Es sind verschiedene Medikamente (Tabletten) und Euro-Scheine zu sehen (Symbolbild).
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Bis zu zehn Euro Zuzahlung müssen gesetzlich versicherte Patienten beim Medikamentenkauf leisten (Symbolbild).

Verschreibungspflichtige Arzneimittel

Befreiung von Zuzahlung bei Medikamenten: Wie Patienten unnötige Kosten vermeiden

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten müssen Patienten häufig eine Zuzahlung leisten. Nur unter bestimmten Umständen können sich Versicherte davon befreien lassen. 

Berlin – Wer unter einer Allergie oder Unverträglichkeit leidet, ist in der Regel auf bestimmte Medikamente angewiesen. Diese sind nicht immer günstig. So müssen viele Patienten einen Teil der Kosten übernehmen, auch wenn der behandelnde Arzt die notwendigen Arzneimittel verschreibt. Damit der Eigenanteil nicht höher als nötig ausfällt, sollten Versicherte sich daher an ein paar hilfreiche Tipps halten.

Medikamente kaufen: Wie Sie unnötige Zuzahlungen vermeiden

Stellt der Arzt für ein verschreibungspflichtiges Medikament ein Rezept aus, übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten. Allerdings müssen Versicherte eine gesetzliche Zuzahlung leisten. Diese beläuft sich auf rund zehn Prozent des Arzneimittelpreises.

Ausnahmen gelten nur bei Medikamenten, die besonders günstig oder eher teuer sind. So liegt der Eigenanteil immer bei mindestens fünf Euro, maximal jedoch bei zehn Euro. Auch für Medikamente, die weniger als fünf Euro kosten, gibt es eine Sonderregelung: In diesem Fall muss der Patient die Kosten alleine tragen.

Stehen mehrere Arzneimittel auf dem Rezept, müssen Patienten die Zuzahlung für jedes Medikament einzeln leisten. Zudem müssen rezeptfreie Medikamente immer aus der eigenen Tasche gezahlt werden.

Medikamente kaufen: Diese Ausnahmen gibt es

Ausnahmen gibt es für Menschen mit einer chronischen Erkrankung. Für sie gilt eine reduzierte Zuzahlungsgrenze von einem Prozent der Einnahmen. Die Krankenkasse übernimmt darüber hinaus auch nicht verschreibungspflichtige Arznei- und Naturheilmittel, die zur Standardtherapie von schwer kranken Menschen benötigt werden.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit. Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse bei Kindern unter zwölf Jahren und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen auch die Kosten für nicht rezeptpflichtige Arzneimittel.

Medikamente kaufen: Wann sind Arzneimittel von der Zuzahlung befreit?

Unter Umständen kann ein Medikament komplett von der Zuzahlung befreit werden, wie die Verbraucherzentrale NRW berichtet. Dies ist der Fall, wenn Ärzte oder Patienten sich für ein günstigeres Präparat mit vergleichbarer Zusammensetzung und Wirkung entscheiden. Einzige Bedingung: Das entsprechende Präparat kostet mindestens 30 Prozent weniger als der von den Krankenkassen vereinbarte Festbetrag für die übergeordnete Wirkstoffgruppe.

Der Festbetrag eines Arzneimittels wird jährlich vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen angepasst. Dabei handelt es sich um einen festgelegten Preis, der für eine Gruppe von vergleichbaren Medikamenten gilt. Doch Vorsicht liegt der Preis eines Medikamentes über dem Festbetrag, muss der Patient die Differenz zwischen Festbetrag und Abgabepreis zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung von fünf bis zehn Euro pro Packung zahlen.

Medikamente kaufen: Rabatte für einzelne Arzneimittel

Um die Versicherten zu entlasten, handeln Krankenkassen Rabatte für häufig verordnete Medikamente aus. Diese Einsparungen geben sie dann ganz oder teilweise durch Senkung der jährlichen Zuzahlungsbeträge an die Versicherten weiter.

Apotheker sind daher verpflichtet, Kunden ein Arzneimittel gegen ein vergleichbares rabattiertes Präparat einzutauschen. Nur wenn der Arzt ausdrücklich davon abrät, darf von dieser Regel abgewichen werden. Der Patient erhält dann das verordnete Medikament und muss dafür eine höhere Zuzahlung leisten.

Medikamente kaufen: Belastungsgrenze kennen

Damit die medizinische Versorgung für jeden gewährleistet ist, gibt es nicht nur für chronisch kranke Menschen eine Belastungsgrenze. Auch für alle anderen gilt: Liegt die Gesamtsumme der Zuzahlungen in einem Jahr bei zwei Prozent des Bruttoeinkommens, werden Versicherte von der Zuzahlung befreit.

Laut dem Bundesgesundheitsministerium fließen in diese Rechnung nicht allein die Zuzahlungen für Arzneimittel ein, auch der Eigenanteil für stationäre Behandlungen und entstehende Kosten für Heilmittel und häuslicher Krankenpflege werden mit einbezogen. Ob die Belastungsgrenze im Laufe des Jahres erreicht wird, können Betroffene mit einem Zuzahlungsrechner ermitteln*, wie merkur.de berichtet.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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