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Affenpocken: „Kuscheln verboten“ – Experte warnt vor Übertragung auf Katzen

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Von: Judith Braun

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Das Affenpockenvirus beschäftigt derzeit Forscher und Wissenschaftler. Ein Experte warnt nun Infizierte vor dem Kontakt mit ihren liebsten Haustieren.

Greifswald – In immer mehr Ländern der Welt treten aktuell Fälle des Affenpockenvirus auf. Forscher und Wissenschaftler gehen zwar davon aus, dass wir nach der weltweiten Verbreitung von Corona nicht mit einer neuen Pandemie rechnen müssen. Dennoch raten sie hinsichtlich des Ansteckungsgefahr zur Vorsicht und Wachsamkeit. Obwohl das Virus in den aktuell bestätigten Fällen von Mensch zu Mensch übertragen wurde, warnt ein Experte nun vor der Ansteckung zwischen Haustier und Mensch.

Affenpocken: „Kuscheln verboten“ – Experte warnt vor Infektion bei Katzen

Menschen, die sich mit dem Affenpockenvirus infiziert haben, sollten das Kuscheln mit der Katze vermeiden.
Menschen, die sich mit dem Affenpockenvirus infiziert haben, sollten das Kuscheln mit der Katze vermeiden. (Symbolbild) © Evgenia Sunegina/IMAGO

Anders als beim Coronavirus handelt es sich bei den Affenpocken nicht um ein neuartiges Virus. Deshalb ist bereits bekannt, dass die Symptome ähnlich wie bei einer Grippe auftreten und man sie daher leicht verwechseln kann. Zudem schützt laut dem Stand der Wissenschaft die allgemeine Pockenimpfung gegen das Virus. Affenpocken zählen außerdem zu den sogenannten Zoonosen, die sich wechselseitig zwischen Tier und Mensch übertragen. Bei den aktuell bestätigten Fällen handelte es sich jedoch um eine Ansteckung von Mensch zu Mensch.

Virologin Prof. Isabella Eckerle warnt nun davor, dass die Erreger auch im Tierreich zirkulieren. So besteht das Risiko, dass sie immer wieder auf den Menschen überspringen. Da die Affenpocken verschiedene Spezies infizieren können, wie Eckerle auf Twitter schrieb, könnten sich auch unsere Nutz- und Haustiere mit dem Virus infizieren. Besonders Ratten seien mögliche Wirte für Affenpocken. Doch möglicherweise könnte genauso wie beim Coronavirus auch das beliebteste Haustier Deutschlands anfällig für eine Infektion sein: die Katze.

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Können Katzen sich mit Affenpocken infizieren?

Obwohl das Affenpockenvirus bei den zuletzt gemeldeten Fällen wohl zwischen Männern, die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern hatten, übertragen wurde, könnte es auch zu einer Ansteckung zwischen Mensch und Tier kommen. „Wir müssen da wachsam sein – zum Beispiel mit Blick auf Katzen“, gibt deshalb Dr. Fabian Leendertz, Direktor des Helmholtz-Instituts für One Health in Greifswald und Experte für Zoonosen, gegenüber dem „Spiegel“ zu Bedenken. Anders als der Name des Affenpockenvirus vermuten lässt, sind nämlich Nager wohl das Hauptreservoir.

Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass sich Hauskatzen durch den Kontakt mit Wühlmäusen die sogenannten Kuhpocken einholen können. Offen ist allerdings noch, ob sie sich auch mit den Affenpocken infizieren können. Wenn dies der Fall wäre, könnte es bei 16,7 Millionen Katzen in deutschen Haushalten und zahlreichen Streunern zu einem echten Problem werden. Es könnte sich ein dauerhaftes Reservoir bilden, indem das Virus weitergetragen wird. Aktuell geht Leendertz jedoch davon aus, dass es kein Grund zur Sorge gibt. Für Infizierte gilt allerdings: „Kuscheln verboten.“ Sie sollen sich laut dem Wissenschaftler von ihrem Haustier fernhalten.

Verbreitung von Affenpocken: Experte mahnt zur Ruhe

Generell geben Experten jedoch Entwarnung hinsichtlich der Verbreitung des Affenpockenvirus. Prof. Martin Beer, Leiter des Instituts für Virusdiagnostik am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald, mahnt laut dem „Spiegel“ zur Ruhe, da sich die Affenpocken nicht so leicht verbreiten wie das Coronavirus. Um Angehörige oder Haustiere anzustecken, brauche es „sehr engen Kontakt“.

Zudem gäbe es noch keine Hinweise, dass sich diese Tiere überhaupt anstecken können. Um die Gefahr einer Übertragung einzudämmen, empfiehlt er ähnlich wie Leendertz, dass Infizierte den Kontakt zu Mensch und Tier meiden und Hygienemaßnahmen einhalten sollten. Auch Prof. Gerd Sutter, Virologe an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, geht von keiner neuen Pandemie aus. Gleichzeitig warnt er allerdings vor zukünftigen Szenarien.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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