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Probiotischer Joghurt: So gesund sind Probiotika für den menschlichen Darm

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Von: Laura Knops

Probiotischer Joghurt als Medizin? Diese Rolle spielen Probiotika im menschlichen Darm und so gesund sind sie wirklich.

München – Im Kühlregal sind sie längst keine Seltenheit mehr und auch bei Verbrauchern erfreuen sie sich großer Beliebtheit: Probiotische Produkte liegen bereits seit Jahren im Trend. Viele Hersteller locken dabei mit großen Versprechen. So sollen probiotische Joghurts und Drinks nicht nur gut schmecken, sondern auch bei Verdauungsproblemen und Immunbeschwerden helfen. Doch wie gesund sind probiotische Lebensmittel wirklich?

Probiotischer Joghurt: So gesund sind Probiotika für den Darm

Im menschlichen Darm, insbesondere im Dickdarm, leben eine Vielzahl von Bakterien*. Diese Mikroorganismen, zu denen Probiotika und Präbiotika zählen, bilden gemeinsam die natürliche Darmflora, auch Mikrobiom genannt. Auch im Joghurt sind diese Mikroben zu finden. Bakterienkulturen sorgen dafür, dass der Milchzucker (Laktose) in der Milch fermentiert und so aus der Milch herkömmlicher Joghurt wird. Die Bakterien sind zudem für die dickflüssige Konsistenz und den typischen säuerlichen Geschmack verantwortlich.

Es ist eine Schüssel mit Naturjoghurt zu sehen (Symbolbild).
Probiotischer Joghurt wird mit speziellen Bakterienstämmen angereichert, die ihn besonders gesund machen sollen (Symbolbild). © Shotshop/Imago

Bei sogenannten „probiotischen“ Lebensmitteln handelt es sich jedoch um Joghurts oder Drinks, die zusätzlich mit speziellen Milchsäurebakterien angereichert werden. Diese lebensfähigen Bakterienstämme sollen sich im Darm ansiedeln und die körpereigenen Bakterien positiv beeinflussen. Ob die probiotischen Milchsäurebakterien die Magensäure überleben und überhaupt bis in den Darm gelangen, ist allerdings umstritten.

Probiotischer Joghurt: So wichtig ist eine gesunde Darmflora

Wie bedeutend der Darm für unsere Gesundheit ist, konnten Forscher schon vor einiger Zeit nachweisen. So ist ein gesundes Darmmikrobiom für den Körper enorm wichtig: Denn Bakterien im Darm sind für die Nahrungsaufnahme verantwortlich, regen Darmbewegungen an, verhindern die Ausbreitung von Krankheitserregern und tragen zur Funktion des Immunsystems bei.

Inwiefern Veränderungen der Darmflora jedoch mit Krankheiten wie dem Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zusammenhängen, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. So gibt es zwar verschiedene Studien, die besagen, dass sich das Mikrobiom betroffener Patienten deutlich von einer gesunden Darmflora unterscheidet. Ob dies Folge oder Ursache der Krankheit ist, ist allerdings immer noch unklar.

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Probiotischer Joghurt: Wissenschaftliche Beweise nicht eindeutig

Obwohl viele Hersteller mit Probiotika werben, dürfen sie Verbraucher laut einem Beschluss des Gesundheitsausschusses des Europaparlaments nicht mehr mit gesundheitlichen Versprechen locken. Der Grund: Die Studienlage ist immer noch zwiespältig.

Während einige wissenschaftliche Studien darauf hinweisen, dass der Verzehr von probiotischem Joghurt die Zusammensetzung des Mikrobioms nicht verändert, deuten andere auf die positiven Effekte von Probiotika hin. Welche Bakterienstämme in welcher Dosierung jedoch tatsächlich wirken, konnten Wissenschaftler jedoch noch nicht beantworten.

Probiotischer Joghurt: Mit diesen Lebensmitteln unterstützen Sie Ihren Darm

Wer seine Darmflora positiv beeinflussen möchte, muss daher nicht zu teuren probiotischen Lebensmitteln, Tabletten oder Pulvern greifen. Mit einer ausgewogenen Ernährung können gesunde Menschen ihr Mikrobiom im Gleichgewicht halten. Dahinter steckt ein einfaches Prinzip: Die „guten“ Bakterien unterstützen, damit sie die Ausbreitung „schlechter“ Bakterien verhindern.

Mit folgenden Lebensmitteln* können Sie Ihren Darm unterstützen:

Übrigens: Da auch herkömmlicher Joghurt aus Milchsäurebakterien hergestellt wird, ist auch Naturjoghurt gut für die Darmflora. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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