Eine Nagelbürste und Seife liegen auf dem Rand einer Badewanne (Symbolbild).
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Herkömmliche Seife ist für Menschen mit Neurodermitis nicht geeignet, besser sind spezielle Seifen mit einem hautneutralen pH-Wert (Symbolbild).

Medizinische Badezusätze

Hautpflege bei Neurodermitis: Diese Badezusätze lindern Symptome wie Juckreiz

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Ein pflegendes Bad wirkt nicht nur beruhigend und entspannend: Medizinische Zusätze im Badewasser helfen auch bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis. Welche es gibt und wie sie wirken.

  • Wer von Neurodermitis betroffen ist, leidet meist schubweise unter juckender, trockener und entzündeter Haut.
  • Um die Beschwerden zu lindern, greifen viele Neurodermitis-Patienten zu Badezusätzen.
  • Doch welche Wirkung haben Bleichmittel, Haferflocken und Co. im Badewasser?

München – Ob nach einem anstrengenden Tag im Büro oder bei kaltem Wetter im Winter: Ein warmes Bad wirkt beruhigend und entspannend. Mit dem passenden Badezusatz kann eine heiße Badewanne jedoch auch heilend wirken. Medizinische Zusätze pflegen die Haut, fördern die Durchblutung und lindern Juckreiz - das ist vor allem für Menschen mit Neurodermitis wichtig.

Neurodermitis: Gesund baden?

Juckende, brennende, gerötete und schuppige Haut: Wer an Neurodermitis leidet, hat häufig schubweise mit schmerzhaften Entzündungen der Haut zu kämpfen. Ein Heilmittel gegen Neurodermitis gibt es bisher nicht, meist können die Symptome jedoch mit der passenden Behandlung gelindert werden. Diese setzt sich aus einer auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmten Basispflege und der Therapie der akuten Beschwerden zusammen. Viele Patienten greifen laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz-Zentrum München dabei zu pflegenden Badezusätzen. Hier ist die Auswahl groß: Bleichmittel, Salz, Haferflocken, Reiskleie und ätherische Öle sollen die Beschwerden lindern. Zwei US-amerikanische Forscherinnen haben untersucht, welche Mittel den größten Nutzen haben.

1. Bleichmittel im Badewasser

Regelmäßiges Baden mit Bleichmitteln kann das Hautbild bei Menschen mit Neurodermitis verbessern. Sie reinigen die Haut und bekämpfen krankheitsauslösende Bakterien wie den Keim Staphylococcus aureus, der häufig auf der Haut Betroffener zu finden ist. Doch Bleichmittel verbessern nicht nur das Hautmikrobiom, die Badezusätze mildern auch Entzündungen und Juckreiz. Die Forscherinnen konnten zudem nachweisen, dass Bleichmittel die Barrierefunktion der Haut nicht schädigen. Ob Bleichmittel im Badewasser tatsächlich besser für die Haut sind als reines Wasser, ist jedoch bisher nicht klar.

2. Salz aus dem Toten Meer

Ein Bad mit Salz aus dem Toten Meer wirkt antientzündlich und beruhigend. Damit sind Salz-Bäder vor allem in der Behandlung von Hautkrankheiten wie Neurodermitis geeignet. Wasser aus dem Toten Meer ist besonders salzhaltig, es enthält 30 Mal mehr Magnesium, verglichen mit Salzwasser aus anderen Regionen. Auch Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Phosphat sind in hohen Mengen enthalten. Diese Kombination stärkt nicht nur die Barrierefunktion der Haut, sondern wirken auch entzündungshemmend. Erhältlich ist das Salz aus dem Toten Meer in der Apotheke.

Baden in hartem Wasser scheint der Neurodermitis-geplagten Haut dagegen eher zu schaden. Das kann zum einen daran liegen, dass Betroffene mehr Seife verwenden und so die natürliche Barriere der Haut schädigen. Andererseits verliert die Haut durch hartes Wasser deutlich an Feuchtigkeit.

3. Haferflocken als Badezusatz

Hafer wirkt entzündungshemmend, lindernd den Juckreiz und unterstützt die natürliche Heilung der Haut. Haferflockenpulver als Badezusatz ist daher vor allem bei Hautkrankheiten sehr beliebt. Auch wissenschaftlich ist die Wirkung von Hafer belegt. So konnten Forscher nachweisen, dass Haferflockenpulver im Badewasser oder als Kaltpackung die Neurodermitis-Symptome bei Kindern deutlich reduzierte.

Grund dafür sind zahlreiche Nährstoffe, die im Hafer zu finden sind: Haferflocken sind reich an Vitamin E, Eisenkraftsäure, Trigyzeride, Flavonoide und Alkaloide. Zudem bewirken die enthaltenen wasserlöslichen Kohlenhydrate, dass die Haut Feuchtigkeit leichter aufnimmt und diese besser speichert.

4. Reiskleie fürs Badewasser

Reiskleie wird aus der äußeren Schale der Reiskörner gewonnen. Sie enthält zahlreiche Nährstoffe wie Eisenkraftsäure, die pflegend wirken. In einer kleinen Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass ein Bad in Reiskleie die Symptome bei Kindern mit Neurodermitis lindert. Nach der Anwendung litten die Kinder weniger an juckenden Hautausschlägen, Flechtenbildung und Papeln.

5. Kalt gepresste Öle

Wer unter trockener Haut leidet, der sollte zu kalt gepressten Ölen greifen. Bei Neurodermitis und Schuppenflechte ist die Anwendung gut erforscht, auch als Badezusatz scheinen Öle ihre pflegende Wirkung zu entfalten. Im Badewasser bilden sie einen öligen Film auf der Haut und schützen so die geplagte Hautstellen vor dem Austrocknen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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