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Vegan leben trotz Glutenunverträglichkeit: So gelingt eine vegane Ernährung mit Zöliakie

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Von: Laura Knops

Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) müssen strikt auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten. Wer zusätzlich tierische Nahrungsmittel vom Speiseplan streicht, sollte aber ein paar Dinge beachten. 

Stuttgart – Zum Wohle der Gesundheit, den Tieren zu Liebe oder zum Schutz der Umwelt: Die Gründe, aus denen sich Menschen für eine vegane Ernährung entscheiden, sind vielfältig. Immer Verbraucher verzichten daher vollständig auf tierische Produkte wie Milch, Joghurt oder Käse. Aber auch Honig, Eier, Fleisch und Fisch sind für Veganer tabu.

Auch wer unter einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie leidet, kann vegan leben. Eine vegane Ernährung bedeutet für Zöliakie-Betroffene jedoch eine enorme Herausforderung. Was Patienten mit Glutenintoleranz beachten müssen und wie man sich trotz Einschränkungen gesund ernährt.

Vegan leben mit Glutenunverträglichkeit: Wie eine vegane Ernährung trotz Zöliakie gelingt

Nehmen Betroffene mit Zöliakie Gluten zu sich, können bereits kleine Mengen des Glutens zu Entzündungen des Dünndarms führen. Die Folge: Häufig leiden Patienten unter Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit und Durchfall. Aber auch Kopfschmerzen und Nährstoffmangel sind typische Symptome einer Glutenunverträglichkeit.

Das Klebereiweiß Gluten kommt in verschiedenen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel vor. Gluten befindet sich allerdings nicht nur in Back- und Teigwaren. Auch Fertigprodukte, Süßwaren und Soßen enthalten Gluten*. Wer aufgrund einer Glutenunverträglichkeit nicht nur auf glutenhaltige Lebensmittel, sondern auch tierische Produkte vom Speiseplan streicht, muss auf daher einiges verzichten. Trotzdem ist eine glutenfreie Ernährung auch vegan möglich.

Vegan leben mit Glutenunverträglichkeit: Mangelerscheinungen mit einer ausgewogenen Ernährung vorbeugen

Die gute Nachricht vorweg: Wer auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse achtet, kann Mangelerscheinungen vorbeugen. So lässt sich ein Kalziummangel laut der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) durch die Auswahl eines kalziumreichen Mineralwassers sowie den Verzehr von grünem Gemüse verhindern.

Besonders geeignet sind dazu Gemüsesorten wie Fenchel, Rucola, Brokkoli, Kohl oder Mangold. Aber auch Nüsse, Samen und getrocknete Früchte wie Mandeln, Amaranth, Sesam und getrocknete Feigen helfen den Kalziumbedarf zu decken.

Vegan leben mit Glutenunverträglichkeit: Glutenfreie Getreidesorten liefern ausreichend Kohlenhydrate

Damit Zöliakie-Betroffene bei der Umstellung auf eine vegane Ernährung nicht ungewollt an Gewicht verlieren, ist es wichtig, auf eine ausreichende Kalorienzufuhr achten. Um den Tagesbedarf zu decken, sollten glutenfreie Veganer daher regelmäßig Getreidesorten ohne Gluten zum Backen und Kochen verwenden. Sojaprodukte wie Tofu, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und pflanzliche Öle liefern zudem gesunde Fette und Proteine.

Vegan leben mit Glutenunverträglichkeit: Eisen- und Vitamin B12-Quellen

Bei einer glutenfreien veganen Ernährung müssen Betroffene zudem kritische Vitamine und Nährstoffe in ausreichender Menge über die Nahrung aufnehmen. Dazu zählen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Mineralstoffe wie Eisen, Jod, Zink und Selen, sowie Vitamin B12. Pflanzliche Lebensmittel, die besonders viel Eisen enthalten, sind beispielsweise Amaranth, Quinoa oder Hirse.

Vitamin B12 ist sowohl für die Blutbildung als auch für die Funktion des Nervensystems wichtig. Der Nährstoff ist jedoch nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft enthalten. Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, sollten daher regelmäßig Vitamin B12 supplementieren.

Bei Fragen kann laut der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) der Hausarzt oder eine professionelle Ernährungsberatung die Umstellung auf eine vegane Ernährung unterstützen. Dieser kann zudem über mögliche Risiken einer veganen Ernährung aufklären und geeignete Nahrungsergänzungsmittel empfehlen*. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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