Eine Frau streckt ihre Füße vor einem rosefarbenen Hintergrund in die Höhe (Symbolbild).
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Können Füße im Herbst und Winter nicht mehr „atmen“, können sich trockene Ekzeme an der Fußsohle und den Zehen bilden (Symbolbild).

Fußpflege bei Neurodermitis

Atopischer Winterfuß: So beugen Sie trockenen Ekzemen an Zehen und Fußsohle vor

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Kommt es in der kalten Jahreszeit durch dicke Socken und Schuhe zu einem Hitzestau an den Füßen, können sich entzündliche Hautveränderungen – ein sogenannter „atopische Winterfuß“ bilden. Die Erkrankung ist eine Ausprägung der Neurodermitis.

Mönchengladbach Dicke Socken und festes Schuhwerk halten die Füße im Herbst und Winter zwar warm, führen aber auch dazu, dass die Haut nicht mehr ausreichend „atmen“ kann. In der Folge kann es bei Neurodermitikern mit empfindlicher und trockener Haut zu behandlungsbedürftigen Ekzemen und tiefen, blutigen Rissen an der Fußsohle und den Zehen kommen. Man bezeichnet die Erscheinung als „atopischen Winterfuß“ (Pulpitis sicca). Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten Menschen mit Neurodermitis in der kalten Jahreszeit bei der Fußpflege einiges beachten.

Atopischer Winterfuß: So entstehen Fuß-Ekzeme

Wie die Bezeichnung „atopischer Winterfuß“ vermuten lässt, handelt es sich bei trockenen Ekzemen und Rissen in der Haut um Beschwerden, die hauptsächlich in der kalten Jahreszeit auftreten. Die genauen Auslöser der Erkrankung sind nicht geklärt, Ärzte gehen aber davon aus, dass geschlossene, luftundurchlässige Schuhe und dicke, oft aus synthetischen Materialien gefertigte Socken als sogenannte Triggerfaktoren das Krankheitsbild auslösen.

Festes Schuhwerk und warme Socken sorgen für einen Hitzestau, der die Füße schwitzen lässt. Da der Schweiß nicht verdunsten kann, weicht er die obere Hautschicht allmählich auf, wodurch die natürliche Barrierefunktion der Haut gestört wird. Diese ist bei Neurodermitikern aufgrund fehlender Feuchthaltefaktoren und Hornfette ohnehin durchlässiger. Ist die Haut bereits gereizt, können reizende Inhaltsstoffe in den Schuhen und Strümpfen (z.B. Wolle oder Farbstoffe) den Effekt noch weiter verstärken. Zudem kann es durch die geschädigte Haut zu Pilzinfektionen (Fußpilz) kommen. (Leggins-Syndrom: Schwarze Leggings, Strumpfhosen und Socken können eine Textildermatitis auslösen)

Atopischer Winterfuß: Diese Symptome deuten auf die Erkrankung hin

Der atopische Winterfuß zeigt sich durch Symptome wie extrem trockene Haut, Rötungen, Juckreiz und schmerzhafte Haut-Risse. Meist entwickeln sich die Beschwerden zunächst im Bereich der Fußsohle und/oder an den Kuppen der Zehen. Im weiteren Verlauf sind dann oft auch die Zehenzwischenräume betroffen. Auch wenn beim atopischen Winterfuß als „Minimalmanifestation“ der Neurodermitis nur kleine Hautarreale betroffen sind, können die entzündlichen Hautveränderungen Betroffenen im Alltag stark einschränken, wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) warnt.

Atopischer Winterfuß: Die richtige Fußpflege bei Neurodermitis

Zur Vorbeugung des atopischen Winterfußes sollten Neurodermitiker und Menschen mit empfindlicher und trockener Haut im Herbst und Winter auf eine regelmäßige (möglichst tägliche) verträgliche und reichhaltige Fußpflege achten. Bei der Auswahl der Pflegeprodukte gilt laut DAAB die Regel: Je trockener die Haut, desto höher sollte der Fettgehalt der Pflegecreme sein. Pflegende Substanzen wie Harnstoff (5-10 Prozent), pflanzliche Öle, Glycerin und Panthenol helfen, Feuchtigkeit in die Haut zu transportieren und dort zu binden. Zudem wirken sie abschuppend.

Die Füße sollten vor der Pflege gewaschen und gründlich abgetrocknet werden - auch zwischen den Zehen. Pflegecremes, die frei von reizenden Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen sind, erkennen Neurodermitiker am DAAB-Logo oder dem ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung. (Höheres Kontaktallergie-Risiko im Herbst: Die richtige Hautpflege schützt)

Atopischer Winterfuß: Weitere Tipps zur Prävention

Neben der regelmäßigen Fußpflege, können folgende Tipps helfen, trockene und empfindliche Haut an den Füßen zu schützen und einem atopischen Winterfuß vorzubeugen:

  • Geschlossene Schuhe und dicke Socken nicht länger als nötig tragen
  • Zuhause eignen sich offene Hausschuhe
  • Atmungsaktive Schuhe kaufen
  • Wenn möglich: zwischenzeitlich barfuß laufen
  • Baumwollsocken sind synthetischen Socken (z.B. aus Nylon) vorzuziehen
  • Lauwarme, rückfettende Fußbäder entspannen und schützen die Haut vor dem Austrocknen. Vorsicht aber bei Badezusätzen mit ätherischen Ölen – sie können Kontaktallergien auslösen
  • Bei sehr trockener Haut: Pflegecreme dick auftragen und über Nacht einwirken lassen
  • Bei sehr starken Beschwerden kann der Arzt cortisonhaltige Cremes verschreiben
  • Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie gegen Inhaltsstoffe der Schuhe oder Socken bringt ein Allergietest Klarheit

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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