Eine Frau sitzt auf dem Sofa und putzt sich die Nase (Symbolbild).
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Nasenpolypen erschweren nicht nur die Atmung, sondern schränken auch die Lebensqualität von Betroffenen deutlich ein (Symbolbild).

Symptome erkennen und behandeln

Nasenpolypen bei Asthma und Allergien: So kann eine Operation helfen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Egal ob eine Allergie oder Asthma dahintersteckt, Nasenpolypen schränken die Lebensqualität stark ein. Denn Polypen in der Nase beeinträchtigen die Atmung erheblich. Meist hilft nur eine Operation, wie eine kürzlich veröffentliche Studie aus Bochum zeigt.

Bochum – Wer unter Nasenpolypen leidet, dem hilft meist nur ein chirurgischer Eingriff. Doch oft kommen die unangenehmen Wucherungen der Nasenschleimhaut trotz Operation nach einiger Zeit wieder. Warum das so ist und was man dagegen tun kann, haben nun Forscher der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden.

Nasenpolypen bei Asthma und Allergien: So kann eine Operation helfen

Nasenpolypen, unter Fachleuten auch Polyposis nasi genannt, sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Meist verursachen die Veränderungen der Schleimhäute in der Nase und den Nasennebenhöhlen kaum Probleme. Dehnen sich die Polypen jedoch aus oder wachsen gar in die Nasenhöhle hinein, beeinträchtigt das die Atmung. Auch ein eingeschränktes Riechvermögen, Schnarchen, Entzündungen der oberen Atemwege, Mittelohrentzündungen sowie vermehrte Schleimbildung gehören zu den typischen Symptomen. Meist schränken Nasenpolypen zudem die Lebensqualität von Betroffenen stark ein.

Rund zehn Prozent der Deutschen sind laut der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) von einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen betroffen. Doch Polypen treten selten allein auf: Viele Patienten leiden darüber hinaus an Erkrankungen der Atemwege. So haben Patienten, die von Asthma oder einer Allergie betroffen sind, häufig ein erhöhtes Risiko, eine Nasennebenhöhlenentzündung mit Polypen zu entwickeln. Sind die Beschwerden nicht mehr auszuhalten, hilft meist nur noch eine Operation. Doch in vielen Fällen kommen die Nasenpolypen nach einiger Zeit wieder. (Nasennebenhöhlenentzündung: Was hilft bei einer Erkältung?)

Nasenpolypen bei Asthma und Allergien: Entzündungen in den Nasennebenhöhlen

Die genauen Ursachen für die Bildung der Polypen ist noch unklar. Als wichtiger Faktor gelten jedoch wiederkehrende Entzündungen in der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen. „Wir wussten schon, dass sich Nasenpolypen durch bestimmte Immunbotenstoffe, sogenannte Zytokine, auszeichnen, die so ähnlich auch bei den Entzündungsprozessen bei Asthma und Neurodermitis vorkommen“, erklärt Studienleiter Stijn Bogaert.

Bisher vermuteten Mediziner jedoch, dass diese Entzündungsherde mit der operativen Entfernung der Polypen ebenfalls verschwinden würden. Die Wissenschaftler konnten in der aktuellen Untersuchung, die im Fachmagazin „Allergy“ veröffentlicht wurde, nun zeigen, dass diese Entzündungen sich auch dort nachweisen lassen, wo sich keine Polypen befinden. Die dortigen Entzündungen sind zudem genauso stark wie in den Nasenpolypen. (Allergie-Symptome: Hörverlust durch Entzündungen im Ohr)

Nasenpolypen bei Asthma und Allergien: Polypen operativ entfernen

Abhängig davon, wie stark die Beschwerden sind und wodurch sie ausgelöst werden, hilft zunächst eine medikamentöse Therapie. Kleine Wucherungen werden in der Regel mit Kortison behandelt. Liegt gleichzeitig eine Allergie oder Asthma vor, verschreibt der Arzt in der Regel Antihistaminika. Hilft auch das nicht, müssen die Polypen chirurgisch entfernt werden. Bei der neuen operativen Methode werden jedoch nicht nur die Nasenpolypen entfernt, sondern auch die gesamte Nasennebenhöhlenschleimhaut. „Deswegen wird sie auch Reboot- oder Neustart-Technik genannt“, erklärt der Mediziner Stijn Bogaert, der ursprünglich aus Belgien stammt.

Mit verblüffendem Ergebnis: Auch ein Jahr nach der Operation waren die meisten Patienten beschwerdefrei. Zudem konnten die Forscher feststellen, dass die Entzündungen der Nasennebenhöhlenschleimhaut deutlich geringer waren. Ein Jahr nach dem Eingriff hatten nur wenige Patienten mit einem Rückfall zu kämpfen. „Da die Schleimhaut abseits der Polypen bei der konventionellen Operation nicht mit entfernt wird, könnte sie also ein Grund für das häufige Wiederauftreten der Polypen sein“, folgert Stijn Bogaert. (Asthma-Checkliste: 9 Faktoren, die das Asthma-Risiko beeinflussen können)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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