Pickel im Gesicht? Hautärztin hat ungewöhnlichen Tipp – welche drei Hausmittel für den Notfall noch helfen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Pickel zu behandeln. Einiges kann man selbst zur Linderung beitragen, bei schweren Entzündungen hilft der Hausarzt.
Pickel sind für Leidtragende häufig mehr als nur eine kosmetische Herausforderung – sie können das Selbstbewusstsein erheblich beeinträchtigen. Egal ob Teenager oder Erwachsener, sogenannte Hautunreinheiten können jederzeit auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. Doch keine Sorge, es gibt Hausmittel, die helfen können, wie eine Dermatologin aus München verrät.
Unliebsamen Hautgrieß und Milien im Gesicht loswerden
Drei Tipps, um die kleinen, weißen Knötchen schonend entfernen zu können.
Pickel: Welche Hausmittel sich zur Behandlung eignen und welche nicht
Pickel entstehen durch eine Überproduktion von Talg in den Hautdrüsen, die oft durch hormonelle Veränderungen, Stress, ungesunde Ernährung oder genetische Veranlagung ausgelöst wird. Wenn der überschüssige Talg die Poren verstopft, können Bakterien eindringen und Entzündungen in Form von Pickeln verursachen. Dann wird häufig vieles ausprobiert: Zahnpasta, Quark, Honig, Gurkenscheiben, Zitronen oder gar Natron – Methoden, die Hautärztin Frau Dr. Habig aus München auf keinen Fall empfiehlt.
Anders verhält es sich mit Augentropfen – Augentropfen für Pickel? Tatsächlich zeigen bestimmte Inhaltsstoffe auch bei entzündlichen Hauterscheinungen einen gewünschten Effekt.
Es gibt Inhaltsstoffe in Augentropfen, die Gefäße verengen und damit auch Rötungen vermindern können – hilfreich bei roten Pickeln.
Frei verkäufliche Augentropfen zur Behandlung von Augenreizungen enthalten unter anderem den chemischen Stoff Tetrizolinhydrochlorid, der Schleimhäute abschwellen lässt und die Blutgefäße verengt. „Im Prinzip machen solche Augentropfen auf dem Pickel nichts anderes als in den Augen. Sie reduzieren die Rötung, also die Gefäßerweiterung“, erläutert Dr. Habig. Abends vor dem Schlafengehen sollten diese auf die betroffenen entzündlichen Hautstellen aufgetragen werden, sodass Pickel am nächsten Morgen weniger rot erscheinen. „Allerdings beschleunigen diese Augentropfen nicht die Pickelabheilung“ ergänzt die Dermatologin. Ein weiterer Inhaltsstoff, der ähnlich wie Tetrizolinhydrochlorid wirkt, ist laut der Expertin Brimonidin. Entsprechende Arzneimittel werden bei erhöhtem Augeninnendruck beziehungsweise einem Glaukom eingesetzt und sind rezeptpflichtig.
Wie bekommt man Pickel am besten weg? Drei Hausmittel, die Sie für den Notfall griffbereit haben sollten
Die Dermatologin Dr. Juliane Habig greift auf ihrem youtube-Kanal besonders drei Hausmittel zur äußeren Behandlung von entzündlichen Hautstellen und Pickeln auf:
- Heilerde: Ein sehr gutes und wirksames Mittel gegen Pickel, durch das überschüssiger Hauttalg und auch Eiter regelrecht aufgesaugt werden können, wodurch oberflächlichere Pickel austrocknen. Heilerde hat zudem antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Zur Anwendung die Heilerde mit Wasser oder auch grünem Tee zu einem Brei anrühren, aufs Gesicht auftragen – Hautfläche um die Augen herum großzügig aussparen, um die empfindliche, dünnere Haut nicht zu reizen – und nach etwa einer Stunde sanft abwaschen. Die Maske kann bei akuten Entzündungen zwei bis dreimal pro Woche angewendet werden.
- Tee: Tee ist ein empfehlenswertes Hausmittel und kann in Form von Umschlägen mit grünem oder schwarzem Tee auf betroffenen Stellen angewendet werden. Tee enthält Gerbstoffe, die eine abschwellende, entzündungshemmende sowie antibakterielle Wirkung zeigen und Rötungen lindern.
- Apfelessig: Apfelessig besitzt antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften und eignet sich gut als Hausmittel zur Linderung von Pickeln. Dafür einen halben Teelöffel Apfelessig in 200 Milliliter Wasser anrühren, Kompressen oder Wattepads eintauchen und etwa 15 bis 30 Minuten auf betroffene Haustellen auflegen. Für einzelne Pickel empfiehlt es sich, ein in die verdünnte Lösung getunktes Wattestäbchen auf die entzündliche Haut aufzutupfen. Im Kühlschrank aufbewahrt, hält sich die Lösung für ein paar Tage. Wer seinem Stoffwechsel noch etwas Gutes tun möchte, kann diese auch trinken, denn Apfelessig ist gut für den Darm.
Hilfe bei Pickeln: Zink und Vitamin B3 wirken antibakteriell
Salben oder Gels für die Haut, die Zink oder Vitamin B3 enthalten, können die Heilung der Hautentzündung unterstützen. Zink lindert die Entzündung und entzieht der Haut Feuchtigkeit, wodurch der Pickel ausgetrocknet wird. Vitamin B3 wirkt ebenfalls entzündungshemmend und verringert die Aktivität der Talgdrüsen.
Und zum Schluss hat die erfahrene Dermatologin noch einen Extra-Tipp: „Nehmt zum Abtrocknen des Gesichts ein extra Handtuch und nicht das, welches ihr normalerweise für Körper und Hände benutzt. So minimiert ihr die Belastung der Gesichtshaut mit Bakterien und Schmutzpartikeln.“
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

