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Große Ballaststoff-Studie: Sterberisiko sinkt um bis zu 30 Prozent, wenn Sie rund 29 Gramm täglich essen

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Von: Juliane Gutmann

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Sie lieben Weißbrot? Ein Umstieg auf Vollkornprodukte lohnt sich. Denn wie Forschende herausfanden, können Sie Ihr Leben dank ballaststoffreicher Ernährung verlängern.

Ernährung und Bewegung: Die zwei wichtigsten Stellschrauben im Hinblick auf ein gesundes Leben. Wer sich ausgewogen ernährt und sich zudem so häufig wie möglich bewegt, der reduziert sein Krankheitsrisiko enorm. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Krebs: Allesamt Leiden, welchen durch einen gesunden Lebensstil vorgebeugt werden kann. Professorin Renate Oberhoffer-Fritz, Dekanin und Ordinaria am Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie, Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften an der TU München geht noch weiter: „Durch einen gesunden Lebensstil könnten 40 Prozent aller Krebserkrankungen verhindert werden. Körperliche Inaktivität, Übergewicht, ungesunde Ernährung, Genussmittel und Schutz vor UV-Strahlung sind beeinflussbare Risikofaktoren für Krebs. Diese gilt es in der Primärprävention zu reduzieren, damit Krebs gar nicht erst entsteht“.

Ungesunde Ernährung umfasst viele Aspekte. Wer täglich Süßigkeiten, Alkohol und Fertiggerichte zu sich nimmt und selten zu Gemüse, Vollkornprodukten und anderen gesunden Energielieferanten greift, tut seinem Körper nichts Gutes. Vor allem Ballaststoffe sind der Schlüssel zu einem gesunden und langen Leben, wie neuseeländische Forscher herausfanden.

Vollkornbrot auf einem Brett
Vollkornprodukte enthalten verhältnismäßig viele Ballaststoffe. © Eva Gruendemann/Imago

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Längeres Leben durch Ballaststoffe

Das Forscherteam um Andrew Reynolds vom Department of Medicine an der University of Otago in Neuseeland hatte untersucht, wie sich der Ballaststoff-Konsum von Menschen auf deren Gesundheit auswirkt. Dafür hatten die Forschenden 185 Publikationen zu prospektiven Beobachtungsstudien und 58 klinische Untersuchungen analysiert. Die Beobachtungsdauer der prospektiven Studien summierte sich auf 135 Millionen Personenjahre, an den klinischen Studien nahmen über 4.600 Personen teil, heißt es vonseiten der Ärztezeitung. Es seien nur Studien berücksichtigt worden, deren Teilnehmer nicht an chronischen Krankheiten litten.

Aus ihrer Studie schlussfolgerten die Autoren, dass man sein Leben durch den Konsum von Ballaststoffen verlängern kann. „Beobachtungsdaten deuten auf einen 15-30-prozentigen Rückgang der Gesamtmortalität und der kardiovaskulär bedingten Sterblichkeit sowie des Auftretens koronarer Herzkrankheiten, der Schlaganfallinzidenz und -sterblichkeit, des Typ-2-Diabetes und des Kolorektalkarzinoms hin, wenn man die höchsten Ballaststoffkonsumenten mit den niedrigsten vergleicht“, schreiben die Wissenschaftler.

Mindestens 25 bis 29 Gramm Ballaststoffe täglich: Diese Menge entspricht den Forschenden zufolge einer optimalen täglichen Dosis. Menschen, die weniger essen, zeigen den Forschenden zufolge höheres Körpergewicht, einen höheren systolischen Blutdruck und erhöhte Cholesterinwerte.

Seltener Diabetes und Brustkrebs durch vermehrten Ballaststoff-Konsum

„Die Risikoreduktion bei einer Reihe kritischer Ergebnisse war am größten, wenn die tägliche Ballaststoffzufuhr zwischen 25 und 29 Gramm lag. Dosis-Wirkungs-Kurven deuten darauf hin, dass eine höhere Ballaststoffzufuhr einen noch größeren Nutzen zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes sowie Darm- und Brustkrebs bringen könnte. Ähnliche Ergebnisse wurden für die Aufnahme von Vollkornprodukten beobachtet“, so die Studienautoren.

Mit welchen beiden einfachen Ernährungsregeln Sie mehr Ballaststoffe zu sich nehmen und so Ihr Darmkrebsrisiko senken, erfahren Sie hier.

Ein toller Nebeneffekt von ballaststoffreicher Ernährung: Sie beugt Heißhungerattacken vor, weil sie den Blutzuckerspiegel stabilisiert und ihn nicht schnell abfallen lässt. Wer abnehmen möchte, sollte daher viele ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Bohnen, Linsen und andere Hülsenfrüchte zu sich nehmen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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