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Rohen Kuchenteig nicht naschen: So vermeiden Sie eine Lebensmittelvergiftung

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Von: Anna Katharina Küsters

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Naschen beim Backen macht das Ganze viel verlockender, als sich zusammenreißen zu müssen. Bei rohem Kuchenteig müssen Sie jedoch vorsichtig sein.

Berlin – Um seine Lieben mit Leckereien zu versorgen, muss es keine Weihnachtszeit sein. Auch im Sommer lassen sich wunderbar leichte Zitronenkekse oder verlockende Rhabarberkuchen backen. Naschen gehört da natürlich dazu! Dabei sollten Sie allerdings darauf achten, was genau Sie essen. Denn roher Teig, aber auch rohes Mehl kann Krankheitserreger enthalten, die eine Lebensmittelvergiftung mit sich bringen.

Rohen Kuchenteig nicht naschen: So vermeiden Sie eine Lebensmittelvergiftung

Mit bestimmten Lebensmitteln müssen Hobbyköchinnen und -köche vorsichtig umgehen. Nur wer sie richtig behandelt beim Backen und Kochen, kann eine Lebensmittelvergiftung durch krankheitserregende Bakterien vermeiden. Rohes Geflügel sollten Küchenfans beispielsweise vor dem Kochen nicht extra abwaschen, da sich Bakterien wie Salmonellen so noch mehr im Raum verteilen können. Doch auch beim Backen gilt es einige Dinge in Bezug auf den Kuchenteig und das Mehl zu beachten.

Beim Kuchenteig ist das vielen noch nicht bewusst. Meistens enthält Kuchenteig rohe Eier, die bekannt dafür sind, Salmonellen zu übertragen. Die Bakterien sind auf der Eischale oder im Eigelb zu finden. Mittlerweile gibt es zwar eine Impfpflicht für Hennen gegen Salmonellen, laut der Verbraucherzentrale Bremen gilt die jedoch nur für große Höfe und Produzenten. Kleinere Höfe müssen ihre Tiere nicht zwangsläufig impfen lassen.

Überträgt sich das Bakterium auf den Menschen, kann das zu starken Magen-Darm-Beschwerden führen. Hinzu kommt, dass Infizierte teilweise über mehrere Wochen ansteckend sein können, auch wenn es ihnen selbst wieder gut geht. Roher Kuchenteig, der mit rohen Eiern verrührt ist, sollten Bäcker also lieber meiden und nicht naschen.

Rohes Mehl und rohe Eier im Kuchenteig können eine Lebensmittelvergiftung auslösen.
Rohes Mehl und rohe Eier im Kuchenteig können eine Lebensmittelvergiftung auslösen. (Symbolbild) © Vasyl Faievych/Imago

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Rohen Kuchenteig nicht naschen: Auch Mehl kann Probleme machen

Die rohen Eier im Kuchenteig sind aber nicht das einzige Problem. Denn selbst wenn der Kuchenteig nicht mit Eiern zubereitet ist, sollten Sie ihn nicht probieren. Das Mehl ist dabei der Übeltäter, das eine Lebensmittelvergiftung mit sich bringen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, dass rohes Mehl sogenannte Shigatoxin-bildende Escherichia coli (STEC) beinhalten kann.

Escherichia (E.) coli sind Bakterien, die bei Tieren und Menschen im Darm vorkommen. Gelangen sie in Lebensmittel, sind diese also mit hoher Wahrscheinlichkeit fäkal verunreinigt. Nicht alle E. coli sind für den Menschen eine Bedrohung, nur manche können ein Problem für den Körper darstellen. Zum Beispiel solche, die Shigatoxin (STEC) bilden. Neben Magen-Darm-Problemen kann eine Infektion mit diesen Bakterien auch das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) nach sich ziehen. Dabei kann es zu folgenden gesundheitlichen Problemen kommen:

In extremen Fällen kann das sogar tödlich enden. Gerade kleine Kinder leiden oftmals stark unter einer Infektion, Eltern müssen sie besonders schützen und ihnen den rohen Teig verwehren.

Rohen Kuchenteig nicht naschen: So schützen Sie sich

Das BfR empfiehlt deswegen beim Backen ein paar Grundregeln zu beachten. Dazu gehört zum Beispiel, sich nach Kontakt mit Mehl oder rohen Eiern immer gründlich die Hände zu waschen. Schüsseln, Brettchen und anderes Geschirr, das beim Backen zum Einsatz kommt, sollten Backfans nach dem Kontakt mit Mehl oder Teig gut mit Spülmittel auswaschen und beim Aufräumen auch die Küchenflächen ordentlich reinigen.

Sobald der Teig im Ofen war, besteht keine Gefahr mehr. Aufgrund der Hitze sterben die Bakterien ab. Dafür muss der Kuchenteig mindestens zwei Minuten bei 70 Grad Celsius im Ofen bleiben. Das reicht natürlich nicht aus, den Teig durchzubacken, nach dieser Zeit sind aber zumindest die gefährlichen Bakterien abgetötet. Wichtig ist, dass es sich dabei nicht um trockene Hitze handeln darf. Rohes Mehl, das ohne Wasser erhitzt wird, kann weiterhin E. coli Bakterien enthalten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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