Die Sonne steht tief über einer Alm nahe der schweizer Gemeinde Davos (Symbolbild)
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Wissenschaftler aus Davos haben die Wirkung von Asthma-Therapien in Höhenregionen untersucht (Symbolbild).

Asthma-Behandlung

Asthma bronchiale: So wirksam ist die Höhentherapie

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Asthmatiker profitieren von einer Reha in den Bergen - das zeigt eine Studie aus Davos. Während einem dreiwöchigen Aufenthalt in alpiner Höhe verbesserten sich die Lungenfunktion und die immunologischen Blutwerte der Patienten deutlich.

  • Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege chronisch entzündet und anfallsartig verengt
  • Wissenschaftler aus Davos haben die Wirkung der Höhentherapie an 26 Asthma-Patienten getestet
  • Die Ergebnisse liefern interessante Erkenntnisse für die Asthma-Therapie

Davos – Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit 340 Millionen Menschen an Asthma bronchiale. Bei Asthmatikern sind die Atemwege dauerhaft entzündet und überempfindlich gegenüber verschiedenen Reizen. Je nach Schweregrad der Erkrankung können plötzlich auftretende Hustenanfälle und Atemnot Betroffene stark einschränken. Zwar ist die Krankheit nicht heilbar, mit der richtigen Therapie können Asthmatiker aber ein weitestgehend beschwerdefreies Leben führen. Um zu untersuchen, welche Auswirkungen eine medizinischen Rehabilitation in alpinen Höhenlagen auf Asthma-Erkrankungen hat, hat eine Forschergruppe aus Davos kürzlich Asthma-Patienten drei Wochen lang untersucht. Die Ergebnisse der Studie liefern wertvolle Erkenntnisse für die Asthma-Therapie.

Asthma bronchiale: Studie zur Höhentherapie

Für die Studie haben die Wissenschaftler insgesamt 35 Probanden, darunter 26 Asthmatiker in stationärer Behandlung und eine neunköpfige Kontrollgruppe, 21 Tage lang untersucht. Die Patienten wurden in der Lungenklinik Davos behandelt, die sich in einer Höhe von 1560 Metern befindet. 9 der Patienten litten an eosinophilem allergischem Asthma, weitere 9 an nicht eosinophilem allergischem Asthma und 8 an nichteosinophilem nichtallergischem Asthma. Die Wissenschaftler untersuchten Blutproben der Patienten zu Beginn und am Ende des Aufenhalts auf bestimmte Immunzellen mit Hilfe der Flow-Zytometrie. Darüber hinaus füllten die Probanden einen Fragebogen zu ihren Asthma-Beschwerden aus und wurden im Zuge einer körperlichen Untersuchung einem Lungenfunktionstest unterzogen. Zudem wurde der Stickstoffmonoxid-Gehalt der Ausatemluft gemessen.

Asthma bronchiale: Ergebnisse zeigen Besserung bei allen Asthma-Typen

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung zeigen eine positive Wirkung der Höhentherapie bei allen drei Asthma-Formen. So besserten sich die Asthma-Symptome und alle klinischen Parameter (vor allem die Lungenfunktion) bei allen Patienten signifikant. Zudem ergaben die Blutuntersuchungen auch eine Besserung der immunologischen Blutwerte. Unter der Höhentherapie zeigten die Probanden:

  • Eine Verringerung der Typ-2-Immunreaktion
  • Ein Neigung zu einer Verschlechterung des Asthmas (Exazerbation) nahm ab
  • Ebenso kam es seltener zu Asthma-Anfällen

Die Wissenschaftler beobachteten einen positiven Effekt bei allen drei Phänotypen des Asthmas. Besonders deutlich zeigte sich eine Besserung aber beim eosinophilen allergischen Asthma-Typ.

Asthma bronchiale: Höhentherapie für alle Asthma-Patienten grundsätzlich empfehlenswert

Auf Basis der Studien-Ergebnisse schlussfolgern die Experten, dass die Höhentherapie als Rehabilitationsmaßnahme bei Asthma-Erkrankungen geeignet ist. „Dieser Studie ist es gelungen, nicht nur die Rehabilitationsmaßnahmen bezüglich ihrer Effektivität zu validieren, sondern auch die molekulare Basis für die zu beobachtenden Effekte zu beleuchten und damit besser zu verstehen“, fasst Prof. Adrian Gillissen, Direktor der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach, die Ergebnisse gegenüber der Deutschen Lungenstiftung zusammen. Und: „Für Patienten mit einer Allergie gegen Pollen oder Hausstaubmilben ist grundsätzlich ein Aufenthalt in den Bergen empfehlenswert“.

Dass das Klima in Berg- und Seeregionen für Asthmatiker und Allergiker geeignet ist, ist bekannt. Wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) verweist, herrschen die besten Bedingungen in einer Höhe zwischen 1500 und 2000 Metern. In diesen Höhenlagen gibt es kaum oder gar keinen Pollenflug. Auch die Allergenbelastung, zum Beispiel mit Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen, ist in diesen Regionen aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit sehr niedrig.

Die aktuelle Studie bestätigt die positive Wirkung der alpinen Höhenluft auf die Lungenfunktion sowie auf zellulärer Ebene für alle Asthma-Typen, die auf andere Behandlungsarten sehr unterschiedlich reagieren.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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