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Gesunder Darm: Darmspiegelung und wie oft sie sinnvoll ist

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Darmkrebs könnte in vielen Fällen eher erkannt werden, würden Betroffene regelmäßig zur Darmspiegelung gehen. Eine neue Vorsorge-Technik ist vielversprechend.

München – Die Darmspiegelung gehört wahrscheinlich für viele Deutsche zu der Vorsorge-Untersuchung, die nur ungern wahrgenommen wird. Schmerzen empfinden die meisten Patienten zwar bei der Untersuchung nicht, doch scheint allein der Gedanke daran vielen unangenehm zu sein. Dabei sind die heutigen Verfahren besonders schonend und können mögliche Hinweise auf Krebszellen noch besser erkennen lassen. Denn eines ist sicher: Die regelmäßige Vorsorge durch Darmspiegelung kann helfen, Krebs frühzeitig zu erkennen – die Untersuchung des Darms kann lebensrettend sein.

Darmkrebs vorbeugen: Gesunden Darm unterstützen, Warnsignale erkennen

Ungesunder Lebensstil und unausgewogene Ernährung mit viel fettreichen Nahrungsmitteln können die Darmgesundheit auf lange Sicht schwächen*. Über die Ernährung kann die Entstehung von Erkrankungen wie Darmkrebs begünstigt werden. Daher können durch gesunde Ernährung bzw. Umstellung der Ernährung* Krankheiten vorgebeugt werden. Darüber hinaus ist die regelmäßige Vorsorge per Darmspiegelung alle fünf bis zehn Jahre ratsam – insbesondere, wenn es in der Familie eine genetische Disposition für Darmkrebs gibt. Je früher Darmkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen*.

Das tükische an Darmkrebs ist, dass Betroffene die kanzerogene Erkrankung lange nicht spüren – erst dann, wenn der Krebs häufig schon weit fortgeschritten ist. Mögliche Symptome können dann sein:

Darmspiegelung als Vorsorge gegen Krebs: Ab wann wird sie von Krankenkassen empfohlen und erstattet?

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 27.000 Frauen und 38.000 Männer an Darmkrebs*. Wird der Krebs rechtzeitig erkannt, besteht eine gute Chance, den Krebs zu behandeln. Bei entsprechender Vorsorge kann eine bösartige Erkrankung, die streut, sogar verhindert werden. Die einzige und beste Möglichkeit, mögliche Krebszellen oder -vorstufen zu erkennen, ist die Vorsorge mittels einer Darmspieglung. In der Regel übernehmen alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten für die sogenannte Koloskopie, der medizinischen Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs. Damit möglichst viele Menschen zur Darmkrebs-Vorsorge gehen*, werden seit dem 1. Juli 2019 Versicherte ab einem Alter von 50 Jahren von ihrer Krankenkasse per Post erinnert.

Darmspiegelung als Vorsorge gegen Krebs: Was genau wird bei der Untersuchung gemacht?

Bei einer Darmspiegelung führt in der Regel ein Gastroenterologe ein Endoskop (Koloskop) mit einem dünnen Schlauch über den Anus des Patienten ein, um den gesamten Dickdarm inklusive des Rektums (Enddarm) von innen untersuchen zu können. Während der Untersuchung werden – wenn nötig – Gewebeproben, sogenannte Biopsien, zur Abklärung entnommen oder beispielsweise Polypen – Geschwulste, die sich aus Schleimhäuten bilden und bösartig werden können – abgetragen. Dank neuer Verfahren können heutzutage bereits 95 Prozent der Läsionen während der Darmspiegelung erkannt und entfernt werden. Auch die sogenannte Kapselkoloskopie ermöglicht ein Screening bis ins obere bzw. untere Darmende*.

Eintrag in einen Kalender für einen Termin zur Darmspiegelung. (Symbolbild)
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Darmspiegelung kann Darmkrebs vorbeugen. (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago

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Darmkrebs vorsorgen: dank moderner Technik in der Darmspieglung bessere Früherkennung

Prof. Dr. med. Jürgen Pohl, Chefarzt der Gastroenterologie und interventionellen Endoskopie der Asklepios Klinik Altona, erklärt im Interview gegenüber FOCUS Online, welche Chancen künstliche Intelligenz im Bereich der Koloskopie bietet. „KI spielt in der Medizin eine immer größere Rolle. Die Programme basieren auf ‚Erfahrungsschatz‘ und der Auswertung von riesigen Datensätzen. Die Computer wurden also mit einer Fülle von Informationen über krankhafte Befunde gefüttert und erkennen auf dieser Basis riskante Veränderungen selbstständig. Der Arzt kontrolliert das parallel“, erläutert Dr. Pohl.

Was neuartige Darmspiegelung neben dem Erkennen von auffälligen Zellen zusätzlich auszeichnet, ist das Abtragen von innen. „Dieses relativ neue, endoskopische Verfahren heißt Endoskopische Submukosa-Dissektion (ESD). Krebserkrankungen in Dickdarm, aber auch Magen und Speiseröhre lassen sich damit entfernen und ersetzen die Operation.“

Darmkrebs Früherkennung: Künstliche Intelligenz für bessere Diagnostik

Die künstliche Intelligenz bedeutet einen Meilenstein in der Diagnostik von Darmkrebs. Dank der KI können bis zu 20 Prozent mehr Polypen im Darm von Betroffenen erkannt werden, die man sonst womöglich übersehen hätte. Was den Erfolg des noch frühzeitigeren Erkennens ausmacht: die Erfahrung des behandelnden Gastroenterologen*, gepaart mit einem auf großem Datensatz basierenden KI-System. *Merkur.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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