Milchmixgetränke, Eistees und Cocktails stehen in Plastikbechern und Gläsern auf einem Holztisch (Symbolbild).
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Gluten wird in industriell verarbeiteten Getränken oft als Aromaträger eingesetzt. Wer an einer Zöliakie leidet, sollte die Rezeptur deshalb genau prüfen (Symbolbild).

Ernährung bei Zöliakie

Vorsicht bei Zöliakie (Glutenunverträglichkeit): Auch Getränke können Gluten enthalten

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Die einzige wirksame Therapie bei einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) ist eine lebenslange glutenfreie Diät. Eine Herausforderung, denn das Klebereiweiß Gluten verbirgt sich sogar in einigen Getränken. Welche Durstlöscher Betroffene meiden sollten.

Stuttgart – Eine Zöliakie ist eine immunologische Erkrankung des Dünndarms, bei der Betroffene glutenhaltige Lebensmittel ein Leben lang meiden müssen. Doch das Klebereiweiß steckt nicht nur in vielen Getreidesorten, es wird häufig auch industriell verarbeiteten, vitaminisierten und aromatisierten Lebensmitteln als Trägerstoff zugesetzt. Darunter auch bestimmte Getränke. Welche Betroffene meiden sollten und welche in der Regel gut verträglich sind.

Glutenhaltige Getränke: Warum Sie bei Zöliakie Gluten unbedingt meiden sollten

Bei der Autoimmunerkrankung Zöliakie löst das Klebereiweiß Gluten chronische Entzündungsreaktion im Dünndarm aus. Dabei bilden sich die für die Nährstoffaufnahme wichtigen Falten in der Darmschleimhaut, die Zotten, zurück. Auf diese Weise verkleinert sich die Oberfläche der Darmschleimhaut und Nährstoffe werden nicht mehr ausreichend aufgenommen. Es kann zu Eisenmangel und Blutarmut, einem Vitamin- und Mineralstoffmangel sowie zu Veränderungen am Zahnschmelz und einem Abbau der Knochenmasse (Osteoporose) kommen, warnt der Allergieinformationsdienst.

Um das zu verhindern, ist es wichtig, dass Betroffene glutenhaltige Lebensmittel ein Leben lang strikt meiden. Das gilt auch für bestimmte Getränke, in denen man das Klebereiweiß nicht unbedingt vermuten würde. Denn oft wird Gluten als Trägerstoff für Aromen genutzt. Bei alkoholischen Getränken werden zudem meist glutenhaltige Getreidesorten für den Gärprozess eingesetzt.

Glutenhaltige Getränke: Diese Getränke enthalten immer Gluten

Bestimmte Getränke enthalten praktisch immer Gluten und müssen bei einer Zöliakie gemieden werden. Dazu zählen handelsübliches Bier, Malzbier, Getreidekaffee aus glutenhaltigem, geröstetem Getreide sowie Weizentee bzw. Gerstentee, der vor allem in Asien (China) verbreitet ist.

Wer nicht von einer Zöliakie, sondern von einer Glutenunverträglichkeit (nicht-zöliakiebedingte Glutensensitivität) betroffen ist, verträgt möglicherweise bestimme Biersorten wie Pils. Denn traditionell gebrautes Biere enthält oft nur wenig Gluten. Unbedingt verzichten sollten Betroffene allerdings auf Weißbier, das mit 274 Milligramm Gluten pro 100 Gramm Flüssigkeit deutlich mehr Klebereiweiß enthält. Einige Hersteller bieten mittlerweile auch glutenfreie Biersorten an. Nach den Richtlinien der Europäischen Union dürfen Biere als „glutenfrei“ bezeichnet werden, wenn sie weniger als 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm (0,002 Prozent) enthalten.

Glutenhaltige Getränke: Vorsicht, diese Getränke können Gluten enthalten

Andere Getränke können unter Umständen Glutenzusätze enthalten. Diese sollten Sie bei einer Zöliakie nach Empfehlung der Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) nur nach ausführlicher Prüfung der Zutaten trinken. Dazu zählen:

  • aromatisierter Kaffee und aromatisierte Kaffeepads
  • Getreidekaffee
  • Aromatisierte Teesorten
  • Tee-Extrakte
  • Kakaohaltige Getränke
  • Milchmischgetränke
  • Cappuccinogetränkepulver
  • Fruchtsäfte mit Ballaststoff- und/ oder Malzzusätzen
  • Limonaden
  • Brausen
  • Isotonische Getränke
  • Getränkepulver
  • Liköre
  • Whisky/ Whiskey
  • Glühwein und Punsch
  • Punsch
  • Aromatisierter Cidre

Glutenhaltige Getränke: Diese Getränke können problemlos getrunken werden

Keine Gedanken müssen Sie sich dagegen laut DZG bei Mineralwasser und Röstkaffee machen. Das gilt auch für löslichen und gefriergetrockneten Kaffee. Auch Kaffee mit Zusatz von Maltodextrin und Lupinenkaffee ist verträglich.

Bei Tee sind alle reinen Grün-, Schwarz-, Kräuter- und Früchtetees ohne Vitamin- und Aromazusätze erlaubt. Bei Kakao sollten Sie darauf achten, dass es sich um reines Kakaopulver handelt. Obst- und Gemüsesäfte müssen aus 100 Prozent Fruchtsaft bestehen, das heißt frei von Ballaststoff- und Malzzusätzen sein. Ebenfalls verträglich sind Fruchtnektare und Fruchtsirup.

Unter den alkoholischen Getränken sind Wein, Sekt, Prosecco und Süßmost eine gute Wahl. Vorsicht ist dagegen bei Glühwein und Punsch geboten, deren Gewürzmischungen nicht immer glutenfrei sind.* Als Alternativen zu Likören und Whisky, bei denen häufig Gerste oder Weizen bei der Herstellung zum Einsatz kommen, eignen sich Sherry, Schnaps, klare Brände, Weinbrand, Obstbranntweine, Rum, Arrak, Gin, Korn, Cognac, Tequila und Wodka. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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