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Atemübungen bei Asthma bronchiale: Können sie die Beschwerden lindern?

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Frau mit rotem Top steht am Meer und atmet mit ausgestreckten Armen tief durch (Symboldbild).
Durchatmen dank Atemübungen: Ob diese bei Asthma bronchiale helfen, haben Forscher nun untersucht (Symbolbild). © Antonio Guillem/imago images

Atemübungen bei Asthma sind als Therapie-Ergänzung schon lange bekannt. Doch können sie die Beschwerden tatsächlich lindern? Wissenschaftler haben mehrere Studien dazu ausgewertet.

London – Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Asthma bronchiale mit 235 Millionen Betroffenen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, wobei in den letzten Jahrzehnten vor allem die Zahl betroffener Kinder zugenommen hat. Die epidemiologische Bedeutung und die steigenden volkswirtschaftlichen Kosten durch Notfallversorgung, Klinikaufenthalte und Fehlzeiten werfen immer wieder die Frage nach (ergänzenden) Bausteinen der erfolgreichen Asthma-Therapie auf. Eine Forschergruppe des Wissenschafts-Netzwerkes Cochrane hat in diesem Zusammenhang die Effektivität von Atemübungen bei der Asthma-Behandlung untersucht.

Atemübungen bei Asthma bronchiale: Das passiert in der Lunge

Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege anfallsartig oder dauerhaft verengt und chronisch entzündet. Die Erkrankung kann Betroffene im Alltag stark einschränken. Typische Asthma-Symptome sind:

Durch eine erfolgreiche Behandlung kann die Erkrankung aber kontrolliert werden und Betroffene können ein nahezu beschwerdefreies Leben führen. Die Behandlung setzt sich aus dem Einsatz von Medikamenten und einer nichtmedikamentösen Therapie zusammen. Bausteine der nichtmedikamentösen Behandlung sind unter anderem Atemübungen, seelische Entspannung und eine gesunde Lebensweise bzw. bei allergischem Asthma die Vermeidung von Allergenen. Atemübungen sollen bei einem akuten Asthma-Anfall entspannend wirken und einer Hyperventilation entgegen wirken. Ob diese auch die Asthma-Symptome lindern können, war nun Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen der Cochrane-Gruppe.

Atemübungen bei Asthma bronchiale: Forscher werteten Ergebnisse von 22 Studien aus

Für ihre Übersichtsarbeit werteten die Forscher die Ergebnisse von 22 Studien mit insgesamt 2.880 Teilnehmern mit leichtem bis mittelschweren Asthma bronchiale aus. Alle Studien waren randomisiert kontrollierte Studien, was bedeutet, dass die Teilnehmer den Gruppen zufällig zugeordnet wurden. Je nach Gruppe mussten sie entweder Atemübungen durchführen oder sich einer Kontrollbehandlung unterziehen.

Die Atemübungsgruppe musste verschiedene Atemübungen, wie Yoga, Atem-Retraining, Buteyko, Papworth und tiefe Zwerchfellatmung durchführen. In 20 der untersuchten Studien wurde die Wirksamkeit der Atemübungen mit der einer normalen Asthma-Behandlung und in zwei mit der einer Asthma-Beratung verglichen. Die Forscher interessierte insbesondere, welchen Einfluss die Atemübungen auf die Lungenfunktion, die Zahl der Exazerbationen (Verschlechterungen) der Erkrankung und die Lebensqualität der Patienten hatten.

Asthma bronchiale: So wirksam sind Atemübungen bei der Atemwegserkrankung

Die Auswertungen der Forscher ergaben: Nach drei Monaten hatte sich die Lebensqualität bei den Probanden, die die Atemübungen regelmäßig durchführten, verbessert. Auch auf die Hyperventilation und die Lungenfunktion wirkten sich die Atemübungen positiv aus, wie Lungenfunktionstests zeigten. Eine generelle Verbesserung der Asthma-Symptome durch die Atemübungen konnten die Daten jedoch nicht belegen. Daraus schlussfolgern die Wissenschaftler, dass sich die Atemübungen offenbar zwar positiv auf die Lebensqualität von Asthmatikern auswirken können, durch methodische Unterschiede bei den Studien sollte der Nutzen jedoch durch weitere Forschung geprüft werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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