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Abtreibung: Nach Diskussion in USA – Welche Risiken birgt ein Schwangerschaftsabbruch?

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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In den USA entbrennt derzeit eine Debatte um das gefährdete Recht von Frauen, abtreiben zu können. Ein Abbruch ist auch immer mit Risiken verbunden.

München – „Unsere Körper, unsere Entscheidung“, so zitierte die „tageschau“ des ARD-Studios Washington Demonstranten, die sich in der Nacht des 2. Mai 2022 vor dem Supreme Court in Washington versammelten. Zwar ist das Urteil des obersten US-Gerichts noch nicht offiziell entschieden, doch alleine die Erwägung hinterlässt bei etlichen Amerikanerinnen Wut und Fassungslosigkeit. „Sie werden damit nicht davon kommen, egal was ich dafür machen muss. Sie werden das nicht für Washington und für Amerika umsetzen. Wir sind mehr als sie und wir werden kämpfen“, betont eine Frau im Interview gegenüber den „ABC NEWS“.

Die Menschen, die sich gegen Schwangerschaftsabbrüche aussprechen, befürworten hingegen dieses Signal des Obersten Gerichtshofs gegen das Recht auf Abtreibung. „Ich bin überzeugte Abtreibungsgegnerin und ich bin gekommen, um zu beobachten, wie Geschichte gemacht wird“, erklärt eine andere Frau gegenüber der Presse.

Abtreibung: Nach Diskussion in USA – Welche Risiken birgt ein Schwangerschaftsabbruch?

Die Wut und Fassungslosigkeit der Menschen, die für das Abtreibungsrecht sind, erklärt sich auch dadurch, dass bereits 26 konservativ-regierte Bundesstaaten in Amerika planen, Abtreibungen zum Teil oder vollständig zu verbieten, wie die „tagesschau“ berichtete. In Texas und South Dakota sowie elf weiteren Staaten ist das Abtreibungsverbot in Anlehnung an das Urteil längst verabschiedet worden.

US-Präsident Joe Biden kritisierte dieses Urteil zu Abtreibungen und möchte die Frauenrechte schützen: „Es macht mich sehr betroffen, dass wir womöglich nach 50 Jahren entscheiden, dass eine Frau nicht das Recht auf Selbstbestimmung hat.“ Laut „tagesschau“ erklärte Biden weiter schriftlich, dass das Selbstbestimmungsrecht der Frauen auf Schwangerschaftsabbruch per Gesetz durch den Kongress verankert werden müsste. Er selbst würde dieses Gesetz bekräftigen und unterzeichnen.

Abtreibung: Welche Gründe gibt es für einen Schwangerschaftsabbruch?

Schwangerschaftsabbruch bzw. Abtreibung war und ist nach wie vor ein heikles Thema, zu dem die öffentlichen Meinungen – nicht nur in Amerika – stark auseinander gehen. Für die Frauen, die eine Überlegung des Schwangerschaftsabbruchs direkt betrifft, ist es besonders schwierig. Es kann verschiedene Gründe geben, die Frauen zu diesem Schritt bewegen – angefangen bei wirtschaftlichen Problemen, über sozial-gesellschaftliche Schwierigkeiten bis insbesondere hin zu gesundheitlichen und medizinischen Risiken. Letztere können beispielsweise mögliche Erbkrankheiten des Ungeborenen sein, welche die Frau nicht tragen kann.

Eine Schwangerschaft ist unter Umständen nicht für jede Frau ein freudiger Umstand. Wenn Sie einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen, sollten Sie sich unbedingt ärztlich gut beraten lassen.
Manche Frauen stehen vor der Entscheidung, ihr ungeborenes Kind nicht bekommen zu können. Ein Schwangerschaftabbruch muss von einem Facharzt durchgeführt werden. Risiken nach so einem Eingriff bestehen. (Symbolbild) © romankosolapov/Imago

Abtreibung: Welche Risiken birgt ein Schwangerschaftsabbruch?

Entschließt sich eine Frau für einen Schwangerschaftsabbruch, so wird ihr Arzt sie für ein paar Tage nach dem Eingriff krankschreiben – ohne Angabe von Gründen, da er der Schweigepflicht unterliegt. Der weibliche Körper braucht dann erstmal Ruhe und Entspannung, unabhängig davon, ob sich die Betroffene für eine operative oder medikamentöse Methode der Abtreibung entschieden hat.

Nach dem Schwangerschaftsabbruch kommt es in der Regel etwa zu Unterleibsschmerzen und Blutungen, was nicht ungewöhnlich ist. Ist die Abtreibung medikamentös eingeleitet worden, können die Blutungen häufig ein paar Tage länger anhalten.

Auch wenn ein chirurgischer Abbruch ein in der Regel sicherer Eingriff ist, so können Risiken nicht komplett ausgeschlossen werden. In sehr selten Fällen kann es zu Komplikationen kommen, beispielsweise zu Verletzungen der Gebärmutter – etwa Durchstoßen (Perforation) – Einrisse des Muttermundes, Eileiterentzündungen, hoher Blutverlust oder Schwierigkeiten mit der Narkose.

Risiken und Nebenwirkungen durch die medikamentös eingeleitete Abtreibung, mit der sogenannten „Abtreibungspille“, können neben Unterleibsschmerzen und Blutungen auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen sein.

Sollten folgende Symptome nach dem Abbruch anhaltend auftreten, suchen Sie Ihren Arzt auf.

In den Tagen nach der Abtreibung ist es sinnvoll, Binden oder nachhaltige Periodenslips statt Tampons zu verwenden, nicht zu baden oder schwimmen zu gehen sowie auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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