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„Nase zu bohren ist keine gute Idee“: Erreger kann so in Hirn eindringen – und Alzheimer triggern, so Forscher

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Von: Juliane Gutmann

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Früh lernt man, dass man nicht in der Nase bohren sollte. Forschende fanden ein handfestes Argument dafür, das gegen den Finger in der Nase spricht.

Bakterien können sich über mehrere Eintrittspforten den Weg in den Körper bahnen. Verletzte Haut und Schleimhäute in Mund und Nase zählen dazu. Im Körper angelangt, können Bakterien Entzündungen bis hin zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung zur Folge haben. Doch auch die Demenzform Alzheimer kann durch Bakterien ausgelöst werden, so australische Forscher. Ein Team um Anu Chacko vom Menzies Health Institute Queensland an der australischen Griffith University hatte herausgefunden, dass die Bakterienart Chlamydia pneumoniae das zentrale Nervensystem über den Riechnerv von Mäusen infizieren und so zum Alzheimer-Risiko beitragen kann.

Die Erkenntnisse seien auch für Menschen relevant, so einer der Studienautoren, Professor James St John, Leiter des Clem Jones Centre for Neurobiology and Stem Cell Research an der Griffith University. In einer Pressemitteilung der Universität erklärte er: „Wir sind die Ersten, die zeigen konnten, dass Chlamydia pneumoniae direkt durch die Nase ins Gehirn gelangen und dort Krankheiten auslösen können, die der Alzheimer-Krankheit ähneln. Wir haben dies in einem Mausmodell beobachtet, und die Beweise sind möglicherweise auch für den Menschen beängstigend“.

Der ehemalige Tennisprofi Nicolas Kiefer bohrt in der Nase.
In der Nase bohren: Eine weit verbreitete Angewohnheit. Auch Sportler wie der ehemalige Tennisprofi Nicolas Kiefer wurden bereits öffentlich als „Nasenbohrer“ gezeigt. (Archivbild) © Claus Bergmann/Imago

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Bakterien können das Zentrale Nervensystem befallen und Alzheimer fördern

In der australischen Studie, die unter anderem auf dem Fachportal Nature veröffentlicht wurde, erklären die Forschenden: „In jüngster Zeit ist der Zusammenhang zwischen einer Infektion des Zentralen Nervensystems (ZNS) mit C. pneumoniae und einer spät auftretenden Demenz immer deutlicher geworden“. Im Tierversuch konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Gehirnzellen auf das Bakterium reagieren, indem sie das sogenannte Amyloid-Beta-Protein bilden – ein typisches Alzheimer-Kennzeichen. „Aus diesen Ergebnissen schließen wir, dass die Nerven, die sich zwischen der Nasenhöhle und dem Gehirn erstrecken, Invasionswege darstellen, über die C. pneumoniae schnell in das ZNS eindringen und längerfristig genetische und molekulare Veränderungen auslösen kann, die zum Ausbruch der Alzheimer-Krankheit beitragen können.“

Zwar stehen Tests aus, die belegen, dass die Studienergebnisse eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind. Doch James St John erklärte der Griffith University zufolge: „In der Nase zu bohren und die Nasenhaare zu zupfen, ist keine gute Idee. Wir wollen das Innere unserer Nase nicht beschädigen, und das kann durch Zupfen geschehen. Wenn man die Nasenschleimhaut beschädigt, können mehr Bakterien in das Gehirn gelangen“.

Es gibt viele Faktoren, die das Alzheimer-Risiko erhöhen. Sogar die Jobwahl zählt dazu. So hat eine Studie ergeben, dass eine anspruchsvolle Arbeit, die einen fordert und mit viel Entscheidungsspielraum verbunden ist, das Demenzrisiko senkt.

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