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Kanada genehmigt den weltweit ersten pflanzlichen Corona-Impfstoff

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Von: Judith Braun

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Spritze spritzt Flüssigkeit in eine Reihe von Reagenzgläsern. (Symbolbild)
In Kanada wurde im Februar 2022 der weltweit erste pflanzlich basierte Impstoff gegen COVID-19 zugelassen. (Symbolbild) © Sandra Cunningham/IMAGO

In Kanada wurde der erste pflanzliche Corona-Impfstoff zugelassen. Allerdings gibt es einen Haken.

Quebec – Seit wenigen Tagen steht der neu zugelassene Corona-Impfstoff Novavax auch in Deutschland zur Verfügung. Im Gegensatz zu den bisher eingesetzten mRNA-Präparaten von beispielsweise Pfizer-BioNTech und Moderna handelt es sich dabei um einen Proteinimpfstoff. Dieser basiert auf einer anderen Technologie als die mRNA-Impfstoffe.

Mancher Impfskeptiker zeigte gegenüber den gängigen Präparten Bedenken, von denen die Stiko inzwischen vier Gruppen schon den zweiten Booster empfiehlt*. Deshalb hofft die Bundesregierung nun, mithilfe des neuen Impfstoffs die Impfbereitschaft weiter ankurbeln zu können. Indessen setzt Kanada allerdings auf ein ganz anderes Präparat: Dort wurde nun der weltweit erste pflanzliche COVID-19-Impfstoff genehmigt.

Coronavirus: Kanada genehmigt weltweit ersten pflanzlichen COVID-19-Impstoff

Laut dem Wissenschaftsportal „The Scientist“ hat die für Kanadas nationale Gesundheitspolitik zuständige Abteilung der Regierung, Health Canada, den Impfstoff Covifenz für Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren im Februar 2022 zugelassen. Für über 65-Jährige wurde er noch nicht genehmigt, da bislang noch zu wenige Daten für diese Altersgruppe vorliegen.

COVID-19-Impfstoff Covifenz erstmals auf pflanzlicher Basis hergestellt

Bei Covifenz handelt es sich um den weltweit ersten Impfstoff auf pflanzlicher Basis. Hergestellt wurde es vom Pharmaunternehmen Medicago, das seinen Sitz in der kanadischen Stadt Quebec hat. Laut dem Nachrichtenportal „Associated Press“ soll das Land das Unternehmen damit beauftragt, so schnell wie möglich 76 Millionen Impfdosen zu liefern. Doch was genau ist eigentlich drin in dem neuen Vakzin?

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Covifenz: Erster Corona-Impfstoff, der aus Pflanzen hergestellt wird

Zur Herstellung von virusähnlichen Partikeln wurde die Pflanze Nicotiana benthamiana, die in Australien vorkommt, verwendet. Mithilfe diesem der Tabakpflanze nahem Verwandten sollte keine Infektion oder Krankheit verursacht werden, sondern nur das Spike-Protein von SARS-CoV-2 nachgeahmt werden. Hergestellt wurde der Impfstoff aus einer Kombination aus den aus der Pflanze gewonnenen und gereinigten Partikeln sowie einem immunstärkenden Adjuvanz des britischen Pharaunternehmens GlaxoSmithKline.

Pflanzlicher Corona-Impfstoff mit entscheidendem Vorteil

Im Gegensatz zu den mRNA-Präparaten hat das Vakzin vor allem einen Vorteil bei der Lagerung. Während die mRNA-Wirkstoffe extrem kalt gelagert werden müssen, reicht bei dem pflanzlich basiertem Stoff eine Lagerung im Kühlschrank, der zwischen zwei und acht Grad Celsius kalt sein sollte.

Pflanzlicher COVID-19-Impfstoff hat einen Haken

Einen Haken hat das Ganze trotzdem: Denn eine Studie mit 24.000 Erwachsenen in sechs Ländern ergab, dass der Impfstoff zwar zu über 75 Prozent gegen die Delta-Variante und zu 71 Prozent gegen alle Coronavirus*-Varianten wirkt. Eine Ausnahme bildet allerdings die auch in Deutschland sich rasant ausbreitende und ansteckendere Omikron-Variante. Da die Variante zu Beginn der Studie noch kaum verbreitet war, fehlen hierzu noch Auswertungen und Ergebnisse. Laut Marc-André D‘Aoust von Medicago werde das Unternehmen in der nächsten Zeit jedoch Daten zur Wirksamkeit des Präparats gegen Omikron sammeln. Auch Moderna wird seinen Impfstoff an Omikron anpassen*.

Studien-Teilnehmer zeigten Nebenwirkungen nach Impfung mit Covifenz

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie zeigten ähnlich den anderen Präparaten Nebenwirkungen nach der Imfpung. Diese seien jedoch mild gewesen. Die Betroffenen litten teilweise unter Fieber und Müdigkeit. Am wirksamsten ist der Impfstoff wohl, wenn die zweite Dosen 21 Tagen nach der erste Impfung erfolgt. Auch harmlosere Anzeichen und Symptome können übrigens auf eine Corona-Infektion hinweisen*. *Merkur.de und 24vita.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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