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Nickelallergie: Ist eine nickelarme Ernährung bei der Kontaktallergie nötig?

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Von: Jasmina Deshmeh

Brokkoli, Nüsse, Samen, Erdbeeren und Tomaten liegen auf einem weißen Untergrund (Symbolbild).
Hülsenfrüchte, Brokkoli und Nüsse enthalten verhältnismäßig viel Nickel und sollten bei schweren Nickelallergien gemieden werden (Symbolbild). © imago images / Panthermedia

Nickelallergiker müssen Nickel ein Leben lang meiden. Doch das Allergen steckt nicht nur in Metall, es kommt auch in einigen Nahrungsmitteln vor.

Berlin – Bei einer Nickelallergie kommt es durch den Kontakt mit nickelhaltigen Gegenständen zu allergischen Hautreaktionen. Bei einer kleinen Gruppe der Nickelallergiker spielen auch nickelhaltige Lebensmittel eine Rolle. Das betrifft vor allem Menschen, die sehr stark auf Nickel sensibilisiert sind. Eine nickelarme Diät als Teil der Allergie-Therapie ist aber nur bei einem positiven Provokationstest gerechtfertigt und wenn sich die Symptome nach dem Verzehr nickelhaltiger Lebensmittel nachweislich verschlimmern.

Nickelallergie: Ist eine nickelarme Ernährung bei der Kontaktallergie sinnvoll?

Bei einer Allergie gegen Nickel reagiert der Körper beim Kontakt mit nickelhaltigen Gegenständen, wie Modeschmuck, Knöpfen, Werkzeug, aber auch nickelhaltigen Teilen von Handys, Tablets oder Metallspielzeug mit einer überschießenden Reaktion. Dabei lösen sich vermeintlich harmlose Nickelionen aus dem Metall und durchdringen die Hornschicht der Haut, wo T-Helferzellen eine Entzündungsreaktion auslösen. (Allergene in Kinderspielzeug: Darauf sollten Eltern beim Kauf achten)

Bei einer Nickelallergie handelt es sich um eine Kontaktallergie des Soforttyps, d.h. die Symptome treten in der Regel erst 12 bis 72 Stunden nach dem Allergenkontakt auf, wie der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München verweist. Nickel ist nach den Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) das häufigste Kontaktallergen weltweit, wobei Frauen deutlich häufiger gegen Nickel allergisch sind als Männer. Auswertungen von Untersuchungen ergaben, dass in Deutschland 15,5 Prozent der Erwachsenen, 8,5 Prozent der Kinder und 12,35 Prozent der Jugendlichen auf Nickel sensibilisiert sind – eine Sensibilisierung ist die Voraussetzung für die Entwicklung einer Allergie. (Kontaktallergie bei Kindern: Warum die Diagnose häufig einer Detektivarbeit ähnelt)

Typische Anzeichen einer Nickelallergie sind:

Nickelallergie: Viele Lebensmittel enthalten natürlicherweise Nickel

Eine Nickelallergie ist nicht heilbar. Betroffenen bleibt deshalb nur die Möglichkeit, das Allergen konsequent zu meiden. Denn während Nickel in höherer Konzentration die Haut von jedem Menschen reizt, reichen bei Allergikern schon kleinste Mengen aus, um allergische Ekzeme hervorzurufen. Neben Schmuck und Metallgegenständen steckt Nickel natürlicherweise auch in vielen Lebensmitteln. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erklärt, gelangt es über industrielle Nutzung, aber auch natürliche Quellen wie Vulkanausbrüche und Gesteinswitterung in die Umwelt. Zudem ist Nickel ein essentielles Spurenelement in Pflanzen und Mikroorganismen. Verhältnismäßig nickelreich sind deshalb vor allem einige Gemüse- und Getreidesorten, wie:

Auch Konservengemüse, Sardinen und bestimmte Süßigkeiten mit hohem Nussgehalt (z.B. Marzipan und Nougat) enthalten verhältnismäßig viel Nickel. Zudem kann der Stoff als chemischer Katalysator bei der Produktion bestimmter Fette oder über Konservendose und Kochgeschirr in Lebensmittel gelangen. Bei Häusern mit alten Leitungen kann auch das Leitungswasser erhöhte Nickelkonzentrationen aufweisen. (Schwere Nahrungsmittelallergien: So senken Sie das Risiko für Kreuzkontamination in der Küche)

Nickelallergie: Ist eine nickelarme Diät bei der Kontaktallergie sinnvoll?

Bei Allergikern, die bereits seit längerem und sehr stark auf Nickel reagieren, kann laut der Deutscher Apotheker Zeitung die orale Zufuhr der Allergens ein sogenanntes hämatogenes (systemisches) Kontaktekzem hervorrufen. Das heißt allergische Kontaktekzeme treten auch an Körperstellen auf, die nicht mit Nickel in Berührung gekommen sind – etwa an den Händen oder im Bereich des Gehörgangs. Begleitet werden sie von Beschwerden wie Migräne, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Haarausfall und Kopfjucken.

Um zu prüfen, ob eine nickelhaltige Ernährung Einfluss auf die Beschwerden hat, sollte der behandelnde Arzt nach einem positiven Epikutantest eine orale Provokationstestung mit Nickel durchführen. Auch eine sechswöchige nickelarme Diät unter Aufsicht einer geschulten Ernährungsfachkraft und mit Hilfe eines Symptom-Tagebuchs kann zeigen, ob ein Patient auf die orale Zufuhr von Nickel reagiert. Bessern sich die Beschwerden im Laufe der Diät, kann mit Unterstützung des Ernährungsberaters schrittweise die jeweilige Toleranzschwelle ermittelt und ein langfristiger Therapieplan ausgearbeitet werden.

Nickelallergie: Tipps für eine nickelarme Ernährung

Als Spurenelement in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, können Nickelallergiker das Metall nicht komplett vom Speiseplan streichen. Einige entsprechende Zubereitung von Speisen hilft aber, ihren Nickelgehalt zu reduzieren:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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