Nelken, Zimt und Anis liegen auf einem hölzernen Untergrund (Symbolbild).
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Typische Wintergewürze wie Anis, Nelken und Zimt können die Verdauung fördern und Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Bauchkrämpfe lindern (Symbolbild).

Verdauung natürlich fördern

Gewürze bei Verdauungsbeschwerden: Diese Hausmittel beruhigen Magen und Darm

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Wintergewürze wie Anis, Kümmel und Zimt geben nicht nur winterlichen Gewürzen eine spezielle Note, sie regen auch die Verdauung an und können eine gereizten Magen und Darm beruhigen.

Berlin – Der Advent zählt mit reichlich Fett und Zucker zu den kalorienreichsten Zeiten im Jahr und kann nicht nur Menschen mit einem empfindlichen Verdauungssystem wortwörtlich auf den Magen (und den Darm) schlagen. Besonders, wer von einem Reizdarm oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffen ist, hat in dieser Jahreszeit zu kämpfen. Denn nicht immer lassen sich unverträgliche Lebensmittelbestandteile, wie Laktose, Fructose, Histamin oder Sorbit vollständig meiden. Da ist es gut, dass typische Wintergewürze nicht nur winterliche Speisen verfeinern, sondern auch bei Verdauungsbeschwerden helfen.

Wintergewürze gegen Verdauungsbeschwerden: Anis

Anis gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und zählt wegen ihres ätherischen Öls Anethol zu den Klassikern unter den Heilpflanzen. Anethol steckt in den reifen Blüten der Pflanze und hilft dank seiner entkrampfenden Wirkung bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl. Das Wintergewürz wird häufig als Magen-Darm-Tee in Kombination mit Fenchel und Kümmel angeboten, lässt sich aber auch ohne die anderen Gewürze zu Tee verarbeiten. Dazu einen Teelöffel Anis-Früchte leicht zerdrücken, mit kochendem Wasser übergießen und rund zehn Minuten ziehen lassen.

Aber Vorsicht: Manche Menschen reagieren allergisch auf Anis. Meist handelt es sich dabei um eine Kreuzreaktion, bei der Betroffene eigentlich gegen Kräuterpollen wie Beifuß sensibilisiert sind. Aufgrund ähnlicher Eiweißmoleküle in den Anis-Früchten kann es zu einer Art Verwechslung des Immunsystems kommen (sogenannten Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie).

Wintergewürze gegen Verdauungsbeschwerden: Kümmel

Auch die aromatisch riechenden Früchte des Kümmels können Magen-Darm-Probleme wie Bauschmerzen, Bauchkrämpfe, Blähungen und Völlegefühl lindern. Oft wird Kümmel deshalb schwer verdaulichen Speisen wie Kohl-Gerichten als Wintergewürz beigemischt. Darüber hinaus kann er als Zutat in Magen-Darm-Tees oder als Öl zur äußeren Anwendung (Bauchmassagen) genutzt werden. Da die heilende Wirkung auch hier auf ätherischen Ölen, nämlich dem intensiv riechenden Carvon und Limonen, beruht, sollte Kümmelöl nicht unverdünnt aufgetragen werden – das könnte Hautreizungen hervorrufen. Vorsicht ist auch bei Babys und Kleinkindern geboten, da konzentriertes Kümmelöl bei ihnen Atemnot hervorrufen kann. Wer an Asthma bronchiale leidet, sollte vor der Anwendung mit seinem Arzt sprechen, da Kümmelöl unter Umständen einen Asthma-Anfall auslösen kann.

Wintergewürze gegen Verdauungsbeschwerden: Fenchel

Auch Fenchel enthält etliche ätherische Öle, zum Beispiel das süßlich schmeckende Anethol und das bittere Fenchon, was ihn zu einer wertvollen Heilpflanze für Magen und Darm macht. Wie auch bei Anis und Kümmel fördern die ätherischen Öle des Wintergewürzes die Beweglichkeit der glatten Muskulatur des Darms und wirken so verdauungsfördernd und krampflösend.

Wintergewürze gegen Verdauungsbeschwerden: Weihnachtsgewürze wie Zimt, Wachholder, Gewürznelken

Auch typische Weihnachtsgewürze werden traditionell bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Dazu zählen unter anderem:

  • Zimt
  • Wachholder
  • Gewürznelken
  • Kardamom

Weihnachtsgewürze können Übelkeit und Durchfällen entgegenwirken. Darüber hinaus können sie laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen lindern.

Vor allem Zimt sollte allerdings nur in Maßen verzehrt werden, da er laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den aromatischen sekundäre Pflanzenstoff Cumarin enthält, der bei empfindlichen Menschen in höheren Dose unter anderem zu Leberschäden führen kann. Verträglicher ist der cumarin-ärmere Ceylon-Zimt.*

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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