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Kiffen gegen Herzinfarkt? Cannabis soll Arterienverkalkungen verlangsamen

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Von: Jasmin Farah

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Cannabis wird bereits zu medizinischen Zwecken gegen chronische Schmerzen eingesetzt. Sollte man es vorbeugend konsumieren? Studien geben grünes Licht, doch Experten warnen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten hierzulande laut dem Robert Koch-Institut (RKI) als die Todesursache Nummer Eins. Sie sind für etwa 40 Prozent aller Sterbefälle in Deutschland verantwortlich. Oftmals äußern sie sich durch Herzinfarkte und Schlaganfälle. Diese entstehen, wenn die Arterien bzw. Blutgefäße durch Ablagerungen verengen und verhärten. Mit der Folge, dass das Blut nicht mehr ungehindert durch sie hindurch fließen kann.

Tabakrauchen ist schlimmer als Cannabiskonsum, sagen Forscher

Ärzte vermuten verschiedene Faktoren dahinter: eine ungesunde Ernährung, schlechte Fette, zu wenig Bewegung, Rauchen und Schadstoffe aus der Umwelt, die dafür sorgen, dass der Blutfluss in vielen Körperregionen gestört wird. Hinzu kommt, dass auch das Alter ein Risikofaktor darstellt, da der Körper abbaut und auch die Arterien nicht mehr so flexibel sind wie bei einem jungen Menschen. Eine Durchblutungsstörung passiert daher in den meisten Fällen nicht plötzlich, sondern kündigt sich schon viel früher mit Symptomen an.

Marihuana, dessen Samen und ein Joint
Arterienverkalkung begünstigt Herzinfarkte. Cannabis soll gegen ersteres helfen. © eskymaks/Imago

Eine Schweizer Langzeitstudie der Universität Bern hat ergeben, dass besonders Tabakrauchen eine Arterienverkalkung beschleunigen kann. Doch wie ist es bei Cannabiskonsum? Hierzu gibt die Studie ebenfalls Aufschluss: Regelmäßiger Cannabiskonsum ist nur dann schädlich für die Herzarterien, wenn es mit Tabak konsumiert wird.

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Studie: THC in Cannabis soll Arterienverkalkung verlangsamen

Laut einer älteren Studie der Universitätsklinik Genf kann das im Hanf enthaltene Tetrahydrocannabinol (THC) hingegen sogar die Arterienverkalkung verlangsamen bzw. verhindern. Ihr Ergebnis haben die Wissenschaftler um Studienleiter François Mach in der Fachpublikation Nature veröffentlicht.

Für ihre Untersuchung haben die Schweizer Forscher kleine THC-Mengen in das Futter von Labormäusen gemischt, deren Erbgut so verändert worden ist, dass sie besonders anfällig für Arteriosklerose waren. Der Cannabis-Wirkstoff habe sich an die CB2-Rezeptoren von Immunzellen angedockt und damit zu Teilen die Entwicklung von Entzündungen blockiert, die sich im Körper bei Arteriosklerose bilden. Diese sind schließlich mitverantwortlich bei der Verstopfung der Blutgefäße.

Cannabis-Rauch kann Herzinfarkt begünstigen

Dennoch warnen Experten angesichts der Ergebnisse. Ein regelmäßiger Cannabiskonsum kann schließlich auch negative Folgen, unter anderem für das Gehirn und die Gedächtnisleistung haben. Auch der Cannabis-Rauch dürfe nicht unterschätzt werden. Mit der Folge, dass die Lunge und auch das Herz schlechter mit Sauerstoff versorgt werden, was wiederum einen Herzinfarkt begünstigen kann.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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