie Speisen zuerst zubereiten

Glutenfreie Lebensmittel ausschließlich mit eigens dafür vorgesehenen Küchenutensilien und -geräten zuzubereiten, ist in jedem Fall die sicherste Variante, um Verunreinigungen vorzubeugen. Das gilt auch für Pfannen und Töpfe. Sind nicht genügend davon vorhanden, sollte immer zuerst das glutenfreie Gericht und anschließend das glutenhaltige darin zubereitet werden.* Das gilt auch für das Abgießen von Nudeln durch ein Küchensieb. Bei Toastern kann alternativ zu einem Extra-Toaster auch ein sogenanntes „Toasta-Bag“ helfen. Mit diesen wiederverwendbaren Toast-Taschen lassen sich glutenfreie Brote in glutenbelasteten Toastern sicher toasten, zum Beispiel auf Reisen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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