1. 24vita
  2. Behandlung
  3. Medikamente

Medikamente gegen Heuschnupfen: Diese günstigen Mittel helfen wirklich

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmina Deshmeh

Nasenspray, Tabletten, blaue Taschentücher und blaues Asthmaspray liegen auf einem weißen Untergrund (Symbolbild).
Heuschnupfen kann auch vielfältige Weise behandelt werden, etwa durch Nasenspray, Antihistaminika oder (wenn er von Asthma begleitet wird) von Beta-2-Sympathomimetika (Symbolbild). © Revierfoto/imago-images

Heuschnupfen ist nicht nur unangenehm, er kann unbehandelt auch zu allergischem Asthma führen. Dabei zeigen viele Mittel eine gute Wirkung, ohne dass Patienten dabei zu tief in die Tasche greifen müssen.

Berlin – Durch den Klimawandel fliegen Blütenpollen teilweise schon im Winter und noch weit in den Herbst hinein. Die ersten Hasel- und Erlenpollen sind bereits unterwegs. Wer an einer starken Pollenallergie leidet, sollte also rechtzeitig vorsorgen und sich um Heuschnupfen-Medikamente kümmern. Die Auswahl an rezeptfreien Arzneimitteln ist groß und Patienten können schnell den Überblick verlieren. Die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest haben verschiedene Präparate genauer unter die Lupe genommen und informieren, welche Heuschnupfen-Mittel die Symptome tatsächlich lindern und dabei auch noch erschwinglich sind.

Medikamente gegen Heuschnupfen: Allergietests beim Arzt bringen Klarheit

Bei Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose wasserlösliche Proteine in Pflanzenpollen, die bei Kontakt mit den Schleimhäuten freigesetzt werden. Dabei wird das Gewebshormon Histamin freigesetzt, dass die typischen Allergie-Symptome auslöst.

Wer sich nicht sicher ist, ob hinter einer verstopften Nase, Niesattacken und juckenden, tränenden oder geschwollenen Augen wirklich eine Pollenallergie steckt, sollte zum Allergologen gehen. Er wird mithilfe eines Allergietests die Ursache der Beschwerden ermitteln. Neben Pollen können auch Tierallergene, Schimmelpilze und Hausstaubmilben Auslöser der Symptome sein, die bei einer diagnostizierten Allergie möglichst gemieden werden sollten (Allergenkarenz). Wird die verstopfte Nase von Schmerzen im Bereich des Kopfes und der Stirn begleitet, kann auch eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) dahinter stecken.

Medikamente gegen Heuschnupfen: Viele Medikamente rezeptfrei erhältlich

Hat der Arzt die Diagnose Heuschnupfen gestellt, empfiehlt er Patienten oft zunächst rezeptfreie Arzneimittel. Die Auswahl an Medikamenten, die nach Einschätzung der Experten der Stiftung Warentest geeignet sind, ist groß. Sind nur Augen und Nase betroffen, können zunächst lokal wirkende Nasensprays oder Tropfen helfen. Einige dieser Medikamente enthalten Cromoglicinsäure und können auch vorbeugend angewendet werden. Die Anwendung sollte dann zwei Wochen vor Beginn des Pollenflugs starten und bis zum Ende der Pollensaison erfolgen.

Nasensprays und Augentropfen mit Antihistaminika wirken dagegen schneller und können akute Allergie-Beschwerden lindern. Einen schnellen Effekt haben Wirkstoffe wie Cetirizin, Levocetirizin und Loratadin sowie der bis vor kurzem rezeptpflichtige Wirk­stoff Desloratadin.

Bei starken Beschwerden wird der behandelnde Arzt zu cortisonhaltigen Nasensprays raten. Einige von ihnen sind seit einigen Jahren ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Beclometason, Mometason oder Fluticason. Sie dürfen allerdings nicht bei Kindern angewendet werden. Außerdem sollte ärztlich abgeklärt sein, dass es sich bei den Beschwerden tatsächlich um Heuschnupfen handelt. Cortisonhaltige Nasensprays werden nach Angaben der Experten der Stiftung Warentest einmal täglich angewendet und brauchen meist einige Tage, bis sie ihre volle Wirkung zeigen. Sie haben eine stärkere Wirkung als Antihistaminika und Präparate mit Cromoglicinsäure, können aber auch Nebenwirkungen haben und sollten daher in erster Linie bei starken allergischen Symptomen genutzt werden.

Medikamente gegen Heuschnupfen: Welche Mittel sind für allergische Kinder geeignet?

Zunächst sollten Eltern auch bei Kindern abklären lassen, ob es sich bei den Symptomen tatsächlich um eine Allergie – und dabei konkret um Heuschnupfen – handelt. Die Therapie mit Medikamenten sollte immer in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Eine Selbstbehandlung ist nur sinnvoll, wenn sie vorher schon einmal mit dem Arzt abgesprochen wurde. Auch bei kleinen Kindern können laut Stiftung Warentest Eltern Tropfen und Sprays mit Cromoglicinsäure anwenden, gleiches gilt für Levoca­bastin-Nasen­sprays und -Augen­tropfen. Ihr Einsatz ist ab einem Alter von einem Jahr möglich.

Ist die Anwendung von Anti­histaminika-Sprays für allergische Kinder zu unangenehm, können Eltern auf Antihistaminika in flüssiger Form ausweichen, raten die Experten der Warentest. So gibt es beispielsweise Cetirizin-Saft, den Kinder ab zwei Jahren einnehmen dürfen.

Medikamente gegen Heuschnupfen: „Etagenwechsel“ verhindern

Für welche Mittel auch immer sich Patienten entscheiden, es ist in jedem Fall wichtig, den Heuschnupfen zu behandeln, sonst droht ein sogenannter Etagenwechsel von den oberen in die unteren Atemwege. Dazu gehört auch, Pollen so gut es geht zu meiden. Haben sich die entzündlichen Reaktionen erst einmal bis in die Bronchien ausgebreitet, kann es zu Atemwegsbeschwerden und Asthma-Anfällen kommen. In diesem Fall erfolgt die Behandlung mit Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol oder cortisonhaltigen Medikamente zum Inhalieren. Viele von ihnen sind rezeptfrei.

Sollten Medikamente keine Wirkung zeigen, kann Heuschnupfen auch ursächlich behandelt werden. Die sogenannte Hyposensibilisierung kann allerdings mit unangenehmen Nebenwirkungen (bis hin zu einem allergischen Schock) verbunden sein. Risiken und Nutzen müssen also immer gegeneinander abgewogen werden.

Medikamente gegen Heuschnupfen: Diese Präparate empfiehlt die Stiftung Warentest

Zusammenfassend empfehlen die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest bei Heuschnupfen Präparate mit folgenden Wirkstoffen:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant