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Schilddrüsentabletten mit L-Thyroxin: Spürbare Nebenwirkungen und Wechselwirkungen möglich

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Von: Laura Knops

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Das künstliche Schilddrüsenhormon L-Thyroxin für die meisten Patienten gut verträglich. Spürbare Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind trotzdem möglich.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert das schmetterlingsförmige Organ zu wenig der lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4). Diese sind an einer Vielzahl an Vorgängen im Körper beteiligt. Gerät die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht, kann dies daher verschiedene Beschwerden hervorrufen. Ersetzt werden können diese Botenstoffe durch Schilddrüsentabletten auf Basis von L-Thyroxin. Die künstlichen Hormone können jedoch – je nach Dosierung und Verträglichkeit – zahlreiche Nebenwirkungen hervorrufen. Was Patienten bei der Einnahme beachten sollten – Tabletten beispielsweise nicht mit Kaffee einnehmen – und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie hier.

Schilddrüsentabletten: Nebenwirkungen von L-Thyroxin sind möglich

Produziert die Schilddrüse aufgrund einer Fehlfunktion zu wenige Hormone, sprechen Experten von einer Schilddrüsenunterfunktion, auch „Hypothyreose“ genannt. Die Folge: Der Stoffwechsel funktioniert nur träge und kann viele wichtige Aufgaben nicht mehr übernehmen. So haben Patienten bei einer Unterfunktion der Schilddrüse unter anderem mit folgenden Symptomen zu kämpfen:

Bei Verdacht auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse überprüft der Arzt zunächst Veränderungen des Organs mithilfe eines Ultraschalls. Eine Unterfunktion kann zudem durch eine Blutprobe nachgewiesen werden. Dabei untersucht der Facharzt die Konzentration des Hormons TSH, welches in der Hirnanhangdrüse gebildet wird und die Hormonproduktion der Schilddrüse steuert.

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Schilddrüsentabletten: Einnahme bei Schilddrüsenunterfunktion

Häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Dabei greift das eigene Immunsystem die Schilddrüse an, indem sie Autoantikörper produziert, welche das Organ nach und nach schädigen. Obwohl Patienten meist mit schwerwiegenden Beschwerden zu kämpfen haben, lässt sich die Erkrankung meist mithilfe einer gezielten Hormontherapie gut behandeln.

Sieben weiße, runde Tabletten vor bläulich-weißem Hintergrund
Schilddrüsenmedikamente können verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen, die richtige Dosierung ist daher wichtig (Symbolbild). © YAY Images/Imago

Bei der Behandlung verschreibt der Facharzt künstliche Hormone, welche den Mangel ausgleichen. Das Hormon Levothyroxin, auch „L-Thyroxin“  genannt, entspricht dabei dem körpereigenen Hormon Tetrajodthyronin (T4), welches in das Hormon Triiodthyronin (Liothyronin, T3) umgewandelt wird und im Körper für verschiedene Stoffwechselvorgänge verantwortlich ist. L-Thyroxin wird zudem bei einer Schilddrüsenvergrößerung in Folge einer Operation (umgangssprachlich auch „Kropf“ genannt) und in manchen Fällen bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

Schilddrüsentabletten: Das sollten Sie bei der Anwendung beachten

Richtig dosiert ist L-Thyroxin in der Regel gut verträglich. Allerdings können bei der Einnahme mit anderen Medikamenten verschiedene Wechselwirkungen auftreten. Mögliche Beschwerden wie Herzrasen, Schlaflosigkeit, Nervosität, Schwitzen, Hautausschläge und Verdauungsbeschwerden können auftreten. Der behandelnde Arzt sollte daher über alle eingenommenen Medikamente informiert werden.

Der Arzt plant mit Ihnen zusammen die Einnahme des Medikaments abhängig von Faktoren wie Alter, Gewicht und weiteren Erkrankungen. Dabei beginnt die Behandlung meist mit einer niedrigen Dosis L-Thyroxin, welche schrittweise erhöht wird. Bei älteren Menschen wird die Dosierung besonders vorsichtig durchgeführt, da Nebenwirkungen unter anderem zu Herzproblemen und einem erhöhten Blutdruck führen können.

Schilddrüsentabletten: Häufige Nebenwirkungen

Bei der richtigen Dosierung treten bei Einnahme von L-Thyroxin meist nur wenige Nebenwirkungen auf. Die optimale Menge zu finden, ist allerdings meist sehr schwierig und langwierig. Laut Bundesgesundheitsministerium kann es etwa zwei bis drei Monate dauern, bis sich der Hormonspiegel im Körper eingependelt hat. Sind die Medikamente noch nicht individuell auf den Körper abgestimmt, kann es so zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Herzklopfen, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen kommen. Aber auch Herzrasen und Nervosität sind typisch.

Nicht selten treten Beschwerden ähnlich einer Schilddrüsenüberfunktion wie häufige Schweißausbrüche, innere Unruhe und Magen-Darm-Beschwerden auf. Ältere Frauen müssen zudem mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko rechnen. Diese Symptome sind gerade in der Anfangsphase der Einnahme typisch.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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