Eine Frau drückt Creme aus einer Tube auf ihren Zeigefinger (Symbolbild).
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Eine schonende und reichhaltige Hautpflege schützt empfindliche Haut im Herbst vor dem Austrocknen (Symbolbild).

Herbstwind, Heizungsluft, Kälte

Höheres Kontaktallergie-Risiko im Herbst: Die richtige Hautpflege schützt

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Mit dem Herbst kommt auch die trockene Haut. Menschen mit empfindlicher Haut oder Neurodermitis sollten in dieser Zeit besonders auf eine verträgliche Hautpflege achten - sonst drohen sogar Kontaktallergien.

Mönchengladbach – Kalter Herbstwind und trockene Heizungsluft strapazieren empfindliche Haut. Neurodermitiker und Kontaktallergiker sollten in dieser Jahreszeit deshalb verstärkt auf eine geeignete und gut verträgliche Hautpflege achten. Denn ist der Schutzfilm der Haut einmal gestört, können Kontaktallergene leichter eindringen und allergische Reaktionen auslösen.

Empfindliche Haut Herbst: Warum die kalte Jahreszeit die Haut besonders strapaziert

Für empfindliche Haut bedeutet der Herbstbeginn Stress. Denn Wind und Kälte verengen die Blutgefäße, wodurch die Haut nicht mehr so gut durchblutet wird. Hinzu kommen trockene Heizungsluft und häufige Temperaturwechsel, die die ohnehin schon trockene Neurodermitis-Haut zusätzlich reizen.

Durch fehlende Feuchtigkeit und Hautfette wird die Schutzfunktion der Haut herabgesetzt und allergieauslösende Stoffe und Bakterien können leichter eindringen, erklärt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Verstärkt wird dieser Mechanismus noch durch mechanisches Kratzen, denn trockene Haut wird meist von unangenehmen Juckreiz begleitet. (Allergische Reaktionen im Herbst: Diese Allergien haben jetzt Hochsaison)

Empfindliche Haut im Herbst: So entstehen Kontaktallergien

Zu einer Kontaktallergie kommt es, wenn Allergene, wie Duftstoffe, Konservierungsmittel, Farbstoffe, Nickel oder ätherische Öle (z.B. in Kosmetika) in die Haut eindringen. Ist der Körper auf diese Stoffe sensibilisiert, reagiert das Immunsystem bei wiederholtem Kontakt mit einer Überreaktion. (Gefährliche Inhaltsstoffe in Kosmetik: Diese Produkte enthalten gesundheitsschädliche Substanzen)

Typische Anzeichen einer Kontaktallergie sind:

  • Rötungen
  • Starker Juckreiz
  • Schwellungen
  • Bläschen
  • Nässender Ausschlag
  • Schuppungen der Haut
  • Schwellungen

Die Symptome treten bis zu 72 Stunden nach dem Allergen-Kontakt auf und zeigen sich an den Hautstellen, die mit dem Allergieauslöser in Berührung gekommen sind. Bei häufigem Kontakt mit den Allergieauslösern entwickeln sich chronische Hautekzeme mit entzündlichen Verdickungen und Verhornungen. Meist treten sie später auch in Körperbereichen auf, die keinen Kontakt mit dem Allergen hatten, man spricht von einer Streureaktion.

Empfindliche Haut: Die richtige Pflege im Herbst

Besonders bei schwerer Neurodermitis sollten Betroffene immer einen Arzt zu Rate ziehen und besprechen, ob der Einsatz von Medikamenten wie Cortison-Salben nötig ist.

Darüber hinaus kann eine konsequente Hautpflege helfen, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut aufrechtzuerhalten und ihre Barrierefunktion zu stärken. Sie sollte auch in symptomfreien Zeiten fortgesetzt werden. Wichtig ist dabei, auf Pflegeprodukte ohne Duft- und Farbstoffe zu achten. Auch bestimmte Konservierungsmittel wie Parabene können die Haut reizen und Allergien auslösen. Vorsicht ist auch bei Erkältungsbädern geboten, da sie häufig allergieauslösende Pflanzenauszüge enthalten. (Nadelhölzer, Kampfer und Menthol: In vielen Erkältungsbädern stecken Allergieauslöser)

Treten nässende Hautstellen auf, sollten Betroffene Cremes oder Salben mit höherem Feuchtigkeitsgehalt anwenden. In symptomfreien Zeiten eignen sich dagegen eher fetthaltige Cremes (Wasser-in-Öl-Emulsionen). Allergikerfreundliche Pflegeprodukte erkennen Verbraucher zum Beispiel am DAAB-Logo.

Empfindliche Haut: Auch die Lippen pflegen

Auch die dünne Haut der Lippen sollte im Herbst nicht in Vergessenheit geraten. Da Lippen keine Talgdrüsen besitzen, können sie besonders schnell austrocknen. Der DAAB empfiehlt Menschen mit empfindlicher Haut, die Lippen mit einer fetthaltigen Creme oder einer speziellen Lippenpflege zu versorgen. Ungeeignet sind dagegen Pflegeprodukte mit Mineralölen, da sie die Lippen zusätzlich austrocknen. Dabei entsteht eine Art Gewohnheitseffekt und das Gefühl, die Lippen erst recht eincremen zu müssen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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