Ein Laib Brot liegt aufgeschnitten auf einem Tisch (Symbolbild).
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Bei einer Glutenunverträglichkeit leiden Betroffene häufig unter Verdauungsbeschwerden - doch auch andere Symptome sprechen für eine Zöliakie (Symbolbild).

Glutenunverträglichkeit erkennen

Glutenunverträglichkeit: Diese Symptome können Anzeichen für eine Zöliakie sein

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Bei einer Glutenunverträglichkeit reagieren Betroffene empfindlich auf das im Weizen enthaltene Klebereiweiß Gluten. Die Symptome, die auf eine Zöliakie hinweisen können, sind vielfältig.

München – Wer unter einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie leidet, reagiert empfindlich auf das im Weizen enthaltene Gluten. Betroffene müssen daher auf getreidehaltige Lebensmittel verzichten. Doch das Klebereiweiß ist nicht nur im Weizen zu finden, sondern steckt ebenfalls in Getreidesorten wie Roggen, Gerste und Dinkel. Neben Brot und Backwaren sind daher auch Nudeln, Pizza und viele Fertigprodukte tabu.

Laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München sind rund zwei bis zehn Prozent der Deutschen von einer Glutenunverträglichkeit betroffen. Die Erkrankung ist damit nicht nur relativ häufig, sondern kann auch in jedem Alter erstmals auftreten. Zudem sind die Symptome der Weizenunverträglichkeit oft sehr unspezifisch. Häufig leiden Zöliakie-Betroffene unter leichten Beschwerden oder zeigen nur einzelne Symptome einer Glutenunverträglichkeit. Das macht die Diagnose nicht immer einfach.

1. Magen-Darm-Trakt: Typische Zöliakie-Symptome

Nehmen Menschen mit Zöliakie glutenhaltige Nahrungsmittel zu sich, treten bei ihnen typischerweise Magen-Darm-Beschwerden auf. Wer unter einer Glutenunverträglichkeit leidet, klagt daher häufig über starke Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen und chronische Durchfälle. Auch ein fettiger Stuhl oder starker Gewichtsverlust können für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sprechen. Im Magen-Darm-Bereich macht sich die Erkrankung zudem durch Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Schlappheit bemerkbar.

2. Nährstoffmangel: Defizite führen zu vielfältigen Beschwerden

Langfristig kann eine Glutenunverträglichkeit dazu führen, dass der Darm bestimmte Nährstoffe aus dem Essen nicht optimal aufnimmt. Wird die Krankheit über lange Zeit nicht erkannt, können Vitamine und Mineralien nicht mehr optimal verwertet werden. Schuld daran sind Entzündungen der Dünndarm-Schleimhaut, durch die häufig die Darmepithelzellen zerstört werden. Defizite an Eisen, Zink, Folsäure, Kalzium und Vitamin D sind die Folge. Dieser Mangelzustand kann so dazu führen, dass Patienten unter Blutarmut, Zahnschmelzveränderungen und einer erhöhten Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) leiden. Bei Kindern ist zudem häufig das normale Wachstum und die altersgemäße Gewichtszunahme eingeschränkt.

3. Haut: Zöliakie kann Hautprobleme verursachen

Auch Hautausschläge, ein dauerhaft schlechtes Hautbild und Hauterkrankungen wie die Autoimmunerkrankung Dermatitis herpatitiformis Duhring, können bei manchen Betroffenen in Folge einer Glutenunverträglichkeit auftreten. Die Hauterkrankung Dermatitis herpatitiformis Duhring, die als Manifestation der Zöliakie auf der Haut bezeichnet wird, äußert sich dabei durch kleine, juckende Bläschen auf der Haut. Meist bessern sich die Beschwerden jedoch schnell, sobald Betroffene eine glutenfreie Ernährung einhalten.

4. Neurologische und psychische Probleme: Häufiger Hinweis auf eine Zöliakie

Weitere Symptome einer Glutenunverträglichkeit zeigen sich auch außerhalb des Magen-Darm-Traktes und sind nicht auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen. Dazu zählen neben neurologischen Problemen auch psychische Verstimmungen, Angststörungen und Depressionen. Psychische Beschwerden treten meist in Rahmen einer (gering) symptomatisch verlaufenden Zöliakie auf. Diese Form verläuft oft dezent und wird meist erst spät entdeckt. Bei Kindern fällt eine Glutenunverträglichkeit häufig durch Wesens- und Verhaltensänderungen auf. Besonders Säuglinge und Kleinkindern sind oft weinerlich, gereizt oder apathisch.

5. Schmerzen: Auch Gelenk- und Kopfschmerzen sind Zeichen einer Zöliakie

Ebenfalls kann eine Zöliakie Kopf-, Unterleibs- und Gelenkschmerzen sowie Migräne auslösen. Während Zöliakie-Betroffene häufig über Unterleibsschmerzen klagen, sind Kopf- und Gelenkschmerzen eher selten. So leiden laut einer wissenschaftlichen Studie rund 83 Prozent der Patienten mit Glutenintoleranz an Unterleibsschmerzen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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