Ein Mann kratzt sich am Arm (Symbolbild).
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Eine geschädigte Hautbarriere sorgt bei Neurodermitis-Patienten für trockene und juckende Haut (Symbolbild).

Forschung bei Neurodermitis

Neurodermitis-Therapie: Probiotisches Spray kann bei atopischer Dermatitis helfen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Schon länger vermuten Forscher, dass ein gestörtes Haut-Mikrobiom für anhaltende Beschwerden bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis) verantwortlich ist. Wie wichtig es ist, das Mikrobiom in die Therapie einzubeziehen, zeigt eine aktuelle Studie.

Washington (USA) – Trockene, raue Haut, gerötete, nässende Stelle, und ein ständiger, quälender Juckreiz: Wer unter Neurodermitis (atopischer Dermatitis) leidet, kennt diese Symptome nur zu gut. Meist zeigen sich die Beschwerden bereits bei Babys und Kleinkindern. So gehört Neurodermitis zu den häufigsten Hauterkrankungen im Kindesalter. Da der Krankheitsverlauf individuell sehr unterschiedlich sein kann, erfordert die Therapie meist viel Geduld. Welche Rolle dabei die Hautbarriere und insbesondere der Bakteriencocktail auf der Haut spielen, ist bereits seit einiger Zeit Forschungsgegenstand. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus den USA hat in diesem Zusammenhang nun die Wirksamkeit eines äußerlich angewendeten Probiotika-Sprays bei der Behandlung von Neurodermitis untersucht.

Probiotisches Spray bei Hauterkrankungen: Neues Medikament lindert Neurodermitis bei Kindern

Schon länger ist bekannt, dass die Zusammensetzung der Bakterien, die die Haut besiedeln, auch Mikrobiom der Haut genannt, das Krankheitsgeschehen bei Neurodermitis beeinflusst. So ist die Bakterienvielfalt auf der Haut von Betroffenen oft geringer und zugunsten von schlechten Bakterien verschoben: Einerseits ist die Haut bei Neurodermitis vermehrt mit dem Bakterium Staphylococcus aureus besiedelt, andererseits scheinen Bakterien der Art Roseomonas mucosa zu fehlen. Genau diese gesunden Bakterien haben US-amerikanische Forscher vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) nun von der Haut gesunder Spender kultiviert. In Form eines probiotischen Sprays sollen sie Betroffenen Kindern Linderung verschaffen.

Im Rahmen der aktuellen Studie untersuchten die Forscher die Haut von 20 Kindern im Alter von 3 bis 16 Jahren. Für einen Zeitraum von drei Monaten behandelten die Mediziner die betroffenen Stellen zunächst zweimal wöchentlich, anschließend für einen weiteren Monat jeden zweiten Tag. Dabei trugen die Mediziner ein spezielles probiotisches Spray, das mit Bakterien der Art Roseomonas mucosa angereichert war, auf die betroffenen Hautpartien auf.

Probiotisches Spray bei Hauterkrankungen: So wirksam ist die Therapie bei Neurodermitis

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Nach vier Monaten besserte sich der Hautausschlag bei der Mehrheit der Kinder deutlich - um mehr als 50 Prozent ging das Ekzem an behandelten Hautstellen wie Hals, Händen, Rumpf, Ellen- und Kniebeugen zurück. Die Kinder verspürten nach eigenen Angaben deutlich weniger Juckreiz und damit eine bessere Lebensqualität. Ebenfalls brauchten sie weniger Medikamente wie Kortikosteroide, um die Symptome in den Griff zu bekommen. „Die meisten Kinder in der Studie zeigten nach der Therapie mit Roseomonas mucosa erhebliche Verbesserungen ihrer Haut und ihres allgemeinen Wohlbefindens“, erklärte Ian Myles vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in einer Pressemitteilung.

Die Wissenschaftler beobachteten zudem einen positiven Effekt auf die mikrobiologische Vielfalt der Haut. Auch nach acht Monaten ließen sich die gesunden Bakterien noch auf der Haut nachweisen, die Menge der schädlichen Bakterien sank dagegen. „Diese Ergebnisse im Frühstadium legen nahe, dass die Therapie mit Roseomonas mucosa dazu beitragen könnte, einige Kinder sowohl von der Belastung durch Ekzemsymptome als auch von der Notwendigkeit einer täglichen Behandlung zu befreien“, erklärte Anthony Fauci, Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID).

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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