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Öko-Test untersucht glutenfreie Lebensmittel: Nudeln und Brot ohne Gluten häufig mit Schadstoffen belastet

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Von: Laura Knops

Es ist ein Laib Brot zu sehen (Symbolbild).
Öko-Test hat glutenfreie Nudeln und Brote auf Schadstoffe untersucht (Symbolbild). © imago images / Panthermedia

Glutenfreie Lebensmittel sind für Menschen mit einer Intoleranz oder Zöliakie eine gute Alternative. Öko-Test hat nun jeweils zehn Brot- und Nudel-Marken ohne Gluten getestet - nicht alle Produkte sind auch gesund.

Frankfurt (Main) – Laut der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) vertragen rund ein Prozent der Deutschen das in Getreide enthaltene Gluten gar nicht oder nur in geringen Mengen. Nehmen Betroffene glutenhaltige Lebensmittel zu sich, leiden sie unter Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung bis hin zu Mangelerscheinungen und Wachstumsstörungen. Mehl, Nudeln oder Brot aus Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel oder Gerste sind daher für Menschen mit Glutenunverträglichkeit tabu.

Wer unter einer Glutenintoleranz oder Zöliakie leidet, muss jedoch nicht zwangsläufig auf Brot und Nudeln verzichten. Denn immer mehr Hersteller bieten glutenfreie Lebensmittel an. Die Experten von Öko-Test haben nun jeweils zehn Brot- und Nudelsorten ohne Gluten untersucht. Das Ergebnis: Die meisten Produkte können Verbraucher bedenkenlos zu sich nehmen, einigen enthalten jedoch bedenkliche Schadstoffe.

Glutenfreie Lebensmittel im Öko-Test: Hersteller halten was sie versprechen

Die gute Nachricht vorweg: In keinem der Produkte konnte das von Öko-Test beauftragte Labor Rückstände des Klebereiweiß Gluten nachweisen – selbst geringe Spuren konnten die Tester ausschließen. Wer aus gesundheitlichen Gründen auf Gluten verzichtet, kann also unbesorgt zu glutenfreien Lebensmitteln greifen. Laut Lebensmittelverordnung dürfen Hersteller ihre Produkte nur dann als „glutenfrei“ kennzeichnen, wenn diese weniger als 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm beinhalten.

Rund die Hälfte der von Öko-Test getesteten Brot- und Nudel-Marken sind allerdings nicht nur frei von Gluten, sie enthalten zudem auch keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe. Folgende Produkte wurden daher als „sehr gut“ bewertet:

Zwei Nudel-Marken bekamen außerdem die Note „gut“.

Glutenfreie Lebensmittel im Öko-Test: Nudeln und Brot mit Schadstoffen belastet

Doch nicht alle glutenfreien Produkte konnten die Tester überzeugen. So fand das Labor in sieben weiteren Lebensmitteln kritische Inhaltsstoffe wie Mineralölbestandteile, Schimmelpilzgifte und Pestizide. Lediglich als „befriedigend“ bewertete Öko-Test das „K-Free Glutenfrei Saatenbrot“ von Kaufland aufgrund von Mineralölbestandteilen und Glyphosat-Spuren. Die „Reis-Spaghetti Glutenfrei“ von Rapunzel waren zudem mit Arsen belastet. Anorganisches Arsen ist ein Giftstoff, der häufig in Vollkornreis zu finden ist.

Glutenfreie Lebensmittel im Öko-Test:

Ebenfalls als kritisch bewertete Öko-Test Rückstände von sogenannten Tropanalkaloiden aus giftigen Samen, welche bei der Ernte in die Lebensmittel gelangen. Im Körper kann das Gift jedoch zu schwerwiegenden Schäden am zentralen Nervensystem führen und die Herzfrequenz beeinflussen. Einen hohen Gehalt an giftigen Tropanalkaloiden stellten die Tester nur im „Glutenfrei Braunhirse Toastbrot“ der Marke Werz fest. Besonders erschreckend: Das Brot war so stark verunreinigt, dass für ein Kleinkind von 18 Kilogramm Körpergewicht schon mit zwei Scheiben die akute Referenzdosis der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überschritten wird.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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