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Probieren Sie Intervallfasten bei chronischer Verstopfung und Blähungen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Besonders für Menschen mit chronischen Darmerkrankungen wie Reizdarm, Blähungen und Durchfall kann Fasten gut und gesund sein. Symptome nehmen ab.

Intervallfasten ist bei vielen Menschen in Deutschland total angesagt. Und auch Ernährungswissenschaftler sprechen sich für das intermittierende Fasten aus. Varianten gibt es viele, die mitunter beliebteste ist die 16 zu 8 Intervallfasten-Kur, bei der ein Erfolg auch von den Tageszeiten abhängen kann. Viele berichten während des Fastens von einem Gefühl des „Entgiftens“ und „fit und wacher zu sein“. Und tatsächlich erhält der Körper durch die Nahrungspausen die Möglichkeit, zu entschlacken. Dadurch können sich die „guten“ Darmbakterien eher vermehren, um die „bösen“ Keime zurückzudrängen.

Intervallfasten: Ist es eine Diät zum Abnehmen?

Person gibt Zitrone in ein Glas Wasser.
Während des Fastens ist Trinken natürlich erlaubt, am besten Wasser, gerne auch mit einem Spritzer Zitrone. (Symbolbild) © Mint Images/Imago

Intervallfasten wurde zwar erst in jüngster Zeit als beliebte Diät-Möglichkeit zum Abnehmen bekannt und von Fitnessexperten empfohlen, doch ursprünglich ist es nicht zur Gewichtsreduktion entstanden. Für die menschlichen Vorfahren waren kürzere und längere Essenspausen normal, da ihnen nicht durchgehend Nahrungsmittel zur Verfügung standen. Der menschliche Stoffwechsel ist für diesen Wechsel auch angelegt: Glukose wird in Form von Glykogen für kurzfristige und Fett im Fettgewebe für langfristige Phasen ohne Nahrung zur Reserve gespeichert. Da scheint es nicht ungewöhnlich, dass die heute üblichen drei Hauptmahlzeiten plus Snacks zwischendurch bei einigen Menschen zu Übergewicht und dem damit verbundenen erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes führen.

Experten wissen mittlerweile, dass gerade bei chronischen Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung und Reizdarmsyndrom das Intervallfasten die Symptome erheblich lindern kann. Dr. Dr. med. Hans-Detlev Stahl, Internist und Hausarzt in Leipzig, hört in seiner Praxis immer wieder: „Etliche meiner Patienten berichten, dass Intervallfasten, z. B. die 16 zu 8-Methode, das heißt 16 Stunden Fasten und acht Stunden Essen, ihre Reizdarmsymptome erheblich mindert. Es hat eine entlastende Wirkung auf den Magen-Darmtrakt allgemein und speziell den ‚Blähbauch‘, der viele Patienten mit Reizdarm quält.“ Auf Nahrung wird in den 16 Stunden gänzlich verzichtet, nur Getränke wie Wasser, ungesüßten Tee und sogar Kaffee sind beim Intervallfasten erlaubt.

Abnehmen: Intervallfasten hilft gegen chronische Verstopfung und Blähbauch

Auch wenn Blähungen im Alltag nicht zwangsläufig krankhaft sind – 15 Pupse pro Tag sind völlig normal – so können sie doch sehr unangenehm und mitunter schmerzhaft sein. Intervallfasten kann im wahrsten Sinne eine Entlastung für den Magen-Darm-Trakt bedeuten. Denn was passiert beim Fasten im Körper, warum ist es so gesund? „Unser Körper kommt primär erstmal zur Ruhe, das ist schon mal gut. Und dann fängt er an, selbst aufzuräumen. Also Zellmüll wird abtransportiert, wie bei einer Kehrmaschine“, verdeutlicht Ernährungsmedizinerin Dr. Silja Schäfer bildhaft in der Gesundheitssendung Visite des Norddeutschen Rundfunks.

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Und ergänzt: „Gerade bei Darmerkrankungen sehen wir sehr schön, dass die Darmschleimhaut abgebaut wird und neue, gesunde Darmschleimhaut wieder nachkommt.“ Tatsächlich bestätigen dies auch Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom, sie würden sich durch Intervallfasten besser fühlen und die Symptome würden abnehmen. Sobald sich die Darmschleimhaut erneuern und erholen kann, wird das Immunsystem auch gestärkt. Denn der Darm hat enormen Einfluss auf unsere Abwehrkräfte: „Um die 80 bis 85 Prozent wissen wir. Gerade jetzt, um sich vor dem Winter und Erkrankungen zu schützen, darf man das sehr gerne machen“, plädiert Dr. Schäfer bei Visite für das Intervallfasten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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